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Daniel von Sachsen will Bestattungswald in Coswig im Herbst eröffnen

Waldbestattungen im Friedewald Daniel von Sachsen will Bestattungswald in Coswig im Herbst eröffnen

Im Herbst soll er öffnen, der Bestattungswald im Friedewald. „Wir denken, dass es im September oder Oktober so weit ist“, sagt Coswigs Stadtjustiziar Thoralf Lasch. Alle größeren Hindernisse sind inzwischen aus dem Weg geräumt.

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Wie hier im nordhessischen Reinhardswald wird auch in Coswig ein Bestattungswald eingerichtet.

Quelle: dpa

Coswig. Im Herbst soll er öffnen, der Bestattungswald im Friedewald. „Wir denken, dass es im September oder Oktober so weit ist“, sagt Coswigs Stadtjustiziar Thoralf Lasch. Alle größeren Hindernisse sind inzwischen aus dem Weg geräumt. So hat die Stadt seit Ende Mai die Genehmigung aus dem Landratsamt, Urnenbegräbnisse auf einem etwa 40 Hektar großen Waldstück zu gestatten, das an der Grenze zu Radebeul liegt und sie rings um die Kreuzung von Kreyernweg und Gabelweg ausbreitet. Außerdem haben die Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung ihre Zustimmung zu einer Satzung für den Bestattungswald und zwei Verträgen gegeben, die Coswig in den kommenden Tagen einmal mit dem Wettinerprinzen Daniel von Sachsen als Waldeigentümer und einmal mit der von ihm gegründeten Naturruhe Friedewald GmbH als Betreiber der Begräbnisstätte schließen wird. Für Daniel von Sachsen endet damit ein weiter Weg.

Bereits vor sechs Jahren sorgte er mit Plänen für einen Bestattungswald für Aufsehen, den er damals noch mit der westdeutschen Friedwald GmbH betreiben wollte. Damals biss er bei den Stadträten auf Granit. Sie nahmen Rücksicht auf die Kirche, die die Friedhöfe in der Stadt betreibt und Waldbegräbnisse, bei denen auf jegliche Kennzeichnung des Grabes durch einen Stein oder eine Inschrift verzichtet wird, als Abkehr von mitteleuropäischer Bestattungskultur geißelt. Andererseits sprechen auch harte Zahlen gegen einen Bestattungswald, sind doch auf städtischen Friedhöfen von etwa 7000 Grabstätten rund 3000 nicht belegt, wie die Stadt 2010 vorrechnete. Daran hat sich seitdem nichts geändert, weshalb man in Coswig inzwischen davon ausgeht, dass sich an der Friedhofstruktur etwas ändern muss – ob mit Bestattungswald oder ohne.

Einer Änderung des Bestattungsgesetzes hat es der Wettinerprinz nun zu verdanken, dass er nun grünes Licht für seine letzte Ruhestätte im Waldboden bekommen hat. Demnach muss in Sachsen erlaubt sein, wofür es einen Bedarf gibt, wie Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) sagt. „Und wenn sich nur zwei melden, dann ist das ein Bedarf“, sagt er. In aller Regel wird jedoch davon ausgegangen, dass etwa 2,5 Prozent, die sonst auf einem Friedhof gelandet wären, sich für einen Bestattungswald entscheiden, wenn es denn einen in der Nähe gibt. Weil sie es nicht verhindern konnten, haben sich die Stadträte zur Mitwirkung entschieden, auch wenn nicht alle das mittragen. „Das ist ein völlig unverhältnismäßiger Eingriff in die Natur“, wettert etwa Stadtrat Frank Ulbricht (Linke/SPD/Grüne).

Das sieht man im Landratsamt anders, wo man lediglich eine Einschränkung verfügt hat: Vorerst dürfen die Teile des Waldes, die zum Flora-Fauna-Habitat (FFH) zählen, nicht für Bestattungen genutzt werden. Die Erschließung gehe ohnehin quartiersweise, so dass man allmählich Erfahrungen gewinnen könne, sagt Justiziar Lasch dazu. Begräbnisbäume werden also zunächst ein einem kleinen Teilstück ausgewiesen, wenn ein Areal voll belegt ist, wird das nächste erschlossen. Auf diese Weise kann es Jahrzehnte dauern, ehe überhaupt über das FFH-Gebiet nachgedacht werden muss.

Waldbaulich arbeiten die Wettinischen Forstwirte schon seit längerem an der Erschließung, was vor allem heißt, dass kräftige und junge Bäume ausgewählt und freigelegt werden müssen. Von Sachsen verspricht, dass Urnen an ihren Wurzeln 99 ungestört ruhen können. Darüber hinaus will er noch einen kleinen Parkplatz am Kreyernweg einrichten und einen Andachtsplatz, was bis Herbst erledigt sein dürfte.

Dann sind die ersten Bestattungen möglich. Ein Platz an einem Gemeinschaftsbaum, an dem zwölf Urnen Platz haben, soll 350 Euro kosten, ein ganzer Baum 4500 Euro. Eine Internetseite, die über die Modalitäten informiert, soll unter www.bestattungswald-coswig.de in den nächsten Tagen freigeschalten werden.

Von Uwe Hofmann

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