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Coswig: Selbstbewusst im Alpaka-Gehege

Coswig: Selbstbewusst im Alpaka-Gehege

Hachiko sieht entspannt aus. In der Mittagshitze in Coswig zermalmt das zwei Jahre alte Alpaka Grashalme. Seine fünf Artgenossen plagen sich indes mit den Bremsen herum, werden die umherschwirrenden Quälgeister einfach nicht los.

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Neben den wuscheligen Alpakas werden auf dem Areal an der Wettinstraße unter anderem auch elf Minischweine gehalten.

Quelle: Stephan Klingbeil

Neugierig sind die wuscheligen Tiere, deren Vorfahren aus Südamerika stammen, allerdings alle. Gespannt verfolgen sie mit ihren großen Augen, was in ihrer Umgebung passiert. Momentan, während der Sommerferien, gibt es für die Alpakas wenig zu tun.

In der Schulzeit ist das anders. Dann kommen täglich Kinder zu dem Alpaka-Gehege an der Coswiger Wettinstraße. Seit 2007 bietet Veronika Sprenger dort in ihrer Freizeit tiergestützte Therapien mit Alpakas und Seminare rund um das Thema an. Hauptberuflich arbeitet die 61-Jährige als Lehrerin für Englisch, Deutsch und Ethik in der benachbarten Mittelschule Kötitz. Von dort kommen jede Woche Schüler zu ihr im Rahmen eines Ganztagsangebots. Auch aus den umliegenden Kommunen suchen Eltern, Kinder und Sozialdienste mit Senioren den Weg zu den geschulten Tieren.

Einige der Kinder hätten schlimme Erlebnisse hinter sich. Schwestern, die vom Vater vergewaltigt wurden, zum Beispiel. Auch Jungen, die von einem Bekannten missbraucht wurden, waren bei der Alpaka-Therapie. Auf dem über 20000 Quadratmeter großen Areal führen die jungen Besucher Alpakas über Hindernisparcours. Sie füttern und streicheln die Kameltiere, die sehr empathisch sein sollen. Minischweine, Schafe, Enten und Terrier animieren die Besucher dort ebenfalls zum Spielen.

"Wo Tiere sind, lässt Aggression nach", erklärt die vierfache Mutter. "Hier können Kinder Spannung ablassen." Dass es für diese Angebote Bedarf gibt, erlebe sie täglich in der Schule. Manche Kinder seien verschüchtert. Andere würden Kollegen beschimpfen, gierten nach Aufmerksamkeit. Einige würden sich ob ihrer Schwächen beim Lernen, Lesen, Schreiben minderwertig fühlen.

"Über den Kontakt mit den Tieren merken die Kinder, dass sie ebenfalls Stärken haben, dass sie zum Beispiel alleine ein Alpaka führen können", sagt die ausgebildete Lehrerin, die auch zwei Jahre Psychologie studiert hat. "Das hilft; sie können Selbstbewusstsein aufbauen." Mangelndes Selbstbewusstsein erkläre viele Probleme im Erwachsenenalter, betont die Lehrerin. "Oft kommt es vor, dass diese Menschen dann andere runtermachen, um sich besser zu fühlen."

Die meisten Mädchen und Jungen, die das Tiertherapieangebot nutzen, hätten Angst - vor Tieren, vor Verletzungen, vor allem möglichen. Diese Ängste will die Lehrerin bei den Therapien angehen. Die Steppkes sollen Selbstbewusstsein tanken, gerne zur Schule gehen und vor allem ihren Schulabschluss schaffen.

iKontakt unter: alpaka-tiertherapie.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.08.2013

Stephan Klingbeil

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