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Das Puppenspielhaus in Hohnstein feierte seinen 75. Geburtstag - und heißt nun Max-Jacob-Theater

Das Puppenspielhaus in Hohnstein feierte seinen 75. Geburtstag - und heißt nun Max-Jacob-Theater

Mai 1939 war das Hohnsteiner Puppentheater fertig erbaut worden, wobei der Hohnsteiner Kasper die Eröffnungsgäste wissen ließ (das ist überliefert): "Wenn einer nicht alles versteht, soll er trotzdem mitlachen und auch bei dem Beifall nicht sparen.

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Das Puppenspielhaus Hohnstein trägt jetzt den Namen Max-Jacob-Theater. Heike Krause, Vorsitzende des Hohnsteiner Kasper e.V., enthüllte den Schriftzug.

Quelle: Christian Ruf

Also lacht, lächelt oder schmunzelt, je nach eurer gesellschaftlichen Stellung." 75 Jahre später hat die Bühne nun den Namen Max-Jacob-Theater erhalten, ein entsprechender Schriftzug wurde von Heike Krause, der Vorsitzenden des Traditionsvereins Hohnsteiner Kasper e.V., an der Fassade des Hauses enthüllt. In ihrer kurzen Ansprache erklärte sie: "Wir sind überzeugt, dass dies dem Ansehen des Puppenspielers Max Jacob gerecht wird." Jacob, der 1928 nach Hohnstein übersiedelte, war Schöpfer der renommierten Hohnsteiner Handpuppenspiele, führte Die Hohnsteiner zu Weltruhm. Krause erinnerte auch daran, dass die "Leichtigkeit des Puppenspiels eine ernsthafte Sache" sei. Es gehe nicht zuletzt darum, künstlerisch anspruchsvolle Inszenierungen für ein breites Publikum nach Hohnstein zu bringen.

Der von ihr geführte Verein zählt derzeit 47 Mitglieder in seinen Reihen. Ein Drittel davon leben in Hohnstein. Es gibt auch ein Mitglied in Meersburg am Bodensee, der Partnerstadt Hohnsteins. Aus der Schar Dresdner Akteure der Puppenspielerzunft ist allerdings nur Detlef Heinichen dem Verein beigetreten, sagt Heike Krause. Heinichen war es auch, der zur Eröffnung eine Premiere stemmte: die Neubearbeitung der "Freischütz"-Fassung von Max Jacob, der (man hätte es sich denken können) in seiner Adaption dem Hohnsteiner Kasper eine entscheidende Rolle zuschanzte.

Nun heißt der Schurke, wie der eine oder andere vielleicht noch weiß, in der romantischen Oper Carl Maria von Webers Kaspar. Da zwei Kaspar (zumindest lautmalerisch) einer zu viel sind, dies zu Verwirrungen führen könnte, ist bei Max Jacob der böse Bube vom Dienst ein gewisser Graf Carl. Heinichen nun holt in seiner stimmigen und mit einigen witzigen Einfällen aufwartenden Neufassung den Stoff immer wieder ins Heute, etwa mit einer Spitze gegen die Vergnügungsgesellschaft. Auch lässt er Kaspar bei Kasperlando bestellte Schuhe tragen. Zudem wird Hohnstein als "Bayreuth des Puppenspiels" bezeichnet und am Ende, als der Oberförster eine weitreichende Reform in punkto Brauchtum verkündet, antwortet er unter dem Gelächter des Publikums auf die Frage, wann das in Kraft tritt, in Günter-Schabowski-Manier: "So weit ich weiß, nach meinen Kenntnissen, ist das sofort..." Die Zuschauer werden übrigens ermuntert, explizit mitzumachen, denn "Kasperltheater ist gelebte Demokratie", jeder darf mitreden.

Um auf die Spielstätte zurückzukommen: Die war 1938 als Veranstaltungsstätte für die Ausstellung "Sachsen am Werk" im Großen Garten in Dresden errichtet worden. Im Jahr darauf hatte Max Jacob das Gebäude von der Elbe in die Burgstadt oberhalb des Polenztales versetzen lassen. Bereits während Krieges, aber auch lange danach diente es als Lichtspielhaus.

Aber Ende 1989 war das Haus wie so vieles im Land nur noch marode, diente lediglich sporadisch als Spielstätte für das Puppenspielfest. Im Rahmen des "Ziel 3"-Projekts, eines EU-Förderprogramm für regionale Entwicklung, erhielt man eine Summe von 200 000 Euro. Insgesamt kostete die Sanierung 256 000 Euro, wie Chester Mueller, Kulturmanager der Stadt Hohnstein, den DNN mitteilte. Die Restsumme wurde durch Spenden aufgebracht, wobei insbesondere die Ostsächsische Sparkassenstiftung eine hohe Summe beisteuerte.

Außen ist durchaus noch einiges zu tun, aber die Innenräume erstrahlen nach getaner Arbeit (beteiligt waren ausschließlich Firmen aus der Region) in einladendem neuem Ambiente. Die alte Wandverkleidung wurde laut Mueller komplett herausgerissen, ebenso der verschlissene Fußboden. Heizung, Lüftung, Leitungstechnik - alles nun auf dem neuesten Stand. Rund 500 Arbeitsstunden wurden allein von den Vereinsmitgliedern geleistet, keiner dürfte seine Teilnahme an dieser Fortführung eines Subbotniks bereut haben. Platz für 120 Besucher hat das Haus nun, 84 der Sitze sind fest (nämlich das Gestühl aus den 1980er-Jahren), der Rest der Stühle kann je nach Bedarf hinzugestellt werden. Der Bereich vor der Bühne wurde abgeflacht, damit lassen sich nun Tische und Stühle aufstellen, können Seminare stattfinden, wie Chester Mueller wissen lässt.

Das Gesamtvolumen, mit dem die EU das Vorhaben mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt, liegt bei über 800 000 Euro. Damit konnten auch zwei Stellen in der Stadt Hohnstein eingerichtet werden. Und auch das Puppentheater in Niedereinsiedel (Dolní Poustevna), mit dem man eng kooperiert, wurde laut Mueller grundlegend saniert und dient nun als Kinder- und Jugendclub.

Dann gibt es da das Projekt "Kasparek", das auf deutsch-tschechische Aktivitäten in der Kultur und Jugendarbeit abzielt. Der deutsche Kasper (nicht zu verwechseln mit dem Suppenkasper) spielt dabei zusammen mit seinem tschechischen Freund Kasparek eine entscheidende Rolle. Gefördert wird das Max-Jacob-Theater auch vom Kulturraum Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, es gibt, so Chester Mueller, "einen Beschluss, ab 2014 das Haus institutionell zu fördern".

Seit der Eröffnung am 1. März 2013 nach sieben Monaten Planungs- und sechs Monaten Bauzeit wurden im Puppenspielhaus Hohnstein 95 Veranstaltungen durchgeführt, wie Heike Krause wissen ließ. Besonders gut läuft, laut Mueller, der einmal im Monat stattfindende Kaspertag. Der beginnt immer um 16 Uhr mit einem Spaziergang durch Hohnstein, danach wird um 17.15 Uhr im Max-Jacob-Theater ein Stück gespielt, in der Regel von Heinichen.

Der nächste Kaspertag ist übrigens morgen. Gut angenommen wurde auch das 1. Internationale Kasperfestival, das zweite ermöglicht vom 8. bis 10. August eine Begegnung mit Kasperbühnen aus aller Welt. In diesem Jahr geben sich Kasper aus Ungarn, Tschechien und Südtirol ein Stelldichein.

Auch Touristen "verirren" sich zunehmend ins Hohnsteiner Max-Jacob-Theater. Man strebt eine Ausstrahlungskraft im gesamten Kulturraum an, überall wurden, so Mueller, Programm-Flyer verteilt. In Hotels und Pensionen, in Tourist-Informationen und Museen in der Region.

www.verein-hohnsteiner-kasper.de

neues Kartentelefon: 035975/842243

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.05.2014

Christian Ruf

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