Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+
DNN-Interview am Donnerstag: Ulrike Kranz vom Deutschen Uhrenmuseum Glashütte

DNN-Interview am Donnerstag: Ulrike Kranz vom Deutschen Uhrenmuseum Glashütte

Seit fünf Jahren beleuchtet ein Museum die Geschichte der Zeitmesser und der Uhrmachertradition in Glashütte. Über 185000 Besucher hat das Deutsche Uhrenmuseum an der Schillerstraße bislang empfangen, berichtet Museumssprecherin Ulrike Kranz.

Glashütte.

Im Interview mit DNN-Mitarbeiter Silvio Kuhnert berichtet sie, woher die Gäste kommen, was man im Museum erleben kann und welche Neuerungen es gibt.

Ein Museum voller Uhren - was macht die Faszination von Zeitmessern aus?

Ulrike Kranz: Die Faszination an Uhren im Allgemeinen ist, dass sie uns einen Takt vorgeben und uns regelmäßig erinnern, dass die Zeit unaufhaltsam vergeht. Der Blick auf eine Uhr ist immer auch eine Erinnerung daran, den Tag, die Stunde zu nutzen.

Und wie kann man die Zeit im Uhrenmuseum Glashütte nutzen?

Sich Zeit für unser Museum zu nehmen, ist eine schöne und sinnvolle Idee, die ich nur empfehlen kann. Zum einen lernen die Besucher etwas über die sächsische Uhrenindustrie und das Uhrmacherhandwerk, für das gerade Glashütte weltberühmt ist. Anderseits können die Gäste die Zeit für sich und ihre Familie nutzen, indem sie zum Beispiel mit ihren Kindern entdecken, wie ein Uhrwerk funktioniert. Sie lernen, wie die Zeit früher mit Hilfe von Sternen und Himmelsbeobachtungen gemessen wurde. Und, weil wir als Museum auch auf die Landesgeschichte eingehen, können die Museumsbesucher viel Wissenswertes über die Wirtschaftsgeschichte der Region erfahren.

Im Museum kann man sich also auf eine Zeitreise begeben?

Die gesamte Ausstellung ist als ein Parcours gestaltet. Im Jahre 1506 beginnen die Besucher mit ihrer Zeitreise. Das ist das Jahr, als Glashütte das Stadtrecht verliehen bekam. Der Zeitstrahl führt bis zum heutigen Tag, an dem die Kommune an der Müglitz wieder eine blühende Uhrmacherstadt mit elf verschiedenen Manufakturen ist. Für die Zeitreise sollten die Besucher zwei bis drei Stunden einplanen, um alle Facetten der Zeit und alle Facetten der Glashütter Geschichte mitzunehmen.

Sie zeigen also nicht nur Uhren?

Wie man es von einem Uhrenmuseum erwartet, nehmen natürlich Uhren einen großen Teil der Ausstellung ein. Die Palette reicht von schönen und gewaltigen Pendeluhren, edlen Taschenuhren über astronomische Kunstuhren bis hin zu Armbanduhren aus Glashütter Produktion von früher bis heute. Um das Ganze aufzulockern, illustrieren immer wieder Exponate, wie früher die Zeit gemessen wurde, etwa mit sogenannten Passageninstrumenten. Dokumente belegen, wie die Uhrenindustrie hier gegründet wurde. Es geht um Zeitmessung und Zeitgeschichte im weitesten Sinne. Dann gibt es noch Exponate, die nichts mit der Zeitmessung zu tun haben, die aber die Vergänglichkeit von Zeit und Wert belegen, wie zum Beispiel Inflationsgeld.

Wie war die Resonanz beim Publikum bislang?

Gestern auf den Tag genau vor fünf Jahren haben sich die Tore zum Museum das erste Mal geöffnet. Wir wollten von Anfang an nicht nur regionale Besucher anlocken, sondern auch welche aus ferneren Ländern, da auch die Glashütter Uhren in die ganze Welt exportiert werden.

Nach fünf Jahren können wir mit Stolz sagen, dass wir bis heute über 185000 Gäste empfangen haben. Für ein kleines Museum am Rande des Osterzgebirges ist das ein sehr gutes Ergebnis. Wir haben Museumsbesucher aus über 80 Ländern bis jetzt begrüßt. Sie kamen nicht nur aus Europa, sondern auch von den anderen vier Kontinenten und auch aus exotischen Ländern wie den Fidschiinseln, den Cookinseln, der Zentralafrikanischen Republik, aus Grönland, Neuseeland oder Venezuela.

Sind nach fünf Jahren auch Neuerungen geplant?

Selbstverständlich! Das Museum befindet sich in einer permanenten Weiterentwicklung und Aktualisierung. So soll beispielsweise ein Quiz den Kindern den Rundgang noch spannen-der machen, als er ohnehin schon ist. Zum Jubiläumsfestakt präsentierten wir drei neue Projekte. Zum einen haben wir unseren Auftritt im weltwei-ten Netz neu gestaltet. Die Webseite ist moderner, interaktiver und liefert reichhaltigere Informationen zur Geschichte und Mythos von Glashütte. Auch gibt es jetzt einen Film, der das Museum und die Uhrmacherstadt vorstellt. Und als drittes haben wir einen Audioguide in verschiedenen Sprachen eingeführt, der die wichtigsten Exponate näher erläutert, so dass die Besucher neben den Führungen von geschultem Fachpersonal auch individuell in ihrem eigenen Tempo auf die Entdeckung der Zeit gehen können.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.05.2013

Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr