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Das mobile Bürgerbüro: Landratsamt testet Behördenkoffer in drei Kommunen

Das mobile Bürgerbüro: Landratsamt testet Behördenkoffer in drei Kommunen

Das Landratsamt Pirna passt in einen Koffer, zwar nicht die gesamte Behörde aber alle wichtigen Formulare. Seit Freitag ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einem "Mobilen Bürgerkoffer" ausgestattet.

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Maria Weiß vom Bürgerbüro des Landratsamtes pendelt künftig mit dem Bürgerkoffer zwischen Wilsdruff, Neustadt und Klingenberg.

Quelle: Silvio Kuhnert

Wilsdruff/Pirna. "Zunächst wird er in den Städten Wilsdruff und Neustadt sowie in der Gemeinde Klingenberg im Einsatz sein", sagte Landrat Michael Geisler (CDU).

Bei dem Bürgerkoffer handelt es sich quasi um ein kleines Büro. In ihm befinden sich ein Laptop, ein Scanner und ein Drucker. Auf der Festplatte des Rechners sind alle wichtigen Formulare gespeichert. Mit dem Koffer ist Maria Weiß vom Bürgerbüro des Landkreises unterwegs. Sie nimmt beispielsweise Anträge für Sozialhilfe, Landeserziehungsgeld oder Bundesausbildungsförderung (BaföG) entgegen, informiert über Kindergeld oder die Befreiung von der GEZ-Gebühr, berät über Patientenverfügung oder Verpflichtungserklärungen und nimmt Widersprüche und Beschwerden sowie Anzeigen zu Kindeswohlgefährdung und Umweltdelikten entgegen. "Mithilfe des Bürgerkoffers können die Mitarbeiterinnen der Bürgerbüros wohnortnah zu allen relevanten Antragsverfahren der Landkreisverwaltung beraten und entsprechende Hilfestellungen geben", fasst Geisler das Aufgabenspektrum zusammen.

Hauptziel des mobilen Bürgerbüros ist es, den Bürgern den Weg zur Landkreisbehörde zu ersparen. Der hat es seit der letzten Kreisreform in sich. Laut Routenplaner einer bekannten Suchmaschine im weltweiten Netz liegen zwischen der Stadtverwaltung Wilsdruff und dem Landratsamt Pirna reichlich 40 Kilometer Fahrtstrecke. Für den Hin- und Rückweg müssen über die A17 eine Stunde Fahrtzeit eingeplant werden. Über 50 Minuten benötigen Einwohner aus Klingenberg allein für den Anfahrtsweg über die Landstraße von ihrer Gemeinde bis zum Schloss Sonnenstein. "Mit dem mobilen Bürgerkoffer rücken Dienstleistungen des Landkreises näher an den Bürger", meint daher Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU).

Zum Landratsamt führt nicht nur ein weiter Weg, sondern dieser wird für viele aufgrund des demografischen Wandels immer beschwerlicher. Die Einwohnerzahl schrumpft. Laut aktuellen Schätzungen leben im Jahr 2025 rund 360000 Sachsen weniger im Freistaat als heute. Im Landkreis soll die Zahl der Einwohner nach Prognosen der Staatskanzlei um zwischen 7,5 und 10,5 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig wird die Bevölkerung immer älter. Das Durchschnittsalter der Kreisbewohner beträgt nach der jüngsten Statistik des Demografiemonitors Sachsen 46,9 Jahre. 1990 lag der Schnitt bei 39,7 Jahren.

Um die Ämter zum Bürger zu bringen, nimmt der Freistaat am Pilotprojekt "Bürgerterminals und Mobile Bürgerbüros als moderne Bürgerservices im ländlichen Raum" teil. In zwei Jahren sammelt der Zweckverband KISA (Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen) praktische Erfahrungen mit dem Bürgerkoffer sowie mit Terminals, über die der "Behördengang" via Videokonferenz erledigt werden kann. Ein Bürgerterminal soll demnächst in Neustadt stehen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.05.2013

Silvio Kuhnert

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