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Die Dohnaische Straße in Pirna wird ab März zu einer Baustelle

Hochwassersanierung Die Dohnaische Straße in Pirna wird ab März zu einer Baustelle

Die Stadt Pirna setzt die Arbeiten zur Beseitigung der Hochwasserschäden aus 2013 ab März auf der Dohnaischen Straße fort. Bis Juli 2018 werden die Bauarbeiten auf der Einkaufsmeile andauern. In der Händlerschaft stoßen die vielen Baustellen in der Altstadt auf Kritik.

Im Sommer 2018 sollen die Bauarbeiten am Eingangsbereich des Dohnaischen Platzes enden.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Ab kommenden März übernehmen Bauarbeiter das Zepter auf Pirnas Einkaufsmeile. Die Stadt lässt auf dem dritten und längsten Abschnitt der Dohnaischen Straße bis Juli 2018 die Hochwasserschäden der Juni-Flut 2013 beseitigen. „Uns stehen hoch interessante und schwierige Aufgaben bevor“, meinte OB Klaus-Peter Hanke (parteilos) auf einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend, „im vorigen Jahr haben wir nur geübt.“

Im unteren Bereich hat die Dohnaische Straße bereits einen neuen Belag bestehend aus grauen Granitplatten in der Mitte und rotem Granitpflaster

Im unteren Bereich hat die Dohnaische Straße bereits einen neuen Belag bestehend aus grauen Granitplatten in der Mitte und rotem Granitpflaster entlang der Häuserfronten

Quelle: Silvio Kuhnert

Das Stadtoberhaupt spielte auf den zweiten Abschnitt der Sanierung der Hochwasserschäden auf der Dohnaischen Straße an. Zwischen Lange Straße und Schössergasse bekam die Haupteinkaufsstraße bereits einen neuen Belag bestehend aus grauen Granitplatten in der Mitte und rotem Granitpflaster entlang der Häuserfronten. Im dritten Abschnitt werden die am 7. März beginnenden Bauarbeiten komplizierter, aufwendiger und zeitintensiver. Denn die Bauarbeiter müssen in den Untergrund. Die Dohnaische Straße erhält zwischen Schössergasse und Dohnaischen Platz nicht nur eine neue Deckschicht, sondern sämtliche Kanäle und Kabel bis auf Telekommunikation werden neu verlegt. „Wir werden alle froh sein, wenn das Ergebnis wie auf der unteren Dohnaischen Straße vorliegt“, sagte OB Hanke Bezug nehmend auf den bereits sanierten Abschnitt zu der auf dem Infoabend versammelten Händlerschaft.

Abwasserkanal ist in einem katastrophalen Zustand

Der Zustand des Abwasserkanals sei katastrophal. „Wir kommen um eine Kanalauswechslung nicht drumherum“, so der Rathauschef. Die Kanalarbeiten übernehmen die Stadtwerke Pirna. Sie lassen auch die Trinkwasserrohre austauschen. Die Energieversorgung Pirna bringt neue Strom- und Gasleitungen in den Boden. Erst wenn alle neuen Versorgungsstränge und -kanäle verlegt sind, lässt die Stadt die Granitplatten und -pflastersteine verlegen. Dies geschieht in der sogenannten gebundenen Bauweise. D.h., Platten und Steine werden auf einer tragfähigen Dränbetonschicht verlegt und die Fugen vollständig mit Mörtel gefüllt. Dadurch sollen künftig bei einer Überflutung Aus- und Unterspülungen verhindert bzw. minimiert werden. 1,2 Millionen Euro sind als Baukosten veranschlagt. Das Vorhaben wird zu 100 Prozent aus dem Wiederaufbautopf von Bund und Land gefördert.

An der Ecke zur Schössergasse beginnen am 7

An der Ecke zur Schössergasse beginnen am 7. März die Bauarbeiten. Die Baustelle wandert in Richtung Dohnasichen Platz

Quelle: Silvio Kuhnert

Für die Verlegung des neuen Mischwasserkanals und der anderen Leitungen wird die Dohnaische Straße nicht komplett aufgerissen. Die Baufirmen arbeiten sich beginnend ab der Schössergasse in vier Phasen bis zum Dohnaischen Platz vor. Daher ist die Einkaufsmeile bis Juli 2018 immer nur Abschnittsweise eine Baustelle. In jeder Phase wird zuerst auf der Ostseite gebaut, wo die gesamten Leitungen ins Erdreich gebracht werden. Für den Abwasserkanal müssen die Bagger bis zu vier Meter in die Tiefe graben. Damit weder Steine noch Dreck auf Passanten fallen können, wird entlang der Baustelle an der Ostseite ein Fußgängertunnel errichtet. Die Sicht auf die Geschäfte wird durch diese Schutzvorrichtung zwar verdeckt, aber die Läden bleiben für Kunden erreichbar. Sind alle neuen Rohre und Kabel in der jeweiligen Bauphase verlegt, wird entlang der Ostseite für Fußgänger, Liefer- und Rettungswagen ein über zwei Meter breiter Streifen angelegt und das Baugeschehen verlagert sich auf die Westseite. Im Sommer 2018 wird zum Abschluss die Windrose erneuert. Sie wandert etwas südlich und zwar direkt in die Mitte der Kreuzung zu Jacobäer Straße und Schuhgasse.

Kritik an den vielen Baustellen aus der Händlerschaft

Warum diese Bauarbeiten auf dem wichtigen und zentralen Knotenpunkt, wo sich die Fußgängerströme der Altstadt kreuzen, mitten in die Sommerzeit gelegt werden, stieß auf Kritik in der Händlerschaft. Eine Händlerin regte an, diese Arbeiten auf einen anderen Zeitpunkt, wenn weniger Besucher in der Altstadt unterwegs sind, zu verschieben. Denn die Geschäftsinhaber sind durch die Flut und die vielen Baustellen durch die Beseitigung der Hochwasserschäden arg gebeutelt. „Der Einzelhandel ist auf dem absteigenden Ast“, hieß aus den Reihen der Zuhörer des Infoabends. Die ältere Generation würde sich scheuen, um die Baustellen zu gehen und suchen sich andere Einkaufsmöglichkeiten. Und die jüngere Generation setze sich immer mehr an den Rechner und bestelle sich Waren online. „Wir haben zwei Jahre gebraucht, um die Leute wieder in die Innenstadt zu holen, jetzt kommt es wieder zu Sperrungen“, was erneut Kunden vergraule, lautete eine weitere Wortmeldung.

Der Straßenbau im Zuge der Hochwasserschadensbeseitigung bleibt nicht nur auf die Dohnaische Straße beschränkt. Im Rathaus läuft zurzeit die Abstimmung, wann und wo in diesem Jahr noch auf den Straßen und Gassen der Altstadt gebaut wird. „Die vielen Baustellen sind existenzbedrohend für uns kleiner Händler“, war auf dem Infoabend zu hören.

OB Hanke warb um Verständnis. „Wir haben keine andere Lösung. Uns bleibt keine andere Alternative“, sagte das Stadtoberhaupt. Die anfallenden Kosten des Wiederaufbaus nach der Flut werden der Stadt aus dem Fluthilfetopf erstattet. Um in den Genuss des 100-prozentigen Zuschusses zu kommen, mussten ursprünglich alle Baumaßnahmen bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Die Frist wurde von den Fördermittelgebern nun bis Ende 2019 verlängert.

 

Von Silvio Kuhnert

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