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Das Kleinod an der Wand - Sanierung des Moritzburger Marcolinihauses schreitet voran

Das Kleinod an der Wand - Sanierung des Moritzburger Marcolinihauses schreitet voran

Behutsam hebt Silvio Stelzer das Tuch an. "Das ist ein Schatz", sagt er, als das hinter dem Tuch liegende Wandgemälde sichtbar wird. Und tatsächlich handelt es sich bei der im 18. Jahrhundert gemalten Jagdszene um eine besondere Preziose.

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Silvio Stelzer gestattet einen Blick auf die kostbaren Wandgemälde im Festzimmer des Marcolinihauses. Wegen laufender Sanierungsarbeiten sind sie derzeit verhängt.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Moritzburg. Sie gehört zum "sagenumwobenen" Tafelzimmer des Marcolinihauses, das Stelzer 2007 gekauft hat und seither aufwendig restaurieren und sanieren lässt. Die Wandgemälde im Obergeschoss des Haupthauses waren dabei bisher die größte Entdeckung. Stelzer hat sich ihre Echtheit extra von Experten der Denkmalpflege und der Hochschule für Bildende Künste bestätigen lassen. Bisher rund 166 000 Euro Fördermittel von Bund und Land hat er für ihre Restaurierung bekommen. "Das hört sich immer so viel an, aber bei diesem Haus bedeutet es nichts", sagt Stelzer, der nicht verraten will, wie viel eigenes Geld er schon in das historische Gemäuer gesteckt hat.

Jetzt muss sich der Gastronom Stelzer, dem das Moritzburger Restaurant "Zum Dreispitz" gehört, für eine Weile von seinen Schätzen verabschieden. Der Fußboden des Tafelzimmers wird erneuert, deswegen werden die mühsam von Putz- und Farbschichten befreiten Wand- und Deckengemälde durch die dicken Tücher verhüllt. Im Dezember sollen diese Arbeiten fertig sein, dann können Besucher erstmals auch das Tafelzimmer besichtigen, wie Stelzer verspricht. Neben Führungen plant er, den herrschaftlichen Raum für Kammermusik und Trauungen zu nutzen.

Es wäre die nächste Etappe eines großangelegten Projekts. Als Stelzer das völlig marode Gebäude in der idyllischen Lage gleich neben Fasanenschlösschen und Leuchtturm kaufte, wohnte dort noch eine Familie, der Rest war sich selbst überlassen. Allein 60 000 Euro habe er für die Entrümpelung bezahlt, dann die umliegenden Wiesen und den Garten hergerichtet, um sie mit einer Gastronomie zu bewirtschaften. Seither können seine Gäste mitverfolgen, wie die Sanierung voranschreitet. "Wir haben wegen der Arbeiten nie geschlossen", sagt der 49-Jährige. Egal, ob die Sanierung der Dächer oder das Aufsetzen der Schornsteine, "unsere Gäste honorieren jeden Fortschritt", ist der Moritzburger überzeugt. Derzeit wird das Anwesen vor allem für Hochzeits- und Firmenfeiern gebucht, täglich öffnet aber auch ein kleines Café, das Ausflügler mit Kaffee oder Suppen versorgt.

"Das Marcolinihaus ist ein kleiner Teil dieser riesigen maritimen Anlage. Ich bin nur bemüht, meinen Teil dazu beizutragen, diese Rokoko-Anlage wieder so sichtbar zu machen, wie sie einmal war", antwortet Stelzer auf die Frage, warum er das Vorhaben überhaupt auf sich genommen hat. Fasanangarten, Leuchtturm, Schlösschen - all das hat Camillo Marcolini, eine der schillerndsten Figuren der sächsischen Geschichte, als Einheit gestaltet. Stelzer will vor allem den landwirtschaftlichen Charakter des Ensembles betonen, "schließlich spielt das Ökologische wieder eine große Rolle", wie er sagt. Im Rokoko habe man eben gewusst, wie das schöne Leben auf dem Lande funktionieren kann, sagt er mit Blick auf die Fasanen- oder die nahe Fischzucht. "Und Marcolini hat mit der Hengstzucht in Moritzburg begonnen", betont er und deutet auf die verfallenen Gebäude hinter dem Marcolinihaus. Dort liege der Ursprung des heutigen Landesgestüts. Und die nächste Aufgabe für Stelzer.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.08.2013

Uwe Hofmann

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