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Der Coswiger Stefan Frotzscher sucht Mitstreiter für eine Radtour durch Afrika

Der Coswiger Stefan Frotzscher sucht Mitstreiter für eine Radtour durch Afrika

"Man muss schon ein bisschen verrückt sein", sagt Stefan Frotzscher über seine Tour. Die wird ihn ab Dezember über rund 5000 Kilometer durch Westafrika führen, von der kamerunischen Hauptstadt Jaunde nach Timbuktu in Mali.

Coswig.

Und das alles mit dem Rad. Für seine ausgefallene Drei-Monats-Tour sucht der Coswiger noch Mitstreiter. Einzige Bedingung: Sachsen sollen es sein. Denn Frotzscher ist auf Freundschaftstour in Afrika unterwegs. Vor Jahren ist er schon ins äthiopische Addis Abeba geradelt, der Partnerstadt Leipzigs. Im März dieses Jahres hat er in Kongos Hauptstadt Brazzaville einen Brief von Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) an ihren Amtskollegen Hugues Ngouelondele übergeben. Brazzaville und Dresden sind seit 1975 verbunden. Jetzt will Frotzscher die letzte noch fehlende Partnerstadt einer der drei großen sächsischen Städte besuchen. Timbuktu und Chemnitz unterhalten seit 1968 Freundschaftsbeziehungen, erst in diesem Jahr war Bürgermeister M. Ousmane Halle im Rathaus von Chemnitz zu Gast. Einem freundlichen Empfang des Radbotschafters beim Gegenbesuch steht also nichts entgegen.

Da der 61-jährige Frotzscher, der gut und gerne ein Jahrzehnt jünger sein könnte, dort gern mit einer kleinen Delegation aufkreuzen möchte, sucht er Mitfahrer. Die müssen Lust und Liebe für das Fahrradfahren fühlen, aber keine ausgesprochenen Sportskanonen sein. "Alltagsfahrer" sollen sie sein, sagt Frotzscher. Wichtig sei zudem, dass sie mit einfachen Lebensumständen zurecht kommen, also nicht aus der Bahn geworfen werden, wenn die Toilettenschüssel fehlt oder aus dem Eimer geduscht werden muss. Sie erwarten vor allem landschaftlich interessante Eindrücke. Geht die Reise doch aus den Tropen durch die Savanne in die Sahelzone. Wer mitmacht, sollte also keine Probleme mit warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit haben.

Frotzscher weiß wovon er spricht, er hat in den letzten zehn Jahren rund 38 000 Kilometer quer durch Afrika zurückgelegt. Begonnen hatte das mit einer Radtour von Leipzig nach Athen, mit der er 2004 die damalige Olympiabewerbung der Messestadt unterstützen wollte. In der griechischen Hauptstadt angekommen, überlegte er sich mit seinen Mitstreitern eine Fortsetzung der Tour nach Afrika. Dort ist er inzwischen in mehreren Etappen einmal von Nord nach Süd gefahren und arbeitet sich jetzt wieder an den Rand der Sahara nach Norden. Fast jedes Jahr bereiste er mit seinem Fahrrad für ein paar Wochen den Kontinent.

Woher diese Leidenschaft? "Mich fasziniert, wie die Menschen dort mit den Unzulänglichkeiten des alltäglichen Lebens zurecht kommen", sagt Frotzscher. Überall seien ihm die Afrikaner freundlich und zuvorkommend begegnet. Natürlich gehe es auch um Exotik und Sehenswertes, etwa die Pyramiden Ägyptens, den Kilimandscharo, Kapstadt "und was sonst noch so am Wegesrand lag", wie Frotzscher sagt. Und auch der sportliche Ehrgeiz treibe ihn zu neuen Etappen. Wobei der Tagesschnitt mit 50 bis 100 Kilometern nicht allzu übertrieben ausfällt. Man müsse zudem immer wieder mal Pausentage für Besichtigungen oder die Regelung von Visafragen einlegen, sagt der passionierte Radreisende, dem auch noch ein weiterer Beweggrund einfällt. "Ich will auch einfach zeigen, dass man mit dem Rad durch Afrika fahren kann", sagt er.

Und was ist mit Verbrechen und den Straßenverhältnissen? Frotzscher kann da nur abwinken: Nicht einmal sei er bei seinen bisherigen Touren Opfer von Diebstahl oder Raub geworden. "Im Gegenteil, im Kongo und Gabun hatte ich sogar das Gefühl, dass man genau aufeinander aufpasste, dass mir nichts passiert", erinnert er sich. Und die Straßen seien oft deutlich besser als es das Vorurteil behauptet: Relativ neue Asphaltbänder mit breiten Seitenstreifen. Nur das letzte Stück der jetzt geplanten Route wird wohl über Schotterpisten gehen, wie sie Frotzscher schon aus dem Sudan kennt. "Darüber kann man ohne Probleme fahren", sagt er. Ein Abenteuer sei so eine Reise nichtsdestotrotz, sagt der Coswiger. Wie immer, wenn man sich in fremde Weltgegenden aufmacht.

Wer mitfahren will, kann sich bei Stefan Frotzscher unter Ruf 0174/3 24 10 54 oder E-Mail chemnitz-timbuktu@web melden. Frotzscher gibt zudem bei einem Diavortrag Einblick in bisherige Reisen: "Im Land der Tutsi, Hutu und Berggorillas - Eine Fahrradreise durch Zentralafrika" ist am 21. August, 20 Uhr in der Emporon-Arena Dresden, Dohnaer Straße 250, zu erleben.

Uwe Hofmann

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