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DDR-Museums-Chef greift Peter Simmel an

„DDR-Show“ DDR-Museums-Chef greift Peter Simmel an

Geräuschlos hat der Edeka-Unternehmer Peter Simmel die Bestände des Radebeuler DDR-Museums gekauft. Ohne größere Debatte wurde kurz darauf sein Plan vorgestellt, die nach eigener Auskunft größte DDR-Sammlung in Dresden unterzubringen. Gründer Hans-Joachim Stephan beschwert sich jetzt bitterlich über Simmel.

Das DDR-Museum zieht nach Dresden

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul/Dresden. Geräuschlos hat der Edeka-Unternehmer Peter Simmel die Bestände des Radebeuler DDR-Museums im September gekauft. Ohne größere Debatte wurde kurz darauf sein Plan vorgestellt, die mit 60 000 Exponaten nach eigener Auskunft größte DDR-Sammlung im früheren DVB-Hochhaus am Albertplatz in Dresden unterzubringen. Schon damals auffällig: Hans-Joachim Stephan, der das DDR-Museum im Radebeuler Wasapark 2005 aufgebaut hat und im Frühjahr Insolvenz anmelden musste, fehlte bei dem Vororttermin. Dennoch begrüßte er damals auf Nachfrage die Übernahme für 50 000 Euro.

Das hat sich nun geändert. In einem auf Sonntag datierten Brief an die Leihgeber des Museums beschwert sich Stephan bitterlich über Simmel. Diesem sei gar nicht daran gelegen „das Haus in vollem Umfange zu erhalten“, vielmehr schwebe ihm eine Reduktion der Ausstellungsfläche auf 950 Quadratmeter und damit nur ein Viertel der jetzigen Fläche vor. Geplant sei „eine Art DDR-Show unter günstigsten Rahmenbedingungen“, warnt er die Leihgeber, von denen ihm gegenüber schon viele ihre Verunsicherung ausgedrückt hätten.

Tatsächlich war von einer Reduzierung des Ausstellungsumfangs, wenn auch einem derart drastischen, von Anfang an die Rede. 1000 Quadratmeter im Erdgeschoss des Hochhauses und dem benachbarten Anbau werden derzeit für das DDR-Museum umgebaut, sagt Peter Simmel auf Anfrage. 600 weitere Quadratmeter im Hochhaus seien reserviert, werden aber nur hinzugezogen, wenn der beauftrage Museologe das für nötig erachte, sagt Simmel. „Herr Stephan hat zum Beispiel den selben Fön in fünf verschiedenen Farbfassungen ausgestellt, unser Museologe meint, das ein Exemplar genügt“, erläutert Simmel das Prinzip. Er bestätigt allerdings, dann er sich mit Stephan, der die Sammlung in Radebeul nominell bis Ende des Monats weiterführt, unüberbrückbar entzweit hat.

Ein Fön allein wird dabei nicht allein die Ursache sein. Eher schon ein Treffen in der vergangenen Woche, das für beide Seiten unerfreulich lief. Stephan sollte dabei ein Museumskonzept präsentieren, was er nicht tat, sagt Simmel. Er habe dabei das erste Mal von dem von Simmel beabsichtigten Museumskahlschlag erfahren, sagt Stephan. Auch über einen weiteren Punkt gibt es sehr widersprüchliche Aussagen: Stephan sagt, dass ihm der Edeka-Unternehmer ein geringeres Gehalt als bisher angeboten habe, Simmel dagegen, das Stephan deutlich mehr gefordert habe, als er sich bisher selbst ausgezahlt habe. Nur in einem sind sich beide einig: Eine Zusammenarbeit wird es nicht geben. Neben Stephan verlässt eine weitere Mitarbeiterin das Museum, die übrigen drei wechseln an den Albertplatz.

Dort gibt es vielleicht auch ein Wiedersehen mit „Seventies“-Wirt Roland Hess, der sich nach den Möglichkeiten eines Umzugs erkundigt habe, wie Simmel sagt. Eine Lösung habe man allerdings noch nicht gefunden. Immerhin solle die Sammlung in Radebeul im November und Dezember bis kurz vor Weihnachten geöffnet bleiben, um das Geschäft im „Seventies“ nicht zu stören, habe Simmel Hess zugesagt.

Der Unternehmer ist zudem mit einer Familie im Gespräch, die großer Leihgeber des Museums im Fahrzeugbereich ist. Geplant sei die Übernahme der Exponate, sagt Simmel. Die Fahrzeugabteilung soll auch am neuen Ort der größte Ausstellungsbereich des Museums sein.

Von Uwe Hofmann

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