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Der Ernst Rietschel Kulturring zeigt fast 200 Werke in Pulsnitz

Der Ernst Rietschel Kulturring zeigt fast 200 Werke in Pulsnitz

Ähnlich wie Goethes Zauberlehrling fühlten sich zeitweise die Kuratoren der Ausstellung "Künstler im Selbstbildnis". War ursprünglich an 100 Positionen gedacht, so ist nun etwa die doppelte Anzahl in der vom Ernst Rietschel Kulturring betriebenen ostsächsischenkunsthalle Pulsnitz vertreten.

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Die Ausstellung in Pulsnitz bietet einen Über- und Einblick in die Handhabung des Themas Selbstporträt.

Quelle: Flyer

Der Grund: Das große Interesse bei Künstlern, aber auch Galeristen, Museumsleuten und Sammlern. Zustande gekommen ist ein interessanter Über- und Einblick in die Handhabung des Themas, die unterschiedlichsten Herangehensweisen und Handschriften - auf Namen soll hier weitgehend verzichtet werden -, wovon der Ausstellungs-Flyer einen partiellen Eindruck vermittelt.

Zeitlich wird ein Bogen um das 20. Jahrhundert, aber auch bis in die Gegenwart gespannt. Werke der 1920er/30er Jahre sind ebenso vertreten, wie solche, die in der Zeit nach 1945 entstanden. Einbezogen sind Künstler, die man Kriegskinder nennen könnte, zudem jene aus der Nachkriegsgeneration, ebenfalls solche, die auf deren Schultern stehen, sowie eine kleinere Gruppe, die erst in 1990er Jahren bis um 2000 an Kunsthochschulen ihr Diplom machte.

Geografisch steht Dresden im Zentrum - mit vielen Künstlern, die hier lebten und leben, aber auch einer Reihe, die das Dresdnerische zu unterschiedlichen Zeiten nach Berlin trugen, etwa die "Berliner Schule" wesentlich mit prägten. Zu nennen sind auch jene, die - mehr oder weniger freiwillig - ihre künstlerische Auffassung hinter den (1989 gefallenen) "eisernen Vorhang" mitnahmen, dort Neues aufnahmen und nun wieder hier auf andere ausstrahlen. Von Dresden wie von Berlin geprägt sind auch viele der in der Oberlausitz wirkenden Künstler, deren Kreis ja keineswegs so klein ist. Damit ist geografisch ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung umrissen. Und - man erkennt es an den Handschriften - das Netz wurde auch ein wenig Richtung Leipzig und Halle "ausgeworfen".

Auch wenn eine Beschränkung auf die "klassischen" Medien Bildhauerei, Malerei, Zeichnung und Grafik erfolgte, zeigt sich gleichwohl eine große Vielfalt der Stile und der Auffassungen. Zweifellos herrschen Arbeiten vor, die von einem realistischen Ansatz ausgehen, geprägt etwa von einer Kollwitz oder einem Querner. Dieser Ansatz spiegelt sich ebenso in den plastischen Arbeiten aus Stein oder Metall.

Man findet darüber hinaus auch Beispiele des Expressionismus, etwa eines Felixmüller, oder Nachklänge wie bei Carl Lohse, findet impressive Handschriften oder von der Neuen Sachlichkeit Geprägtes. Es gibt fast Surreales und Phantastisches, ebenso Fotorealistisches. Mittel des Informel kann man entdecken, ohne dass das Porträthafte in diesen Arbeiten ganz verloren geht. Man spürt, wie sich die Auseinandersetzung mit Künstlern wie Giacometti oder Picasso ihren Weg gebahnt hat.

Der Bogen spannt sich aber auch zum Abstrakten, Assoziativen und Objekthaften, dies natürlich ebenfalls in den plastischen Arbeiten, wo die Materialgrundlage dann oft Holz oder auch Papier ist, teils in Kombination mit einer Bemalung. Es ist ein großer Reichtum der künstlerischen Mittel und doch bei weitem nicht das mögliche Spektrum.

Sichtbar werden zugleich unterschiedliche Auffassungen von "Selbstbildnis", Wandlungen zudem, die dem Heute zu verdanken sind. Es gibt die ganz klassische Position des En-face-Selbstporträts, seltener des Profils. Oft beschränkt sich der Künstler auf den Kopf, das Gesicht, worüber sich Physis wie Psyche ausdrücken - bis dahin, dass vor allem die Annäherung an die Psyche bleibt. Manchmal sieht man nur ein Kopffragment, einen Teil des Gesichts, groß ins Bild gerückt. Häufig ist auch der Oberkörper oder überhaupt der Körper einbezogen.

Verschiedentlich trifft man auf die klassische Auffassung, sich als Künstler zu zeigen, das heißt im Atelier oder mit Attributen des Malers, etwa der Palette. Man trifft aber auch auf Werke, in denen das "Ich" in einen sinnbildhaften, traumhaften oder mythologischen Zusammenhang gestellt ist. Und nicht zu vergessen sind jene Arbeiten, die einen Wesenszug oder ein besonderes äußeres Merkmal eines Künstlers/in ausdrücken. Vor allem aber spielt die Reflexion der eigenen Psyche im Laufe der Zeit wohl eine zunehmende Rolle, was teilweise auch Konsequenzen für die Arbeit am Selbstbildnis hat.

Den Machern der Schau war selbstverständlich bewusst, dass Entstehung wie Entwicklung dieses Genres einem historischen Prozess unterworfen ist, der nicht zuletzt in Beziehung zur Rolle des Individuums und seiner Bewusstwerdung im allgemeinen wie des Künstlers im besonderen steht.

Bis 22. Juni, Do, Fr und So 14 bis 17 Uhr; ostsächsischekunsthalle, Robert-Koch-Str. 12, Pulsnitz Tel. 035955/44246 www.ostsaechsische-kunsthalle.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.05.2014

Lisa Werner-Art

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