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Coswigerin Jana Lehmann tritt bei den Deutschen Floristen-Meisterschaften in Berlin an

Coswigerin Jana Lehmann tritt bei den Deutschen Floristen-Meisterschaften in Berlin an

Die Revolution bereitet Jana Lehmann Kopfzerbrechen. Dabei geht die Coswiger Floristin, die seit 18 Jahren bei Blumen-Knibbe an der Grenzstraße arbeitet, in ihrem Alltag alles andere als umstürzlerisch zu Werke.

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Die Floristin Jana Lehmann hat den Wanderpokal des Sachsenmeisters der Floristen nach Coswig geholt. Im August tritt sie in Berlin um die Deutsche Meisterschaft an.

Quelle: Martin Förster

Fragen wie "Wie könnte eine florale Hommage an einen Revolutionär aussehen?" oder "Wie lässt sich die industrielle Revolution durch eine Pflanzung versinnbildlichen?" sind der 35-Jährigen eigentlich fremd. Aber genau mit diesen Themen muss sie sich auseinandersetzen, wenn sie in zwei Monaten bei den Deutschen Meisterschaften der Floristen in Berlin antritt.

Für den Wettbewerb, mit dem die Branche auch ein bisschen Eigenwerbung betreiben will, hat sich Lehmann auf der Ostermesse in Dresden qualifiziert. Mehr oder weniger zufällig ist sie dort bei den Sachsenmeisterschaften angetreten und hat die Fachjury mit durchgehend guten Leistungen überzeugt. "Als das Ergebnis verkündet wurde, wurde ich nach vorn geschubst, weil ich keine Reaktion zeigte", erinnert sie sich. Das Siegerfoto zeigt die 35-Jährige mit dem Pokal und einer Mischung aus Entsetzen und Unglauben im Gesicht. "Ich war natürlich baff, aber auch stolz über die Anerkennung", sagt sie.

Jetzt steht der Wanderpokal des Sachsenmeisters bei Blumen-Knibbe im Laden und Lehmann grübelt über die Umsetzung des Revolutions-Themas zu den deutschen Meisterschaften. Und mit ihr die halbe Stadt, wie die Coswigerin halb im Scherz sagt. So beschäftigt man sich in der Buchhandlung Tharandt intensiv mit der Französischen Revolution, um auf diese Weise an zündende Ideen zu gelangen. Außerdem komme schon der ein oder andere Kunde mit einem Vorschlag vorbei. "Ich kann gut delegieren, deswegen wäre ich so eine gute Chefin", sagt Lehmann einen dieser selbstironischen Sätze, in dem aber auch eine Menge Wahrheit steckt.

Denn tatsächlich wird sie das Traditionsgeschäft Blumen-Knibbe mit seinen drei Angestellten wohl im nächsten Jahr übernehmen. Sie sei ohnehin schon mit dem Einkauf betraut und habe etwa die Blumenarrangements für den Sommernachtsball auf Schloss Wackerbarth in Eigenverantwortung organisiert. Das Staatsweingut ist ein Großkunde von Blumen-Knibbe, bestellt viele seiner Arrangements in dem Coswiger Blumenladen. Dort weiß man also sehr genau, wie ein festlicher Blumenschmuck auszusehen hat. "Ich binde etwa 40 Brautsträuße im Jahr, da habe ich sicher mehr Erfahrung als andere", sagt Lehmann mit Blick auf das zumeist junge Wettbewerberfeld. Ihre Konkurrenten hat sie bei einem Kennenlernwochenende in Berlin das erste Mal gesehen.

Trotzdem bleibt ihre Zielvorgabe bescheiden. Nicht die erste, nicht die letzte wolle sie werden, sagt Lehmann. Wobei ihr vor allem das Budget Sorgen be- reitet. Einige Wettbewerber würden 10 000 Euro und mehr ausgeben, hieße es. Lehmann will das nicht mitmachen, orientiert sich lieber an den 1500 Euro Startgeld, das ein Sponsor stellt. Sie habe ja die firmeneigene Gärtnerei im Rücken, könne manches selber ziehen. "Und da zahle ich eben nur für ein Päckchen Samen", sagt sie. Man merkt ihr an, dass sie angestachelt ist, ohne Riesen-Aufwand ein gutes Resultat zu erzielen.

Das war schließlich auch das Erfolgsrezept für die Sachsenmeisterschaften. Geübt habe sie dafür nicht, sagt Lehmann. Während andere feinsäuberlich sortierte Blumen zu mehrfach geprobten Sträußen zusammensetzten, habe sie eher nach Gefühl in die Blumenkiste gegriffen. Wobei sie es keinesfalls an der nötigen Opulenz fehlen ließ. "Mir liegen große, lockere Sträuße", sagt sie. Vielleicht kommt Jana Lehmann ja mit dieser Lockerheit in Berlin groß raus.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.06.2014

Uwe Hofmann

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