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Coswig will Hauptpumpwerk flutsicher umbauen

Coswig will Hauptpumpwerk flutsicher umbauen

Starkregen und Hochwasser brachten das Pumpwerk Kötitz im Juni an seine Leistungsgrenze. Nur durch die Hilfe der Feuerwehren aus Coswig und der Partnerstadt Ravensburg sowie des Technischen Hilfswerks (THW) konnten Pumpen dort trocken gehalten und das Kanalsystem entlastet werden.

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Jörg Morgenstern

Quelle: Martin Förster

Nun soll das wichtige, teils beschädigte Hauptpumpwerk am Kötitzer Fährweg nicht nur vollständig repariert, sondern auch hochwassersicher umgebaut werden. Das bestätigte Coswigs Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) auf Anfrage der DNN.

Pläne für den Umbau gibt es schon seit geraumer Zeit. Dann kam die Juni-Flut und neue Erkenntnisse daraus wurden mit aufgenommen, das Umbau-Konzept jetzt in einzelnen Punkten angepasst. Wichtigste Neuerung dabei wird sein, dass die sechs alten elektrischen Pumpen der Station ausgetauscht werden gegen Tauchmotorpumpen. "Die neuen Geräte laufen auch dann weiter, wenn das Pumpwerk unter Wasser steht", erklärt Jörg Morgenstern, Geschäftsführer der WAB Wasser Abwasser Betriebsgesellschaft Coswig.

Darüber hinaus wird die Maschine, die über die Zufuhr von Diesel-Kraftstoff Strom für die Pumpen erzeugt, künftig über eine hochwassersichere Zufahrt erreichbar sein. Vor allem aber soll das Werk baulich so verändert werden, dass die Pumpen höher platziert werden können. "Alles das, was hier den reibungslosen Betrieb der Anlage betrifft, wird höher verlegt", sagt Morgenstern. Würde der Pegel der Elbe in Höhe Coswig über 9,30 Meter steigen, bliebe dort dennoch alles trocken. Der Wasserstand bei den Fluten 2002 und dieses Jahr war in der Großen Kreisstadt mehrere Zentimeter höher als bei der Elbe-Messstation in Dresden. Das umgebaute Pumpwerk soll laut Neupold künftig sogar sicher vor Hochwassern sein, bei denen hiesige Pegel fast zehn Meter erreichen würden. Die Kötitzer Pumpstation sei immens wichtig. Sie sorge dafür, dass bei Starkregen oder Flut das zusätzliche Wasser aus einem Großteil des Kanalnetzes abgepumpt wird. Mehr als zwei Drittel der rund 20 700 Einwohner Coswigs wären von einem Ausfall der Station betroffen - eine Katastrophe. Diese war bei der Flut vor zehn Wochen noch durch Einsatzkräfte und andere Helfer - anders als 2002 - abgewendet worden. Feuerwehren und THW hielten den Wasserstand am Pumpwerk so niedrig, dass die Station nicht vollends den Geist aufgab. Die Steuerungselektronik war durch das Hochwasser beschädigt worden. Mit Sandsäcken und Kiesschüttung gewannen die Helfer genug Zeit. Zwei vom THW herbei gebrachte Pumpen sorgten schließlich für Entspannung. Die Ersatzgeräte hielten die Kötitzer Anlage so weit trocken, dass die Abwasserpumpen der WAB ihre Arbeit ungestört verrichten konnten.

"So sind uns Millionenschäden in der Innenstadt erspart geblieben", hatte Stadtsprecherin Ulrike Tranberg darauf hin gesagt. Denn das Coswiger Zentrum liegt niedriger als Kötitz - am dortigen Wettinplatz beträgt der Unterschied laut WAB über einen Meter. Damit die Innenstadt nicht geflutet wird, müsse Abwasser schon bei einem geringen Elbpegel durch Pumpen bewegt werden. Würden diese ausfallen, ginge das Wasser den umgekehrten Weg durch die Kanäle der Stadt.

Dieses Szenario soll mit dem geplanten zweistufigen, insgesamt rund 1,3 Millionen Euro teuren Umbau des Kötitzer Pumpwerks bald endgültig verhindert werden. Zunächst wurden die Schäden von der Juni-Flut beseitigt, dann werden ab September die defekten Pumpenteile durch neue ersetzt, auf die die WAB wegen längerer Lieferzeiten von rund zwölf Wochen warten musste. Laut Morgenstern besteht aber bei dem derzeitigen Wetter und dem Elbpegel keine Gefahr, dass die Anlage ausfällt.

Die mit 80 Prozent geförderten Kosten für den Wiederaufbau würden bei zirka 650 000 Euro liegen, so Morgenstern. Ähnlich teuer sei die zweite Phase des Umbaus, die - je nach Zusage von Fördermitteln - im Januar starten soll. Nach den voraussichtlich im Mai 2014 abgeschlossenen Bauarbeiten könne die Stadt - anders als bisher - auf einen Damm oder ähnliches als Schutz für das Pumpwerk verzichten. Die dann höher gelegte Anlage könnte im Ernstfall geflutet werden, ohne dass sie ausfällt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.08.2013

Stephan Klingbeil

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