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Der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh im Interview über den Deutschen Wandertag

Der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh im Interview über den Deutschen Wandertag

Nach 87 Jahren kommt der Deutsche Wandertag erstmals zurück in die Sächsische Schweiz. Von 22. bis 27. Juni 2016 sollen bis zu 50.000 Besucher durch die Natur des Nationalparks auf deutscher und böhmischer Seite streifen.

Sebnitz.

Dafür hat neben Klaus Brähmig, dem Vorsitzenden des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz, auch der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh (beide CDU) gesorgt. Seine Stadt soll währenddessen sogar Wanderhauptstadt sein. Im DNN-Interview spricht der Bürgermeister über die Schwierigkeiten ein Großereignis zu organisieren, logistische Herausforderungen und die Finanzierung.

Bereits seit vielen Jahren sind Sie damit beschäftigt, den Deutschen Wandertag nach Sebnitz zu holen. Warum klappt es jetzt erst 2016?

Mike Ruckh: Zunächst müssen Sie erst einmal sehen, dass der Deutsche Wandertag nichts ist, das einfach so nebenbei läuft. Das Ganze ist eine bundesweite Großveranstaltung, zu der wir bis zu 50 000 Besucher aus allen Himmelsrichtungen erwarten. So etwas stellt sich nicht über Nacht auf die Beine. Schon allein die Bewerbung war ein Mammutprojekt.

Können Sie das konkretisieren?

Veranstalter des Deutschen Wandertages sind nicht wir als Stadt, sondern der Deutsche Wanderverband. Die Regularien sind deshalb auch so, dass sich eine Stadt für die Veranstaltung gar nicht bewerben kann. Nur ein Wanderverein, der Mitglied des Deutschen Wanderverbandes ist, hat dazu die Berechtigung. Das Problem: In der Sächsischen Schweiz gab es einen solchen bislang nicht. Wir mussten also erst einen Verein gründen, der Mitglied im Wanderverband werden konnte, um überhaupt die Chance auf eine Bewerbung zu haben. 2012 haben sich dann 13 Partner zum Wanderverband Sächsische Schweiz zusammengetan.

Nun haben Sie im Juni 2013 den Zuschlag für die Ausrichtung der Veranstaltung erhalten. Wird die Region tatsächlich einen Mehrwert, auch über die "Wanderwoche" hinaus, haben?

Die Rückmeldungen von den touristischen Gastgebern in der Region sagen aus, dass sie bereits jetzt gut gebucht sind. Grund für unsere Bewerbung waren aber nicht nur "ein paar Tage Ruhm" während des Deutschen Wandertages. Wir wollen die Sächsische Schweiz langfristig bekannter machen. Denn Sie müssen wissen: Ein noch immer recht großer Prozentsatz der ehemals Westdeutschen war noch nie im Osten. An der Beseitigung dieser Kluft können wir mit solchen bundesweiten Veranstaltungen arbeiten. Und das scheint mit dem Deutschen Wandertag gut zu gelingen: Die Wandertagsteilnehmer wissen bereits, dass es 2016 in die Sächsische Schweiz geht. Viele von ihnen lockt da die Neugier bereits vorab in die Region.

Bis zu 50.000 Besucher werden zum Deutschen Wandertag erwartet. Die Sächsische Schweiz verfügt geschätzt über 10.000 Gästebetten, das knapp 10.000 Einwohner starke Sebnitz ist zur Wanderhauptstadt auserkoren worden. Wie wollen Sie diese logistische Herausforderung lösen?

Natürlich sind das viele Leute, aber genau diese Aufmerksamkeit ist es, die wir hier brauchen. Zudem ist die Sächsische Schweiz bereits erprobt, was Großveranstaltungen angeht. In Bad Schandau fand 2012 beispielsweise der 4. Sächsische Wandertag statt. Im Jahr 2003 richtete Sebnitz den Tag der Sachsen aus. Da kamen 250 000 Besucher und auch das haben wir geschafft. Mit 10 000 Betten sind wir gut aufgestellt. Natürlich freut es uns, dass auch Übernachtungen in der Oberlausitz, Dresden und Tschechien nachgefragt werden.

50.000 Wanderer müssen aber auch von A nach B transportiert werden, denn es soll ja durch die gesamte Sächsische Schweiz gewandert werden...

Das ist richtig. Unseren bisherigen Planungen zufolge wird dies das vorhandene Liniennetz der öffentlichen Verkehrsmittel aber hervorragend ohne einen zusätzlichen Verkehrsplan meistern. Da sind wir ganz zuversichtlich.

Der Deutsche Wandertag wird voraussichtlich 500.000 Euro kosten. Wird da der Steuerzahler zusätzlich zur Kasse gebeten?

Nein, natürlich nicht. Einen Großteil übernehmen Sponsoren aus der Wirtschaft. Zudem gibt es ja Teilnehmergebühren, über die sich die Veranstaltung bis zu einem gewissen Punkt selbst finanzieren wird. Zusätzlich hat der Freistaat signalisiert, er wolle das Projekt finanziell unterstützen.

Der Haushalt für 2015/2016 steht doch aber noch gar nicht...

Wir stehen in engem Kontakt mit der Staatskanzlei. Ich glaube nicht, dass sich an unseren bereits bestehenden Absprachen noch etwas ändern wird. Wenn es aber doch noch zu einer "Katastrophe" kommen sollte, müsste man dann eben schauen, ob es Alternativen gibt. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass der Freistaat ein verlässlicher Partner ist.

Susann Schädlich

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