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Die Gemeinschaftsausstellung „Radebeul besitzen“ zeigt Werke von 54 Künstlern

Besitzgemeinschaft Die Gemeinschaftsausstellung „Radebeul besitzen“ zeigt Werke von 54 Künstlern

Das Dauerthema Friedensburg empfängt einen bereits, da hat man die aktuelle Gemeinschaftsausstellung „Radebeul besitzen“, bei der Werke von 54 Künstlern zu sehen sind, noch gar nicht betreten. Im Hof ist eine Installation von Dorothee und Ludwig Kuhbandner zu sehen, die eine hinter Stacheldraht unerreichbare Friedensburg zeigt.


Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Das Dauerthema Friedensburg empfängt einen bereits, da hat man die aktuelle Gemeinschaftsausstellung „Radebeul besitzen“, bei der Werke von 54 Künstlern zu sehen sind, noch gar nicht betreten. Im Hof ist eine Installation von Dorothee und Ludwig Kuhbandner zu sehen, die eine hinter Stacheldraht unerreichbare Friedensburg zeigt, zu deren Füße sich golden und grün die Weinberge ins Tal hinabziehen.

Die Farbe Gold und das umkämpfte frühere Ausflugslokal kehren auch in mehreren Werken in den Galerieräumen wieder, weil sie zum Titel passende Fragen aufwerfen. Es geht um Besitz und Reichtum (Gold) und die Frage, wer da was und auf welche Weise besitzen darf (Friedensburg). „Sitzen, besitzen, besetzen... Wer besitzt was und wie viel von der Wein-, Villen- und Gartenstadt Radebeul?“, formuliert Stadtgaleristin Karin Baum eine „durchaus spannende Frage“, die vielen der ausgestellten Werke – so unterschiedlich Techniken und konkrete Inhalte auch sind – abzulesen ist.

Die Auseinandersetzung ist durchaus pointiert und humorvoll, regt zur Diskussion aufgeworfener Fragen an. So hat Petra Schade „35 spekulationsfreie Radebeuler Bodenproben“ von zumeist öffentlichen Plätzen entnommen, die sie in säuberlich geklebten Quadraten nebeneinander präsentiert. Die zur Friedensburg hat sie „vor dem Tor“ entnommen, weil die zum prachtvollen Wohngebäude umgebaute Gaststätte eben zum Spekulationsobjekt geworden und als der Öffentlichkeit verloren gegangener Ort eine Leerstelle in Schades Auflistung darstellt.

Manches lässt sich verallgemeinern, etwa Peter Grafs Acrylzeichnung „Herr Bleifuß in seinem goldenen Käfig“, die das Statussymbol Auto behandelt. Oder die Bezüge zu Friedhof und Tod, die in einigen Werken offenkundig sind. Da geht es um das letzte Hemd, das sprichwörtlich keine Taschen hat. Anderes nimmt konkrete Radebeuler Bezüge auf. So Gabriele Kreibichs dreidimensionale Collage „Stadträte besitzen Radebeul – ein Dampfer fährt vorbei“, die in ihrer Beiläufigkeit eine deutliche Kritik an der Kommunalpolitik formuliert. Es sind aus Amtsblattsseiten gefaltete leere Stühle zu sehen, die auf einen vorbeifahrenden Papierdampfer ausgerichtet sind.

Nicht alles ist kritisch. So ist von Lieselotte Finke-Poser eine Zeichnung zu sehen, die ihren Lebensweg in der Lößnitz thematisiert. Auch Landschaftsbilder und Architekturgemälde fehlen nicht, die je ein eigenständiges Bild von Radebeul vermitteln. Erstaunlich ist, wie viele Künstler auf der naheliegenden Idee sitzengeblieben sind, einen Stuhl zu gestalten. Sehr Bemerkenswert ist die Vielfalt der gewählten Gestaltungsformen und Techniken, zumal thematische Gemeinschaftsausstellungen in dieser Form selten geworden sind.

„Radebeul besitzen“, bis 23. Oktober in der Stadtgalerie Radebeul, Altkötzschenbroda 21, Di.-Do. u. So 14-18 Uhr geöffnet; 21. Oktober, 19 Uhr: Lesung und Musik mit dem Radebeuler Autorenkreis „Schreibende Senioren“; 23. Oktober, 16 Uhr: Sonderführung, 24. Oktober, 19 Uhr: Finissage

Von Uwe Hofmann

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