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DDR-Museum „Zeitreise“ zieht von Radebeul nach Dresden

Peter Simmel kauft Sammlung für DVB-Hochhaus DDR-Museum „Zeitreise“ zieht von Radebeul nach Dresden

Das insolvente Radebeuler DDR-Museum „Zeitreise“ ist verkauft und zieht nach Dresden. Der Käufer ist der Unternehmer Peter Simmel, der die Sammlung mit etwa 60 000 Exponaten im DVB-Hochhaus unterbringen will. Radebeul verliert damit ein profiliertes Museum. Zu den genauen Plänen, lassen sich die Beteiligten vorerst nicht in die Karten blicken.

...und zwar ins DVB-Hochhaus, das Peter Simmel saniert hat. Der Unternehmer hat das insolvente DDR-Museum gekauft.

Quelle: Anja Schneider/Archiv

Radebeul.  Das insolvente DDR-Museum „Zeitreise“ ist verkauft. Der Käufer ist Peter Simmel, der in Dresden kein Unbekannter ist. Derzeit wird über seine Pläne, am Hauptbahnhof ein Einkaufszentrum zu errichten, diskutiert, am Albertplatz hat er in den Umbau des früheren DVB-Hochhauses in einen Edeka-Markt sieben Millionen Euro investiert. Genau dorthin soll das DDR-Museum ziehen, wie Alexander Krusch, Verhandlungsführer im Insolvenzverfahren, bestätigt. „Für uns ist das toll“, sagt Museums-Chef Hans Joachim Stephan, der in die Verhandlungen mit Interessenten involviert war. Er betont vor allem eines: Das Museum könne nach dem Verkauf „eins zu eins“ umziehen, müsse sich also nicht verkleinern. Laut Krusch ist eine Unterbringung sowohl im Hochhaus, als auch im Neubau angedacht.

Viel Geld ist für den Verkauf nicht geflossen, 50 000 Euro hat Simmel gezahlt, jeweils 25 000 Euro für die Exponate und den immateriellen Wert des Museums, wenn man so will, seine Marke. Ungleich mehr wird der Umzug kosten. Im August sprach Stephan von geschätzten 400 000 Euro Umzugskosten, Krusch meint, dass für den Transport und die Aufstellung der rund 60 000 Exponate etwa 150 000 bis 200 000 Euro fällig seien. Hinzu kommt eine sicher hohe Summe, die für die Modernisierung der Ausstellung ausgegeben werden sollen, die „auf jeden Fall“ Bestandteil des Konzepts ist, wie Frank Stritzke sagt. Der Geschäftsführer der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen hat sich seit Bekanntwerden der Insolvenz für das Museum stark gemacht, gemeinsam mit Stephan und anderen Mitstreitern im August einen Förderverein gegründet. „DDR-Zeitreise Radebeul e.V.“ heißt der, was aus ihm nach dem Umzug wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Das hänge davon ab, welche Pläne Investor Simmel habe, meint Stritzke. „Das wichtigste ist doch, dass das Personal übernommen wird und das Museum erhalten bleibt“, sagt er.

Dabei ist der Personalübergang kein Automatismus, wie Krusch betont. „Herr Simmel verhandelt dazu mit den Mitarbeitern“, sagt er. Ebenfalls noch nicht entschieden: der Umzugstermin. Die Räume im Wasapark sind zu Ende Oktober gekündigt, weshalb nach dem Verkauf der wesentlichen Insolvenzmasse, also den Exponaten, für Krusch am 1. November das Insolvenzverfahren endet. Simmel verhandele derzeit mit den Vermietern, einer spanischen Gesellschaft, darüber, ob das Museum länger in Radebeul verbleiben kann, um einen geordneten Umzug in vorbereitete Räume organisieren zu können. Zu den genauen Plänen lassen sich die Beteiligten nicht in die Karten blicken. In der nächsten Woche wolle man mehr verraten, heißt es.

Radebeul verliert in jedem Fall eine profilierte Sammlung, die zwar wegen eines Besuchereinbruchs um 14 000 Gäste m vergangenen Jahr ins Schlingern geraten war, mit in den Vorjahren stabilen Besuchswerten zwischen 50 000 und 60 000 Gästen jedoch lange Jahre das besucherstärkste Museum der Lößnitz war. Damit ist auch die Idee geplatzt, das DDR-Museum mit dem nahen Nachbarn Karl-May-Museum zum Wohle beider Einrichtungen zu vernetzen.

Für Stephan bedeutet der Umzug an den Dresdner Albertplatz so etwas wie den Rückkehr zu seinen Wurzeln. Begonnen hatte er einst mit einer Sammlung von DDR-Fahrzeugen in der Neustädter Markthalle, die er nach dem Umzug nach Radebeul zum DDR-Museum ausbaute. Welche Rolle er künftig dort spielen wird, ist ebenfalls offen.

Von Uwe Hofmann

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