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Das fliegende Auge von Moritzburg: Drohnenflieger Lutz Dahten macht mit Luftbildern Furore

Das fliegende Auge von Moritzburg: Drohnenflieger Lutz Dahten macht mit Luftbildern Furore

Leise summend springen die acht Rotoren an. Mit ein paar Handgriffen an der Steuerung lässt Lutz Dahten das Geräusch zu einem gleichmäßigen Surren anwachsen, bis der Oktokopter in den Moritzburger Himmel abhebt.

Moritzburg.

Dahten steht am Boden und sieht der Drohne hinterher. "Der Sichtflug ist für den Drohnenflug in Deutschland vorgeschrieben", sagt er, behält aber trotzdem den kleinen Monitor im Blick, der ihm das Blickfeld des kleinen Fluggeräts zeigt. Denn die Drohne ist mit einer Kamera ausgestattet, liefert aus luftiger Höhe die hochauflösenden Aufnahmen, die Dahtens Firma 3D Luftbildservice zu einem der profiliertesten Anbieter für Luftbilder und -videos machen. Erst vergangene Woche hat sich Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hähnisch (parteilos) begeistert von den Drohnenfotos gezeigt, die seit Kurzem den Internetauftritt der Gemeinde aufpeppen. Die Firma hat aber auch schon Aufnahmen an MDR und Dresden-Fernsehen geliefert und auch in den DNN waren sie schon zu sehen.

Dabei ist Dahten eher zufällig zur Fotografie gekommen. Eigentlich betreibt der Moritzburger mit vier Angestellten das Immobilienunternehmen 3D Immobilienmanagement GmbH. Als vor drei Jahren Hausbesitzer gesetzlich dazu verpflichtet wurden, Energiepässe für ihre Häuser zu erstellen, witterte er ein neues Geschäftsfeld. Er bot thermografische Aufnahmen an, die er mit einer Drohne erzeugte. Rasch weitete sich der Kundenkreis: Die Besitzer großer Solarfelder meldeten sich. Mittels Thermografie lassen sich relativ einfach kaputte Solarzellen finden, weil sie kühler sind als die funktionstüchtigen. Auch Naturschutzgebiete interessieren sich für die Technik, weil sich mit ihr im Winter die Wildbestände kontrollieren lassen.

Heute macht die Thermografie aber nur noch einen Teil des Geschäfts aus, weil die Nachfrage nach Luftbildern von Anfang an enorm gewesen sei, wie Dahten sagt. Das Aufgabenspektrum ist dabei ziemlich breit gefächert: Landwirte wollen per Drohnenflug eventuelle Ernteschäden nachweisen, Forstwirte lassen den Baumbestand kontrollieren. Außerdem liefert das Fluggerät Bilder von Bauten, die schwer zugänglich sind. So konnte Dahten bei einer Kirche in der Lausitz nachweisen, wie baufällig deren Turm ist. In vier Stunden hat er das Bauwerk von allen Seiten abfotografiert und erstmals auch Bilder von der völlig maroden Turmspitze geliefert. Und das alles durch die GPS-Steuerung so genau, dass sich jederzeit wieder Kontrollbilder aus exakt der gleichen Perspektive aufnehmen lassen.

"Natürlich hätte man das auch mit einer Hebebühne oder einem Kran machen können, aber den hätte man jedes Mal umsetzen müssen, um Bilder von der anderen Seite zu bekommen", sagt Dahten. Auch gegenüber herkömmlichen Luftaufnahmen sei die Drohne im Vorteil, weil Hubschrauber die Mindestflughöhe von 600 Metern einhalten müssen und viel teurer sind. Die Drohne kann dagegen alles zwischen 35 Zentimetern und 100 Metern Höhe fotografieren und das sogar im Gebäudeinneren.

So wie in einem großen Verteilzentrum in Niedersachsen, das 3D Luftbildservice vier Tage mit der Drohne beflogen hat, um einen Imagefilm im Auftrag der Baufirma herzustellen. "Da haben wir selbst am vierten Tag noch neue Räume entdeckt", erinnert sich Dahten schmunzelnd, der zumeist im Team fliegt. Während er die Drohne im Auge behält, ist Jana Hubrich für die Aufnahmen verantwortlich. Durch diese Arbeitsteilung lässt sich auch bei weniger günstigen Flugbedingungen eine gute Qualität garantieren, weshalb Dahten die vielen Mitbewerber, die seit Kurzem auf den Markt drängen, nicht allzu viel Kopfzerbrechen bereiten. Zudem werden immer mehr touristische Betriebe auf die Drohnenflieger aufmerksam, weil sie Perspektiven suchen, die so noch nicht zu sehen waren. "Wir sind bundesweit aktiv. Nächste Woche werden wir an die Ostseeküste fahren", sagt Jana Hubrich. Gut möglich, dass Webauftritte und Werbeprospekte dort künftig Moritzburger Einflüsse zeigen.

@www.3d-luftbildservice.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.08.2013

Uwe Hofmann

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