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Der Bunker in Coswig ist verkauft

Der Bunker in Coswig ist verkauft

800 Quadratmeter in bester Innenstadtlage, verkauft für knapp 23 000 Euro. Das liest sich wie eine schlichte Grundstückstransaktion, schlägt aber im Coswiger Stadtrat hohe Wellen.

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Die Alte Feuerwehr ist seit dem Herbst saniert. Jetzt hat Investor Tibor Konta das im Bild vorgelagerte Grundstück mit dem Luftschutzbunker (Einstieg rechts erkennbar) erworben.

Quelle: Uwe Hofmann

Das hat vor allem damit zu tun, um wen es sich bei Käufer und Verkäufer handelt: Das Grundstück hat die Stadt an Tibor Konta veräußert, der im vergangenen Jahr die Alte Feuerwehr an der Moritzburger Straße saniert hat. Damit verbunden ist eine lange Vorgeschichte. "Wir haben ihn mit der Alten Feuerwehr gequält", umschreibt das Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos). Im Stadtrat halten viele diese Wortwahl für angemessen, nur haben viele ein anderes Bild davon, wer da wen gequält hat.

Zur Sache: 2008 hatte Konta das nach dem Neubau einer Feuerwache an der Dresdner Straße nutzlos gewordene Gebäude für 36 000 Euro gekauft. Damit verbunden war die Auflage, es innerhalb von drei Jahren zu sanieren. Die Pläne hatten damals sehr überzeugend geklungen: Drei Wohnungen wollte Konta schaffen, aus den darunter liegenden Garagen ansprechende Gewerberäume machen. Daraus wurde aber erst einmal nichts, weil sich Investor und Denkmalschutz nicht einigen konnten, wie das Gebäude zu sanieren ist. Konta beantragte daraufhin die Streichung der Alten Feuerwehr von der Denkmalliste, was abgelehnt wurde. Anschließend waren die drei Jahre Sanierungsfrist fast verstrichen, weshalb die Stadt Druck bei Denkmalschutzamt und Investor machte. Als es so aussah, dass beide sich einigen würden, gewährte der Stadtrat unter Zähneknirschen eine Fristverlängerung. Dann noch eine, weil bis Ende 2012 noch nichts passiert war. Schließlich Anfang 2014 die dritte. Inzwischen ist das ehemalige Feuerwehrgebäude für einen hohen sechsstelligen Betrag saniert, wie Konta gegenüber den DNN äußerte. Ausgestanden ist die Geschichte damit aber noch nicht.

"Es fehlt eine ordentliche Zufahrt zur Alten Feuerwehr", sagt Bürgermeister Thomas Schubert (parteilos). Sie ist bisher nur über städtisches Gelände zu erreichen. Deswegen hat Konta den Zuschlag für das benachbarte Grundstück erhalten, das wegen des darauf befindlichen alten Luftschutzbunkers ziemlich günstig zu haben war. Gekauft hat er es vor allem, um besagte Zufahrt darüber zu verlegen und um Balkone an die alte Feuerwehr bauen zu können, die über dem Bunkergrundstück hinausragen. Verbunden ist der Kauf allerdings mit einer neuen Auflage: Konta muss auf der Bunkerfläche ein zweigeschossiges Einfamilienhaus errichten. Innerhalb von drei Jahren - eine Konstellation, die nach den bisher gemachten Erfahrungen für Missmut im Stadtrat sorgte, auch wenn das Gremium schlussendlich doch dem Verkauf zustimmte.

Auch Stadtrat Christian Buck (CBL/DSU/FDP), der aus anderem Grund gegen den Verkauf wetterte, konnte sich nicht durchsetzen. Er hält die verkehrsgünstig gelegene Fläche im Verbund mit den davor gelagerten Grundstücken, die als Parkplatz genutzt werden, für städtische Entwicklungsflächen von hohem Potential. "Wir müssen doch sehen, dass wir ein so zukunftsträchtiges Grundstück behalten", sagte er. Darauf könnten mal Geschäftshäuser entstehen, gewissermaßen eine Verlängerung der Einkaufsmeile an der Hauptstraße. "Wir brauchen die Parkplätze für die Börse", entgegnete OB Neupold. Und auch für Kontas Lage fand er die rechten Worte: "Er hat diese Hütte erworben, jetzt müssen wir ihm ermöglichen, dass das funktioniert."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.03.2015

Uwe Hofmann

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