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Coswig: Bücherei vier Mal im Jahr ausgeräumt

Coswig: Bücherei vier Mal im Jahr ausgeräumt

Seit fünf Jahren hat die Stadtbibliothek Coswig ihr Domizil in der unteren Etage des Rathausgebäudes. Das kleine Jubiläum nimmt Bücherei-Leiterin Sabine Buchwald zum Anlass für eine Bilanz, die durchweg positiv ausfällt.

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Bibliotheks-Leiterin Sabine Buchwald und Mitarbeiterin Heike Beskow (v.l.) packen den Lernkoffer für Barrierefreiheit aus. In ihm stecken zum Beispiel die Plüschfiguren Eddy, eine lernbehinderte Schildkröte, und der blinde Maulwurf Bailli. Mit ihnen sollen Kita- und Schulkinder spielerisch lernen, wie man mit Menschen mit Behinderungen umgeht.

Quelle: Uwe Hofmann

So hat sich die Zahl der Medien, zu denen neben Büchern auch Hörbücher, DVDs, Gesellschaftsspiele, Zeitschriften und CDs gehören, seit 2009 um mehr als 3500 auf 27 840 erhöht. Ansteigend ist auch die Zahl aktiver Nutzer. Entliehen vor dem Umzug Anfang des Jahres 2010 noch 1919 Menschen wenigstens einmal im Jahr ein Buch, sind es heute 2211. Die Zahl der Entleihungen stieg im gleichen Zeitraum von knapp 96 000 auf 115 620 - ein ordentliches Plus. Und das obwohl seit 2012 Hörbücher nur noch als ein Medium gezählt werden, auch wenn sie sich auf mehrere Audio-CDs verteilen. Rechnet man die Entleihungen gegen den Medienbestand, bedeutet das, dass im Durchschnitt jedes Medium vier Mal im Jahr ausgeliehen wurde. "Man kann auch sagen, dass wir die Bibliothek vier Mal im Jahr komplett ausgeräumt und wieder eingeräumt haben", sagt Buchwald. Ein sehr beachtlicher Bestandsumsatz, der in der Region seinesgleichen sucht.

Entsprechend positiv fällt das Fazit von Thomas Kretschmer aus, der als Geschäftsführer der Kulturbetriebsgesellschaft Meißner Land auch für die Stadtbibliothek zuständig ist. "Wir sind zufrieden mit den Räumlichkeiten", sagt er knapp. Am alten Standort, einem heute von der Stadttochter Juco Soziale Arbeit als Verwaltungsstandort und Mehrgenerationenhaus genutzten Stadthaus, wäre diese Entwicklung wohl nicht möglich gewesen.

Was aber nicht bedeutet, dass das Bibliotheksgeschäft seit dem Einzug neben das vielbesuchte Rathausfoyer ein Selbstläufer ist. Trotz der guten Erreichbarkeit sei vor allem ein ständig auf den neusten Stand gebrachter Medienbestand entscheidend, sagt Buchwald. Am meisten gefragt seien immer die Bücher, über die gerade in den Feuilletons diskutiert wird, oder die Bestsellerlisten anführen. Da die Zuschüsse der Stadt im wesentlichen die Betriebskosten und die Löhne der vier angestellten Bibliotheks-Mitarbeiter decken, müssen die Gelder für Neuanschaffungen von der Bücherei erwirtschaftet werden. Das funktioniert zumeist über Veranstaltungen, von denen es im vergangenen Jahr 71 mit rund 1400 Besuchern gab. Da zu dem auf diese Weise erwirtschafteten Anschaffungsbudget von jährlich etwa 15 000 Euro auch noch Spenden kommen, konnte die Bücherei 2014 etwa 4000 Medien im Wert von etwa 35 500 Euro in den Bestand einsortieren. Einen noch sehr kleinen Teil macht die E-Book-Ausleihe aus. Etwa 60 Leser haben insgesamt rund 1500 elektronische Bücher entliehen. Coswig ist mit 30 weiteren Büchereien im Verbund "Liesa - Onlinebibliothek" Mitglied, über den etwa 7300 E-Books angeboten werden. Noch geschieht das über die separate "Liesa"-Internetseite, das elektronische Bücherangebot soll aber im Laufe des Jahres in den regulären Coswiger Online-Katalog eingebaut werden, was für höhere Entleihzahlen sorgen dürfte, wie Buchwald meint. "Bei den Kinderbüchern wird das E-Book nicht das gedruckte Buch ablösen", meint sie. Bei den Schulbüchern sehe das schon ganz anders aus.

Ein ganz besonderes Segment baut die Coswiger Bücherei beständig aus. Vor allem mit Mitteln der Alfred-Prescher-Stiftung konnten Bücher, Hörbücher und Spiele für Blinde angeschafft werden. Die werden bisher eher selten entliehen, man hofft aber auf regere Anteilnahme, sobald sich das Angebot herumgesprochen hat. Viele der Medien seien zudem auch für ältere Menschen geeignet.

Die nach und nach aufgebaute Expertise zeigt einstweilen schon Wirkung: Coswig wurde als einer von vier Standorten im Landkreis Meißen ausgewählt, der 2014 einen Lernkoffer für Barrierefreiheit erhalten hat. Er enthält Spiele und Plüschfiguren, die Kinder spielerisch mit integrativen Themen beschäftigen sollen. Er kann kostenfrei von Schulen und Kitas entliehen werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.02.2015

Hofmann, Uwe

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