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Coswig holt die wegen der Juniflut 2013 ausgefallene 1000-Jahrfeier in Brockwitz nach

Coswig holt die wegen der Juniflut 2013 ausgefallene 1000-Jahrfeier in Brockwitz nach

"Diesmal ist uns der Wettergott hold", sagte Coswigs Bürgermeister Thomas Schubert (parteilos) in Feierlaune. Brockwitz' 1000-Jahrfeier fand gestern ihren Höhepunkt und anders als im vorigen Jahr spielten Wetterkapriolen keine Rolle.

Coswig.

Im Juni 2013 musste die Sause abgeblasen werden, weil große Teile des Coswiger Ortsteils von der Elbe überflutet waren. Ein Jahr später sind davon nur noch Spuren geblieben, ging die nachgeholte Feier knapp vor Ablauf des 1000. Jahres erfolgreich zu Ende.

Zuvor hatten die Festivalplaner im Rathaus aber noch einen Höhepunkt gesetzt: den gestrigen Festumzug. Seit drei Jahren geplant, hatte er sich zu gewaltigen Dimensionen ausgewachsen: 37 Wagen gehörten auf einer Gesamtlänge von 1,3 Kilometern dazu. In lockerer chronologischer Folge ging es von der slawischen Besiedlung - dargestellt durch die im Schauspiel erprobten Mitglieder des Heimatvereins Naundorf aus Radebeul - bis zu einem von den arg Gebeutelten Bewohnern der Niederseite gestalteten Wagen zu den Hochwassern von 2002, 2006 und 2013. Grenzenlos der Einfallsreichtum, etwa bei den ins Maulwurfskostüm gesteckten Kindern, die sich den Spatenhieben eines Bauern zu erwehren versuchten. Thema für diesen Klamauk lieferte die Maulwurfsplage von 1853.

Hübsch war auch die Idee, die durch die Industrieansiedlungen angefachte Verdreifachung der Einwohnerzahl zwischen 1900 und 1930 durch eine Art historische Kinderwagenparade zu versinnbildlichen. Überhaupt die Fahrzeuge aus vergangenen Zeiten: Der Radsportverein Brockwitz und der Radfahrverein Weinböhla sorgten mit allerhand historischen Rädern für großes Hallo unter den rund 15 000 Zuschauern. Ähnlich ging es der IG Traktorenfreunde Weinböhla im Schaubild zur 1952 gegründeten LPG "1. Mai" oder den Fahrern der auf Hochglanz polierten Mopeds, Motorrädern und Autos aus DDR-Produktion. "Ich nehme mal an, die Brockwitzer hatten am wenigsten vom Umzug, weil sie alle mitlaufen mussten", meinte Landrat Arndt Steinbach (CDU) nach dem etwa einstündigen Spektakel.

Das mag sein. Allerdings gab es zuvor mehr als eine Woche lang zahlreiche Gelegenheiten zum Feiern, etwa bei Konzerten von "De Randfichten", Volkmar Funke und Gerhard Schöbel oder der Partyband "Retroskop". Oder bei einem Besuch des Mittelaltermarkts auf der Niederseite oder in den 35 geöffneten Höfen, die auch gestern noch einmal zum Verweilen einluden. 35 000 Besucher haben die Festmacher bei den diversen Veranstaltungen seit dem 12. Juni gezählt. Das hat es in Brockwitz in 1000 Jahren zuvor wohl kaum gegeben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.06.2014

Uwe Hofmann

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