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Das Teufelszeug Crystal Meth und das Leben

Filmpalast Pirna Das Teufelszeug Crystal Meth und das Leben

Der Streifen spiegelt „das richtige Leben“ wieder und ist erstaunlich nahe dran – an den Leuten und an der Region zwischen Bautzen (Oberlausitz) und Tschechien und die Handlung bedrückend lebensnah. Regisseur Robert Heber diskutierte mit Pirnaern über seinen Film. Am Sonntag gibt es eine Sondervorstellung.

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Regisseur Robert Heber (r.) und Schauspieler Johannes Terne während der Diskussion über Eindrücke und selbst Erlebtes nach der Vorführung des Films.

Quelle: Daniel Förster

Pirna. Das richtige Leben“ – dieser in Ostsachsen gedrehte Film geht unter die Haut. Das Publikum ist sich einig: Der Streifen spiegelt „das richtige Leben“ wieder und ist erstaunlich nahe dran – an den Leuten und an der Region zwischen Bautzen (Oberlausitz) und Tschechien und die Handlung bedrückend lebensnah. Bei der ersten Aufführung im Filmpalast Pirna waren einige Macher um den aus Bautzen stammenden Jung-Regisseur Robert Heber (34) in Pirna zu Gast und kamen danach mit den Zuschauern ins Gespräch. Eine lebhafte und interessante Diskussion entbrannte – u. a. mit Schauspieler Johannes Terne (64, Polizeiruf 110 und Rote Rosen), der über seine Rolle, den Konflikt der Väter aus der DDR-Zeit und seine persönlichen Erfahrungen mit der Wendezeit sprach sowie Theater- und Filmschauspieler André Dyllong (33).

Die Besucher waren von dem, was sie gesehen hatten, beeindruckt. Nicht nur, weil sie ihre Heimat erkannten, sondern auch wegen der gefährlichen Situationen und dem sozialen Abstieg, den die Droge Crystal Meth hervor gebracht hat und bringt. Unverblümt erlebt das Publikum, welche Dimension und Wirkung das Teufelszeug besitzt. Die Fakten sind alarmierend: Deutschland und gerade die Grenzregionen wurden in den vergangenen Jahren mit dem illegalen, synthetischen und unberechenbaren Rauschmittel regelrecht überschwemmt. Der Crystal-Konsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist stark gestiegen. Nur ein einziges Mal genommen, kann es süchtig machen, ein Menschenleben restlos zerstören. Der komplette Zerfall ist vorprogrammiert – psychisch, körperlich, seelisch. Um die Sucht zu finanzieren, schrecken die Konsumenten vor nichts zurück. Sie stehlen Fahrräder und Handys, begehen Diebstähle und Einbrüche, beklauen Bekannte und Verwandte, verkaufen das Diebesgut, um Geld zur Befriedung ihrer Sucht zu haben. Fazit: Die Teufelsdroge Crystal macht Mensch und Gesellschaft kaputt.

Der 90-minütige Streifen erzählt dabei die Liebesgeschichte von Tommy und Julia, die gegen die äußeren Widerstände ein eigenes Leben führen wollen. Tommy aus sozial schwachen Verhältnissen will eine Familie gründen. Er ist durch den hohen Druck und die hohen Erwartungen seines gesellschaftlichen Umfeldes in eine ausweglose Situation geraten und rutscht ins kriminelle Drogenmilieu ab. Die Story: Der Sohn eines mittellosen Vaters, der sein Leben nicht im Griff hat, verliebt sich in die Tochter eines wohlhabenden Bauunternehmers. Julia wird von Tommy unerwartet schwanger. Doch beide wollen das Kind und versuchen, sich eine eigene Zukunft aufzubauen. Geldprobleme stellen die Beziehung der beiden auf eine harte Probe. Um seine junge Familie zu retten, schuftet Tommy morgens als Bäckerlehrling und abends in einer Tischlerei. Er kann dem physischen und psychischen Druck nicht mehr standhalten, geht skrupellosen Drogendealern auf dem Leim und wird zum Drogenschmuggler. Tommys Kampf um ein besseres Leben endet im Knast…

Die Resonanz auf die erste Vorstellung des Films „Das richtige Leben“ (freigegeben ab 12 Jahren) war enorm. Deshalb hat der Filmpalast Pirna den Streifen erneut ins Programm genommen. Die Sondervorstellung läuft am kommenden Sonntag ab 17.30 Uhr. Da sich der Film wegen der aktuellen Problematik auch für Schulklassen und Lehrer oder Vereine eignet, sind auch interessierte Gruppen willkommen. Der Filmpalast Pirna bietet Interessierten an, individuelle Termine für weitere Sondervorstellungen zu vereinbaren. Kinoleiter Toni Züchner kann sich vorstellen, dass nach den Auffüh­rungen themenbezogene Diskussionsrunden mit interessanten Gesprächspartnern z. B. von der Suchtberatungsstelle der Diakonie Pirna stattfinden.

„Das richtige Leben“, Sondervorführung Sonntag 17.30 Uhr, Filmpalast Pirna

Von Daniel Förster

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