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Das Malzbier aus der DDR: Radebeuler erobert mit Doppel-Caramel den Westen

Das Malzbier aus der DDR: Radebeuler erobert mit Doppel-Caramel den Westen

Der Radebeuler Getränkegroßhändler Flack & Schwier erobert mit einem klassischen Produkt aus der DDR-Zeit derzeit den Westen. Das Ende vergangenen Jahres neu aufgelegte Doppel-Caramel hat erste Liebhaber in der Hansestadt Bremen gefunden.

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Auch in großen Flaschen: Außendienstlerin Irene Grusla und Geschäftsführer Uwe Zach mit Vollbier und Doppel-Caramel.

Quelle: Lars Müller

Von dem Erfolg des Malzbiers ist Geschäftsführer Uwe Zach selbst ziemlich überrascht. Üblicherweise beliefert der Familienbetrieb die Gastronomie und den Handel in einem Umkreis von rund 50 Kilometern mit Wasser, Limo, Bier und Weinen aller Art.

Vor rund zwei Jahren allerdings sorgte das Unternehmen erstmals mit seinem Vollbier für Aufsehen. Hierbei handelt es sich um ein klassisches Pilsner, das vor der Wende vor allem vom Dresdner Getränkekombinat angeboten wurde. Gebraut werde das Bier jetzt in Hartmannsdorf bei Chemnitz, ausschließlich für Flack & Schwier, sagt der Firmenchef. Das Pilsner im Retro-Look genieße inzwischen eine Art Kult-Status bei jungen und alten Bierfreunden. Vergangenes Jahr wurden immerhin etwa 500 000 kleine 0,33-Liter-Flaschen abgefüllt. Für Partys gibt es das Vollbier auch in Zwei-Liter-Flaschen.

Malzbier an den Karpfen

Beim Abschied vom alten Firmengelände in der Roßthaler Straße in Dresden hatten die beiden Brüder Olaf und Uwe Zach, die Enkel des Unternehmensgründers Hermann Schwier, vor einigen Jahren Leergut mit verschlissenen Etiketten des Vollbiers aus DDR-Zeiten entdeckt. Aus Kindheitserinnerungen gepaart mit etwas Wehmut entstand schließlich die Idee für die Neuauflage des Klassikers, so Zach. Vertriebsmitarbeiterin Irene Grusla erinnert sich noch genau, wie die Belegschaft in Handarbeit neue Etiketten nach altem Vorbild entwarf.

An Doppel-Caramel war seinerzeit aber noch nicht zu denken. Nachdem das Vollbier seine Liebhaber gefunden hatte, hätten die Bierfreunde jedoch immer wieder nachgefragt, ob nicht noch mehr Sorten im Retro-Design geplant seien. Eigentlich agiert der Radebeuler Getränkegroßhändler eher bodenständig und neigt nicht zu spontanen Experimenten. Zach sagt jedoch, die Erfahrungen mit dem Vollbier hätten schließlich Mut gemacht, auch noch das Doppel-Caramel wiederzubeleben. Partner ist wiederum die Hartmannsdorfer Brauerei, die fachkundig ein Rezept für den altbekannten Geschmack suchte. Das dunkle Malzbier hat nur 0,8 Prozent Alkoholgehalt und liegt nach Firmenangaben damit im Trend zu alkoholarmen Erfrischungsgetränken. Früher galt Doppel-Caramel scherzhaft auch als "Frauenbier" und war in einigen sächsischen Gegenden für die Zubereitung von Karpfen nach polnischer Art unverzichtbar. Zeitweise gab es das Malzbier jedoch nur als Bückware unter dem Ladentisch.

Voll im Retro-Trend

Daran hat Flack & Schwier bei der Neuauflage eher unfreiwillig wieder angeknüpft: "Die ersten Paletten des 'neuen' Doppel-Caramel waren im Weihnachtsgeschäft 2012 in kurzer Zeit ausverkauft", betont Außendienstlerin Irene Grusla. Zuvor habe die Geschäftsführung heftig diskutiert, mit welcher Menge man den Start wage, um am Ende nichts wegkippen zu müssen. Uwe Zach war schließlich schnell klar, dass die Dresdner und die Elbländer offenbar aufs Doppel-Caramel gewartet haben. Mit Hilfe einer Agentur soll das malzige Biergetränk nun noch bekannter gemacht werden. Neben Bremen habe es auch schon die Ostsee-Küste erreicht. Es gebe nur zwei überregionale Konkurrenten, die vergleichbare Malzbiere anböten, sagt Zach. Über angesagte Szene-Klubs sollen sowohl das Vollbier als auch das Doppel-Caramel noch mehr jüngere Kundschaft erreichen, die sich unter der DDR zwar nicht mehr allzu viel vorstellen kann, aber trotzdem auf Retro abfährt. Vollbier soll dabei jedoch auf den Großraum Dresden beschränkt bleiben. Wer allerdings im fernen Westen, Süden oder Norden lebt, kann die beiden Ostspezialitäten übers Internet ordern, betont Irene Grusla. Weitere Retro-Biere schließt die Geschäftsleitung allerdings derzeit aus. Man wolle schließlich dem Kerngeschäft als Großhandel und Gastrolieferant treu bleiben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2013

Lars Müller

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