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Der Spitzgrundteich in Coswig bleibt

Der Spitzgrundteich in Coswig bleibt

Der Spitzgrundteich bleibt den Coswigern wohl erhalten. Die Stadt will im nächsten Jahr knapp 100 000 Euro ausgeben, um den bei Spaziergängern aus dem nahen Wohngebiet beliebten Teich in Schuss zu bringen.

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Der Spitzgrundteich ist ein kleines Freizeitidyll. Deutet man die Zeichen aus dem Rathaus richtig, bleibt er den Coswigern erhalten.

Quelle: Martin Förster

Das Geld hat der Freistaat als Wiederaufbauhilfe nach dem Junihochwasser von 2013 in Aussicht gestellt. Mit ihm sollen der nicht mehr funktionierende Grundabfluss, das schwergängige Wehrschild und unmittelbare Flutschäden am Damm instandgesetzt werden. Zudem wird an der Seite ein Überlauf eingebaut, der Wasser aus dem Teich in den Lockwitzbach führt, sobald es den Deich zu überströmen droht. In der Vergangenheit strömte Wasser, das der Teich nicht mehr fassen konnte, häufig auf die Spitzgrundstraße.

Damit ist jedoch das letzte Wort über den Teich noch nicht gesprochen. Die Variante, ihn einfach zu beseitigen, liegt nach wie vor auf dem Tisch. Allerdings gibt es derzeit niemanden, der ernsthaft dafür eintritt. Dass es die Überlegung überhaupt gibt, ist einer wesentlichen Erkenntnis geschuldet: "Der Spitzgrundteich kann für den Hochwasserschutz nicht genutzt werden", sagt Klaus-Dieter Beyer von der Dresdner Ingenieursgesellschaft Baugrund. Er untersucht das Gewässer im Auftrag Coswigs.

Im Gegenteil stelle der Teich insbesondere bei Starkregen eine Gefahr für große Teile der Stadt dar, die sich unter ihm erstrecken. Das liegt an der Bauweise der Stauwand. Es handelt sich um eine Mauer, die als Dichtung funktioniert und von einem dahinter liegenden Erdwall gestützt wird. Wird der Spitzgrundteich aufgrund seines geringen Fassungsvermögens überströmt, reißt das Wasser im schlimmsten Szenario diese Erdmassen weg, was den Damm in ein bis zwei Stunden komplett verschwinden lassen würde, wie Beyer schätzt. Wasser und Schlammmassen würden sich in einer Lawine in die Stadt ergießen. Lässt man den Teich kontrolliert verschwinden, geht mit ihm automatisch auch dieses Gefahrenpotential.

Allerdings ist das leichter gesagt als getan. Abgesehen vom Protest vieler Coswiger, den das zweifellos nach sich zöge, wäre der "Rückbau" mit rund 500 000 Euro nicht gerade billig. Außerdem fällt der Teich in die behördliche Kategorie "kleine Talsperre", weshalb es vor seinem Verschwinden ein langwieriges Genehmigungsverfahren geben müsste. Mindestens fünf Jahre, sagt Beyer.

Deutlich billiger kommt man mit einer Mischvariante. Demnach soll jetzt das Nötigste getan werden, und zwar mit Geldern, die vollständig vom Freistaat kommen. Der Teich würde damit soweit in Schuss gebracht, dass er Hochwassern standhält, wie sie alle 100 Jahre vorkommen (HQ 100). Derzeit ist er nur bis zu HQ 50 verlässlich. Um ganz sicher zu sein, müsste er allerdings Starkregenmassen überstehen, die rechnerisch alle 5000 Jahre auftreten. Das soll der Spitzgrundteich nach einem weiteren Eingriff können. Dabei wird die Dammkrone in einem Teil abgesenkt und so gepflastert, dass ein regelrechter Überlauf entsteht. Alles Wasser, das zuviel ist, kann darüber in den Lockwitzbach gelangen, ohne Schaden am Damm anzurichten. Die Baukosten werden auf 140 000 Euro geschätzt, es können allerdings noch weitere 250 000 Euro dazukommen, wenn man den Deich im Inneren abdichten will oder muss. Vieles deutet derzeit darauf hin, dass Stadträte und Verwaltung diesem Verfahren den Vorzug geben. Freilich wären auch dies hohe Kosten für den Erhalt eines Naherholungsgebiets. "Wenn wir das tun, dann nur für die Umwelt und damit wir uns wohlfühlen", sagt Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos).

Zum zeitlichen Ablauf ist derzeit nur bekannt, dass zunächst der Lockwitzbach saniert werden soll, der als Abfluss des Spitzgrundteichs dient. Das 2,4 Millionen Euro teure Vorhaben ist derzeit in vollem Gang. Von acht Abschnitten sei einer bereits fertig, berichtet Bürgermeister Thomas Schubert (parteilos). Für drei weitere habe man die Fördermittel schon erhalten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.11.2014

Uwe Hoffmann

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