Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Google+
Coswig zahlt 200 000 Euro, um den Spitzgrundteich für Starkregen zu rüsten

Hochwasserschutz Coswig zahlt 200 000 Euro, um den Spitzgrundteich für Starkregen zu rüsten

Der Spitzgrundteich wird hochwassersicher. Für knapp 200 000 Euro soll der idyllisch gelegene und von vielen Coswigern als Naherholungsgebiet genutzte Teich im Herbst umgebaut werden. Ziel ist es dabei, nicht das Fassungsvermögen des als Talsperre eingestuften Rückstaubeckens am Lockwitzbach zu erhöhen, das derzeit bei etwa 10 000 Kubikmetern liegt.

Die Löschwasserstelle wird auf die andere Seite des Damms verlegt. An ihrer jetzigen Stelle entsteht die Überströmstrecke

Quelle: Uwe Hofmann

Coswig. Der Spitzgrundteich wird hochwassersicher. Für knapp 200 000 Euro soll der idyllisch gelegene und von vielen Coswigern als Naherholungsgebiet genutzte Teich im Herbst umgebaut werden. Ziel ist es dabei, nicht das Fassungsvermögen des als Talsperre eingestuften Rückstaubeckens am Lockwitzbach zu erhöhen, das derzeit bei etwa 10 000 Kubikmetern liegt. Stattdessen soll für den Fall, dass der Damm wie schon mehrfach in der Stadtgeschichte nach starken Regenfällen die Wassermassen nicht halten kann, eine Überlaufrinne eingebaut werden, die für einen einigermaßen kontrollierten Abfluss sorgt.

Im Juni 2013 brachen sich die Fluten das letzte Mal eine Bahn und flossen seitlich neben dem Staudamm auf die Spitzgrundstraße, unterspülten dort die Fahrbahn, ehe sie weiter talwärts zurück ins Bett der Lockwitz wechselten. Damals hatte man genauso Glück wie 2002, als ein Brechen oder plötzliches und gewaltsames Überströmen des Staudamms ausblieb. Da nahezu das gesamte Stadtgebiet Coswigs unterhalb des Spitzgrundteichs liegt, wäre für einen solchen Fall von enormen Schäden auszugehen.

Lange ist in Coswig deswegen klar, dass nicht nur an der Lockwitz, deren Verlauf durchs Stadtgebiet derzeit für rund 2,4 Millionen Euro hochwassersicher und naturnaher gestaltet wird, sondern auch an der kleinen Talsperre etwas zu tun ist. 2014 wurden mehrere Varianten untersucht, von denen der Rückbau der Staumauer nicht nur wegen der Kosten von rund einer halben Million Euro abgelehnt wurde. Da die Coswiger an ihrem Teich hängen, hätte es bei dessen Verschwinden große Debatten gegeben.

In Auftrag gegeben wird nun eine „Sofortmaßnahme“, wie Lars Kleindienst aus dem Bereich Ordnungswesen sagt, über die allerdings auch schon seit etwa zwei Jahren diskutiert wird. Die gepflasterte Überstromstrecke, die dort ansetzt, wo das Ufer am niedrigsten ist, ist dabei nur der Hauptbestandteil der Arbeiten. Hinzu kommen Rodungsarbeiten in dem entsprechenden Bereich. Außerdem muss eine Löschwasserentnahmestelle auf die andere Seite des Damms verlagert werden. Und auch das Wehr wird überarbeitet. Dessen Tafel sei zu hoch, weshalb sich Wasserstand und Ablass nur ungenügend regulieren ließen. Außerdem hat die Wehrtafel ein kleines Fenster, in dem sich immer wieder Gehölz- und Pflanzenteile festsetzen. „Im Prinzip kann man jeden Tag an den Spitzgrundteich gehen und die Wehrtafel reinigen“, sagt Kleindienst. Diese wird deswegen gekürzt, wobei auch das Fenster herausgeschnitten wird.

Passieren soll das alles noch in diesem Herbst, weshalb die Stadträte im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung (SWA) auch in einen sauren Apfel beißen mussten: Eigentlich hatte man 140 000 Euro für die Umbauten kalkuliert und bei der Vergabe auch einen Auftragnehmer gefunden, der ein Angebot in diesem Kostenrahmen abgegeben hatte. Allerdings fehlten bei seinem Angebot einige Unterlagen, die er auch auf Nachfrage nicht nachreichen wollte. Offenbar hatte er sich bei der Kalkulation verrechnet und wollte auf diese Weise erreichen, dass sein Gebot nicht gewertet wird. Coswig beauftragt daher die Kleber-Heisserer Bau GmbH aus Dippoldiswalde, die allerdings ein etwa 60 000 Euro teureres Gebot abgegeben hat.

Da die Arbeiten komplett mit Mitteln aus dem Hochwasserschadensfonds bezahlt werden sollen, hat man sich mit dem Freistaat auseinandergesetzt und grünes Licht für die Mehrausgaben bekommen. „Bei anderen Abschnitten an der Lockwitz hatten wir ja bisher bei Ausschreibungen Glück gehabt“, meint Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos), das sich zum Ende hin schon noch alles ausgleichen werden. Die Arbeiten sind erst ab Oktober möglich, weil wegen einer möglichen Froschpopulation im Teich erst dann der Wasserstand abgesenkt werden darf.

Von Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

19.08.2017 - 14:46 Uhr

Die Blumenstädter bleiben nach der 0:1-Heimniederlage weiterhin sieglos / Sven Michel erzielt das Tor des Tages

mehr