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Die Hoflößnitz, ein Zankapfel: Museums-Chefin Bettina Giersberg hat überraschend gekündigt

Die Hoflößnitz, ein Zankapfel: Museums-Chefin Bettina Giersberg hat überraschend gekündigt

Die Nachricht ging in der teils hitzig geführten Debatte im Berg- und Lusthaus der Hoflößnitz fast unter: Weil Bettina Giersberg gekündigt hat, gibt es im Weinbaumuseum bereits seit Ende Mai keine Chefin mehr. "Private Gründe" hätten die Ende 2009 im städtischen Weingut angekommene Potsdamerin zur Kündigung bewogen, verkündet Stiftungsvorstand Stephan Cramer dazu etwas nebulös.

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Historisch gesehen das Zentrum des sächsischen Weinbaus, soll die Hoflößnitz nach zahlreichen Investitionen dieser Rolle zukünftig wieder gerecht werden.

Quelle: Martin Förster

Das lässt Raum für Spekulationen.

Weil das offenbar bei mehreren Themen rings um die Hoflößnitz der Fall ist, war eine von der Stadtratsfraktion Bürgerforum/Grüne initiierte Informationsveranstaltung zur Hoflößnitz am Mittwochabend außerordentlich gut besucht. Während sich die Anwohner insbesondere zur beengten Parksituation und der Lärmbelästigung zu später Stunde durch Veranstaltungen in der Hoflößnitz Luft machten - beides Probleme, zu denen Cramer "nochmaliges Nachdenken" versprach -, ging es sonst vor allem um die Finanzierungsfrage. 230 000 Euro schießt die Stadt jährlich der Stiftung zu, sie sind für den Erhalt des historisch bedeutenden Ensembles gedacht. Während die Stiftung für die kulturellen Aufgaben der Hoflößnitz verantwortlich ist, kümmert sich die Hoflößnitz-GmbH um die Bewirtschaftung der Weinberge, den Verkauf der Weine und vorerst auch den Betrieb der Straußwirtschaft auf der Kastanienterrasse.

Chef der Stiftung und der GmbH ist jeweils Jörg Hahn. Er kann bisher besonders Erfolge bei der baulichen Entwicklung vorweisen: Das Haus am Fuße des Weinbergs wurde für 600 000 Euro in eine Herberge umgebaut, das Berg- und Lusthaus für 300 000 Euro saniert. In diesem Jahr noch soll der Umbau des Pressenhauses für 1,5 Millionen Euro beginnen. Dort soll dann eine Touristen-Info einziehen, die auch Weinladen und Museums-Shop darstellt und als "Zentrum der Weinstraße" firmieren wird. Dort sollen sich alle Winzer präsentieren können und sächsische Weine erhältlich sein. Ebenso werden nach dem Umbau sanitäre Anlagen und ein großer Veranstaltungssaal für bis zu 80 Personen eingerichtet. Anschließend müsste das Kavaliershaus saniert werden, wo später einmal die neue Dauerausstellung des Weinbaumuseums einziehen soll. Eine Grobkonzeption hat Giersberg schon erarbeitet.

Auch weinbaulich verlaufe die Entwicklung nach Plan, so Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos), auch wenn die GmbH noch rote Zahlen schreibe. Grund ist, dass man 2008 erkennen musste, dass die Weinanlagen sämtlich neu aufgerebt werden müssen. 2016 sollen die Erträge dieser Arbeit erstmals voll zu Buche schlagen, die GmbH dann mit einem Betrag zwischen 50 000 und 100 000 Euro zum Budget der Stiftung beitragen. Derzeit hat die GmbH etwa 1,4 Millionen Euro Schulden, davon die Hälfte bei der Stadt. "Es müssen höhere Umsätze kommen, damit sich die Hoflößnitz ein Stück weit selbst erhält", sagt Wendsche. Cramer ergänzt: "Es kann hier keinen Dornröschenschlaf mehr geben." Wirtschaftlich scheint der Weg also klar.

Dennoch muss Cramer sichtlich überrascht konstatieren, dass "die Arbeit, die wir hier machen, negativ beurteilt wird". Das mag mit der relativen Ruhe zu tun haben, die im musealen Bereich herrscht. Zwar hatte Giersberg 2010 mit einer Ausstellung zum Weinbau im Nationalsozialismus durchaus überregional für Interesse gesorgt. Seither ist nach außen aber weniger passiert, wurde offenbar auch den Umbauten geschuldet eher hinter den Kulissen gearbeitet, also die Depotbestände aufgearbeitet.

Dass Giersberg jetzt gegangen ist, ist bei der personell ohnehin angespannten Lage in dem Bereich ein herber Rückschlag. Offen ist, wie die Stelle neu besetzt werden soll. Im Frühherbst werde es eine Entscheidung dazu geben, kündigt Wendsche an. Denkbar sei auch, die Chefstelle eine Weile ruhen zu lassen und zunächst nur Projektstellen auszuschreiben - vielleicht so lange, bis sich die Sanierung des Kavaliershauses abzeichnet. Das würde jedoch eine kontinuierliche Arbeit im Museum, das wesentlicher Bestandteil des sogenannten Zentrum des Weinbaugebiets ist, stark erschweren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.06.2014

Uwe Hofmann

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