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Das Radebeuler Stadtarchiv arbeitet an einer Neuauflage des Stadtlexikons

Seit 2010 vergriffen Das Radebeuler Stadtarchiv arbeitet an einer Neuauflage des Stadtlexikons

Das Radebeuler Stadtlexikon wird neu herausgegeben. Das seit 2010 vergriffene Nachschlagewerk ist ein Erfolgsartikel, Einzelexemplare kosten im Antiquariat inzwischen bis zu 300 Euro. Bis eine neue Auflage die Nachfrage etwas entspannt, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen

Annette Karnatz hat die Arbeit am neuen Stadtlexikon begonnen.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Knapp 290 Euro. So viel darf bezahlen, wer heute ein Stadtlexikon Radebeul in einem Bad Segeberger Archiv erstehen möchte. Im Internet wird die Sache etwas billiger, werden bei Amazon etwa 115 Euro aufgerufen, trotzdem lässt die Wertsteigerung für ein Buch, dessen erste Auflage mit 1000 Stück 2005 gänzlich zum Subskriptionspreis von 20 Euro verkauft wurde, jeden Immobilienhai anerkennend nicken.

Nachdem auch die zweite Auflage des hoch gefragten Nachschlagewerks mit 2000 Stück seit 2010 vergriffen ist, dürfte eigentlich fast jeder zehnte Radebeuler ein Exemplar besitzen – was für ein historisches Nachschlagewerk eine ziemlich hohe Quote ist. Dennoch erreichten Stadtarchivarin Annette Karnatz in der Vergangenheit immer wieder Anrufe, wann denn das Stadtlexikon wieder zu kaufen sei. „Wenn alles gut geht im nächsten Jahr“, kann sie jetzt antworten.

Denn vergangene Woche hat eine Autorengruppe die Arbeit an einer Neuauflage aufgenommen. Ehrgeiziges Ziel: Zum Weihnachtsgeschäft 2017 soll das Buch fertig sein. Es geht dabei um mehr als nur die Bereinigung von Fehlern und eine Aktualisierung. Nach derzeitiger Planung soll das Stadtlexikon, das im Übrigen laut Karnatz gerade bei ehemaligen Radebeulern in Nah und Fern heiß begehrt ist, um ein Drittel auf etwa 400 Seiten wachsen. „Ich habe es sehr bedauert, dass wir die Vereinsgeschichte bisher nur als Stückwerk behandeln konnten“, sagt Karnatz. In die kommende Auflage solle ein für die Stadt bedeutender Verein auch dann Aufnahme finden, wenn es ihn erst zehn Jahre gebe. Ein weiterer Wachstumsbereich sind die Weinbergslagen. Den größten Ergänzungsteil werden aber die erwähnten Personen ausmachen. Eine Liste mit dutzenden Namen hat Karnatz erstellt, die sie gern ins neue Stadtlexikon aufgenommen hätte.

Das es so viele sind, hat mehrere Gründe. Lemmata werden nur für Personen geschrieben, die verstorben sind, und so ist es traurige Chronistenpflicht, zum Beispiel Autorin Tine Schulze-Gerlach oder Architekt und Stadtrat Tilo Kempe neu aufzunehmen. Andererseits haben sich die Bedingungen im Stadtarchiv seit dem Umzug in den Wasapark erheblich verbessert, so dass intensive Recherchen möglich werden. Großer Vorteil sei, dass das Personenstandsarchiv aus dem Standesamt ins Archiv gekommen sei, sagt Karnatz. Vieles könne man nun in den eigenen Räumen zusammentragen, was vorher nur schwer zugänglich war.

Der Umzug in neue Archivräume, der bis Februar 2014 abgeschlossen wurde, ist auch der wesentliche Grund dafür, warum man sich trotz aller Nachfragen bis heute für einen Neuanfang Zeit gelassen hat. Nachdem das Archivpersonal im vergangenen Jahr auf vier Mitarbeiter aufgestockt wurde, „habe ich mir gesagt: Jetzt müssen wir es angehen“, sagt Karnatz. Die Vier werden allesamt als Autoren wirken, die Hauptarbeit lastet aber auf acht Ehrenamtlichen, die Karnatz in den letzten Wochen aufgespürt hat. Es sind nur wenige „Altgediente“ wie der Historiker Frank Andert darunter, weil der Großteil der früheren Autoren aus Altersgründen ausgeschieden ist. Bei der Auswahl der Neuen spielten Fachwissen und vor allem Archiverfahrung eine Rolle.

Wenn alles gut geht, stehen in etwa einem Jahr Auflagenhöhe und Preis fest. „20 Euro werden es jedenfalls nicht sein“, sagt Karnatz. Man wolle schließlich kostendeckend arbeiten. Und vielleicht macht man auch ein kleines Plus wie beim letzten Mal. Davon konnte damals die Digitalisierung von Plänen bezahlt werden. Das Stadtlexikon ist lukrativ.

Von Uwe Hofmann

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