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Der Winzernachwuchs hat es schwer

Der Winzernachwuchs hat es schwer

Die Winzerazubis Daniel Gammert von der Hoflößnitz und Falk Funke aus dem Staatsweingut Schloss Wackerbarth liegen auf der Wiese vor dem Weingut Raddeck in Nierstein und genießen den Blick über das weite Rheintal.

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Der Dresdner Benjamin Groß sowie Falk Funke von Schloss Wackerbarth und Daniel Gammert von der Hoflößnitz (v.l.) waren beim Berufswettbewerb.

Quelle: Lars Müller

Nierstein/Radebeul. Die beiden haben in dieser Woche Sachsen beim Berufswettbewerb des Bundes der Landjugend vertreten und gerade ihre letzten Prüfungen absolviert.

Unter anderem mussten die Jungwinzer im dritten Lehrjahr Wein im Tank von der Hefe abstechen, eine Weinprobe vor Gästen organisieren sowie die Bearbeitung des Sommerbodens im Weinberg planen und dazu einen Traktor mit den passenden Geräten ausstatten. Diese Aufgabe war für die sächsischen Winzerazubis nach eigenen Angaben eine besondere Herausforderung, da sie in ihren Ausbildungsbetrieben nur sehr selten auf die Traktoren dürfen und die Rebflächen maschinell bearbeiten können. Dabei ist dies ein ganz klassischer Bestandteil der Winzerausbildung. Azubis aus anderen Anbaugebieten reagierten entsprechend verwundert, dass der Weinbergsgrubber für die Sachsen nahezu Neuland war.

Gammert und Funke nahmen die Sache gelassen: "Dabei sein ist alles", erklärten sie. Schon für die Kontakte und den Erfahrungsaustausch mit den anderen Azubis hätten sich die Teilnahme und der Weg nach Nierstein gelohnt. Gegen ihre Kollegen aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hatten sie jedoch keine Chance. Sämtliche vordere Plätze gingen an Teilnehmer aus diesen beiden Bundesländern. Die Sachsen landeten auf den Plätzen 10 beziehungsweise 14 von 15 Teilnehmern. Gammert verlässt nach seiner Lehre vorerst Sachsen und studiert in Österreich Önologie (Kellerwirtschaft), Funke bleibt seinem Ausbildungsbetrieb Wackerbarth treu und arbeitet zunächst als Winzer.

Die beiden Radebeuler waren nicht die einzigen Sachsen im Bundeswettbewerb. Am Start in der Leistungsklasse 2 für Wirtschafter und Techniker in Weiterbildung trat der Dresdner Benjamin Groß an, der allerdings in Baden seine Winzerlehre gemacht hat und sich nun in Rheinhessen weiterbildet. Groß, der Platz 8 von 10 erreichte, will nach seiner Ausbildung zurück nach Sachsen kommen und mittelfristig als Weinbauer arbeiten. Da es schwierig werde, in kurzer Zeit genügend Rebfläche für einen wirtschaftlichen Betrieb zu bekommen, richtet der 25-Jährige zunächst eine Vinothek für erlesene deutsche Weine in Bischofswerda ein. Auch Groß bestätigte den hohen Anspruch der Prüfungen des 32. Berufswettbewerbs. Er musste in seiner Leistungsklasse bei den praktischen Aufgaben unter anderem Pflanzenschutz planen sowie ein Konzept für die Umstellung eines konventionell arbeitenden Betriebs auf Bio erarbeiten. In einer Sensorik-Prüfung ging es unter anderem darum, falsch deklarierte Weine zu erkennen.

Dass der Nachwuchs bei den Prüfungen ins Schwitzen kam, dazu hat auch ein Sachse mit beigetragen: Winzer und Weinbautechniker Matthias Schuh aus Sörnewitz engagiert sich im Arbeitskreis Jungwinzer beim BDL, der den Berufswettbewerb ehrenamtlich organisiert hat. "Wir haben bewusst anspruchsvolle Aufgaben erarbeitet", sagt der 27-Jährige. Schließlich sei der Berufswettbewerb eine ernstzunehmende Sache. Und wer mit einer Platzierung im Lebenslauf glänzen wolle, müsse eben auch etwas drauf haben. Schuh weiß, wovon er redet. Immerhin hat er 2009 selbst den zweiten Platz ergattert - mit Lehrbetrieb in Franken damals für Bayern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2015

Lars Müller

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