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Deutsches Weininstitut: "Sächsischer Wein ist außerhalb der Region kaum bekannt"

Deutsches Weininstitut: "Sächsischer Wein ist außerhalb der Region kaum bekannt"

Meißen/Niederau. Sichtlich zufrieden lehnt sich Michael Dickel im Reisebus auf der Fahrt zum Staatsweingut Schloss Wackerbarth zurück. Der Siegener Weinhändler ist einer von 25 Teilnehmern einer Informationsreise des Deutschen Weininstituts (DWI) durch Sachsen.

Von Sonntag bis heute besuchten die Händler und Gastronomen sieben sächsische Weingüter. "Sachsenwein ist außerhalb der Region kaum bekannt", sagt Manuel Bretschi vom DWI, der die Reise organisiert hat. Wegen der vergleichsweise hohen Preise bedürften die Weine von Elbhängen immer einer zusätzlichen Erklärung. Von geringen Ernten über mehrere Jahre, aufwendiger Handarbeit in kleinen Parzellen auf terrassierten Steillagen und selbst auferlegter Ertragsreduzierung wissen selbst Weinfachhändler kaum etwas. Die Reise zu den Winzern sollte das ändern.

"Uns wurden Türen geöffnet, die uns alleine verschlossen geblieben wären", meint Weinhändler Dickel. Vor allem aber durften das Fachpublikum unzählige sächsische Weine probieren, die einen Querschnitt des gesamten Anbaugebiets zeigen sollten. Knapp 40 Weine in zwölf Stunden standen gestern bei 30 Grad Außentemperatur auf dem Plan. Den ersten Rebensaft hatten die Gäste um 9.15 Uhr im Glas - auf einem Schiff. Für acht Weine des Weinguts Walter Schuh hatte Winzermeister Holger Horter gut eine Stunde Zeit. Solange benötige die gechartete Fähre "Bosel" von Radebeul bis Meißen. Gekonnt und ohne jeglichen Stress stellte Horter die Weine, den Betrieb und die auf der Fahrt vorbeiziehenden Weinbergslagen vor - dafür hat er bei Wanderungen im Spaargebirge sonst fünf Stunden Zeit. Bei der Winzergenossenschaft Meissen durften die Reisegruppe mit Gästeführer Alexander Mögel die Weinkeller von Sachsens größtem Weinproduzenten erkunden Weinhändler Dickel hat bisher Schuh- und Genossenschaftsweine in seinem Sortiment. Ein Weingut mehr aus Sachsen könne er sich vorstellen, sagt er. Allerdings ist auch für ihn der Preis ein Problem. Die Kunden verstünden nicht, warum der Wein aus Sachsen so teuer sei. Ein Verkaufsargument im Siegerland, das als Bierhochburg gilt, sei dann seine Seltenheit. Denn im Westen Deutschlands sind hiesige Weine kaum zu finden. Was den auswärtigen Weinhändlern bisher nahezu unbekannt war, fast jedes Jahr verkaufen die meisten sächsischen Winzer auch ohne große Werbung ihre gesamten Bestände - zumeist im Freistaat selbst und in Ostdeutschland. Große Preisnachlässe für Händler oder Gastronomie sind damit eher unüblich. Heute endet die DWI-Reise durch das sächsische Weinland mit einem Besuch beim Dresdner Winzer Klaus Zimmerling.

Lars Müller

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