Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / -2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Chinesen stehen auf Tabakspfeifen aus Dorfhain

Pfeifenmacher Uwe Jopp Chinesen stehen auf Tabakspfeifen aus Dorfhain

Sie waren einst in aller Herren Munde, aber schon in der Nachkriegszeit begann, aus welchen Gründen auch immer, ihr Niedergang. Wir reden von der guten alten Tabakspfeife.

Uwe Jopp hat einen seltenen Beruf: Der Dorfhainer stellt Tabakspfeifen her. 90 Arbeitsschritte muss er vollziehen, bis aus einem Stück Wurzelholz ein edles Rauchutensil entstanden ist.

Quelle: Peter Weckbrodt

Dorfhain. Sie waren einst in aller Herren Munde, aber schon in der Nachkriegszeit begann, aus welchen Gründen auch immer, ihr Niedergang. Wir reden von der guten alten Tabakspfeife. In den neuen Bundesländern sei diese Entwicklung besonders spürbar, eine nennenswerte Nachfrage nach Tabakspfeifen sei da nicht mehr vorhanden, da ist sich Pfeifenmacher Uwe Jopp ganz sicher. Er muss es wissen, denn er will die schönen Stücke schließlich auch verkaufen. Ja, in Köln, Koblenz und in Essen kenne er Händler, die Abnehmer für seine Pfeifen fänden. In den alten Bundesländern gebe es noch einen bescheidenen Markt dafür.

Der Dorfhainer verkauft seine Pfeifen fast ausschließlich über Händler. Sein wichtigster Abnehmer sitzt in Peking. "Schon allein die Einwohnerzahl Chinas lässt mühelos auf die Größe des chinesischen Marktes schließen", argumentiert er. "Und das Geld zum Kauf einer meiner Pfeifen aufzubringen, ist in der Volksrepublik auch nicht für alle Bevölkerungsschichten das Problem."

Die Preise für eine Pfeife aus der Dorfhainer Pfeifenwerkstatt sind durchaus moderat, das kann der potenzielle Pfeifenraucher samt der Angebotspalette auf der Joppschen Homepage studieren. Immerhin muss der studierte Bauingenieur 90 Arbeitsschritte vollziehen, bis aus dem hölzernen Rohling eine fertige Tabakspfeife entstanden ist. "Drehen, Drechseln, Sägen und Schleifen sind die wichtigsten Arbeitsgänge. Mit Farbe beize ich die Pfeifen, bis sie den gewünschten Farbton erreicht haben." Die Mundstücke fertigt Uwe Jopp aus stabförmigen Ebonit - ein aus Naturkautschuk und Schwefel gewonnener besonders harter Gummi.

Die Pfeifen-Rohlinge bezieht Jopp aus dem Mittelmeerraum. Ein dort vorkommendes Dornengewächs, als Buschheide bekannt, bildet Wurzelknollen von 20 bis 30 Zentimetern Durchmesser, Briar genannt. Diese werden von Einheimischen aufgespürt, ausgegraben und zu Sägewerken gebracht, die darauf spezialisiert sind, die Knollen in Rohlinge für Tabakspfeifen zu zerlegen. Zwischen 13 und 30 Euro, das sei abhängig von der jeweiligen Holzstruktur, bezahlt Jopp für einen Rohling. Seit etwa zehn Jahren ist er darauf spezialisiert, aus diesen Rohlingen Pfeifen mit Bogenbohrungen herzustellen. "Meiner Erfahrung nach ist es gut für den Rauchgenuss, den Rauch länger durch das Holz zu führen", begründet er die von ihm favorisierte Technologie. Daraus ergaben sich auch neue Gestaltungsmöglichkeiten. "Jede Pfeife ist ein Unikat, das ist schon durch die unterschiedlichen Holzstrukturen bedingt", betont er.

Im Mai reist Jopp wieder nach Chicago. Die Stadt ist Treffpunkt der Pfeifenmacher aus aller Welt. Dort wird gefachsimpelt, werden Kontakte gepflegt und neue hergestellt. Das sei für ihn jedes Jahr ein ganz großes Erlebnis, betont er. Sein nächstes Ziel aber sei es, mit einem bedeutenden Mailänder Pfeifenhändler in Geschäftsbeziehungen treten zu können. Das wäre für ihn ein großer Erfolg.

www.jopp-pipes.de

Peter Weckbrodt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

17.11.2017 - 19:37 Uhr

Die neue Dresdner Hallenmeisterschaften dauern bis zum 10. Februar. Dann soll der neue Champion ermittelt sein.

mehr