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Die Kasperiade kehrt zurück: Festival in Radebeul-Ost soll Puppentheater für alle Generationen bieten

Die Kasperiade kehrt zurück: Festival in Radebeul-Ost soll Puppentheater für alle Generationen bieten

Der Kasper kehrt zurück. Nach neun Jahren in Altkötzschenbroda findet das alljährliche Puppenspiel-Festival wieder in Radebeul-Ost statt.

Radebeul.

An diesem Wochenende verwandelt sich das neue Stadtteilzentrum Ost in ein großes Puppentheater. Im und rund um den sanierten und umgestalteten Kulturbahnhof werden anlässlich der 26. Kasperiade die Puppen tanzen. Und dass, obwohl der neue Vorplatz des Bahnhofs nicht rechtzeitig fertig geworden ist.

"Die Bauarbeiten haben sich erst wegen des langen Winters und zuletzt auch aufgrund des Hochwassers verzögert", sagt der Künstlerische Leiter Detlef Heinichen. "Normalerweise wäre alles pünktlich zum Auftakt fertig gewesen." Geplant war, dass das Stadtteilzentrum Ost mit neuen Geschäften, Wohnanlage für Senioren, Einkaufsmarkt, Parkhaus, Praxen und dem Kulturbahnhof als Domizil für Volkshochschule des Landkreises und Stadtbibliothek Ost zur Kasperiade eingeweiht wird.

Daran hält die Stadt trotzdem fest. "Der Termin für die Kasperiade stand nie zur Debatte", so Kulturamtsleiter Alexander Lange. Außerdem sei der Umzug des Festivals fest mit der Entwicklung des Stadtteilzentrums Ost verbunden. Somit stünde auch zukünftig kein anderer Veranstaltungsort zur Diskussion. Die Kasperiade werde das Familienfest in Radebeul-Ost sein. Diesmal würden wie bisher rund 1500 Besucher erwartet,

Am 24. Mai 1987 trafen sich Puppenspieler erstmals zu dem Festival auf der heutigen Hauptstraße. Doch schon nach zwei Jahren zogen sie weiter. Fortan zeigten die Künstler im Hohenhaus ihr Können. In dem Bau mit Gründerzeitmobiliar und Park war die Puppentheatersammlung untergebracht. 2002 drohte das Aus für die Kasperiade. Nachdem das Haus verkauft worden war, zog die Sammlung um nach Dresden, in die Garnisonkirche. Die Kasperiade blieb aber. Sie wurde nach einjähriger Zäsur in Altkötzschenbroda wiederbelebt.

Die Entscheidung, mit dem auch bei vielen Figurenspiel-Künstlern beliebten Festival nach Ost umzuziehen, sorgte auch für Kritik. Mehrere Helfer zogen sich zurück. "Dennoch sind wir froh, dass viele Ehrenamtliche auch hier am neuen Standort in Radebeul-Ost wieder mitmachen", sagt Lange. Insgesamt seien es 40. Für alle früheren und neu hinzu gekommenen Freiwilligen sei im Herbst im Kulturbahnhof eine Dankeschön-Veranstaltung geplant. Dann will auch der neue Künstlerische Leiter Heinichen sein Puppenspiel zeigen.

Der gebürtige Magdeburger war vor fast neun Monaten von Lange angesprochen worden, fortan die Kasperiade zu leiten. "Da habe ich nicht gezögert", sagt der 58-Jährige. Vor zwei Jahren war der studierte Puppenspieler aus Bremen nach Dresden zurückgekehrt. In Bremen hatte er nach seiner Ausreise aus der DDR im Jahr 1986 das Theatrium - Puppentheater geleitet. Gegen Heinichen war 1980 wegen regimekritischer Äußerungen ein einjähriges Berufsverbot ausgesprochen worden, er bekam Probleme mit der Staatssicherheit. Nach seiner Ausreise lebte er einen Monat in Frankfurt am Main, fühlte sich dort aber nicht wohl und ging nach Bremen, wo er einen Brieffreund hatte. In der Hansestadt wurde ihm die Leitung des Theatriums angeboten, das allerdings schließen musste. "Es hat nichts mehr gebracht", erklärt der Wahl-Dresdner. "Der Bremer Senat strich die Subventionen und erhöhte gleichzeitig die Miete für das Theater."

Nun hat er nicht nur die Aufgaben der bisherigen Kasperiade-Organisatoren um Projektleiterin Karin Gerhardt und Berater Karl Uwe Baum übernommen, sondern zeigt auch noch immer Puppenspiel. Das Programm der Kasperiade sei gut. Man könne vieles beibehalten, sagt Heinichen. So bleibt etwa die Zahl der teilnehmenden Ensembles fast unverändert. Unter den 13 Figurentheatern würden junge und erfahrene Puppenspieler aus ganz Deutschland dabei sein. Neu hinzu kommen in diesem Jahr aber zwei Vorführungen für Erwachsene, wobei erstmals der Vorabend der Kasperiade einbezogen wird.

Am Sonnabend sind dazu ab 19.30 Uhr im Kulturbahnhof amüsante Variationen von "Tanz der Vampire" und "Frankenstein" zu sehen. "Die Zeit war einfach reif, auch Stücke für Erwachsene bei der Kasperiade zu zeigen", erklärt Heinichen. Kinder und Senioren würden an den vier Spielorten in Kulturbahnhof, Sidonienhöfe, Sparkasse und der Schiller-Grundschule aber auch auf ihre Kosten kommen.

iKasperiade am und im Kulturbahnhof Ost, Eintritt 7 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen 4 Euro. Während der Veranstaltung werden Sidonien- und Hauptstraße in Höhe Festareal für den Verkehr gesperrt, das Parkhaus steht offen. S-Bahnlinie 1 und Straßenbahn Linie 4 fahren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.06.2013

Stephan Klingbeil

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