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Das Stadtarchiv Meißen zieht bis Ende 2017 in die Rote Schule um

Ein Jahr lang Kistenschleppen Das Stadtarchiv Meißen zieht bis Ende 2017 in die Rote Schule um

„Mal hatten wir keinen Raum zur Verfügung, mal hat das Geld gefehlt“, fasst Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) die letzten 25 Jahre Archivgeschichte in Meißen zusammen. Jetzt gibt es doch noch ein glückliches Ende.

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Geradezu paradiesische Zustände findet Stadtarchivar Tom Lauerwald in den neuen Archivräumen vor. Bis sein Historisches Archiv umziehen kann, dauert es aber noch.

Quelle: Uwe Hofmann

Meissen. „Mal hatten wir keinen Raum zur Verfügung, mal hat das Geld gefehlt“, fasst Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) die letzten 25 Jahre Archivgeschichte in Meißen zusammen. Denn für das Stadtarchiv, neben dem Bau- und Verwaltungsarchiv, das derzeit an der Schlossstraße 9 und an der Leipziger Straße 10 untergebracht ist, gehört auch das Historische Archiv Am Kleinmarkt 5 dazu, wird schon seit den frühen 1990er Jahren ein neues Domizil gesucht. Gefunden hat man es inzwischen in der Roten Schule, einem städtischen Großinvestitionsprojekt an der Gerbergasse. In diesen Tagen läuft der Umzug des Verwaltungsarchivs in frisch sanierte Räume, das Historische Archiv soll ab dem Frühjahr folgen. „Wenn wir im nächsten Jahr um die gleiche Zeit mit allem fertig sind, dann sind wir gut“, sagt Stadtarchivar Tom Lauerwald.

Grund für den einjährigen Umzug: Die Archivare haben kein Logistikunternehmen mit dem Transport beauftragt sondern schleppen jede Akte selbst. Insgesamt werden es wohl 5500 Kartons sein. Das habe Vorteile, weil so alles auch gleich ins richtige Regal einsortiert werden kann, meint OB Raschke. „Wenn man das jemand anderen machen lässt, braucht das anschließend Monate, ehe die richtige Ordnung herrscht“, sagt er. Dass es sich finanziell ebenfalls lohnt, gehört freilich zur Wahrheit mit dazu. Möglich wird der gemächliche Fortschritt nur dadurch, dass sowohl bei den alten als auch am neue Standort keine Mietkosten anfallen.

Die Rote Schule mausert sich indes immer mehr zum kulturellen Zentrum in der Meißner Altstadt. Bereits seit zehn Jahren beherbergt sie das Depot des benachbarten Stadtmuseums in hochwassersicheren Räumen im zweiten Geschoss und unter dem Dach. Das Archiv nimmt „anderthalb“ Geschosse in Anspruch, wie Raschke sagt. Im ersten Stock bleibt etwa eine halbe Etage frei, in der Büroräume eingerichtet werden sollen. Wer genau sie mal nutzen soll, ist noch unklar. Vielleicht zieht ja das Stadtmarketing an diesen zentralen Punkt, nennt Raschke eine Idee.

Vielleicht werden sie aber auch früher als gedacht für ein sich ausbreitendes Archiv gebracht. Nach heutiger Planung sollen die derzeit vorgesehen Räume 30 bis 40 Jahre ausreichen, wie Stadtarchivar Lauerwald schätzt, aber genau wissen, könne man das nie. Um die etwa 3800 laufenden Archivmeter möglichst platzsparend unterzubringen hat man Rollregale angeschafft, die allerdings nicht in allen Archivräumen aufgestellt werden. Sie werden teils durch Bestandsmobiliar ergänzt, trotzdem wird allein für die neue Einrichtung rund 100 000 bezahlt. Was die neuen Räume den alten in jedem Fall voraus haben, ist ein Brandschutz auf aktuellem Stand und für das Historische Archiv ein Schutz vor Sonnenstrahlen und allzu hohen Temperaturen. Dort liegen auch die Preziosen der Sammlung, mittelalterliche Urkunden, kostbare Handschriften und auch ein paar Münzen.

Für die Archiveinrichtung waren tiefgreifende Umbauten nötig: So mussten alle Decken durch Spannbetondecken ersetzt werden. „Das hat mit der Durchbiegung der Decken unter großer Last zu tun“, begründet Hauptamtsleiter Markus Banowski. Es dürfe keine Neigung im Archivboden geben, weil sich sonst die Rollregale verselbstständigen könnten. Die aufwenigen Umbauten erklären auch, warum in einem Teil des künftigen Archivs schon eingezogen wird, während man im anderen noch werkelt.

Auch wenn alle Räume bereitet sind, werden die Bauleute an der Roten Schule weiter das Sagen haben. Als nächstes soll die in den 1970er Jahren angesetzte Treppe abgerissen und durch eine nach historischem Vorbild gestaltete ersetzt werden. Sie wird einen Glasgang erhalten, durch den Besucher zum Aufzugsschaft im Kellergeschoss gelangen. Denn auch das ist ein Vorteil des Umzugs: Die Archive werden benutzbarer. Für Besucher wird eigens ein Leseraum gebaut.

Von Uwe Hofmann

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