Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Carsten Rentzing ist neuer Bischof der sächsischen Landeskirche

Carsten Rentzing ist neuer Bischof der sächsischen Landeskirche

Die Evangelische Landeskirche Sachsens hat einen neuen Bischof. Der Theologe Carsten Rentzing wurde am Samstag in der Dresdner Kreuzkirche ins Amt eingeführt.

Voriger Artikel
Versammlungsverbot: Polizei kesselt in Heidenau Rechte ein
Nächster Artikel
Bundesverfassungsgericht kippt Versammlungsverbot für Heidenau

Carsten Rentzing wurde am Sonnabend in sein Amt eingeführt.

Quelle: dpa

Er ist damit geistliches Oberhaupt von derzeit rund 728.000 Protestanten in 730 Gemeinden. Bei dem Festgottesdienst war zuvor Vorgänger Jochen Bohl in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit ihm schied einer der profiliertesten Bischöfe der evangelischen Kirche in Deutschland aus dem aktiven Dienst aus.

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Gerhard Ulrich, dankte Bohl für insgesamt 40 Jahre Dienst und würdigte ihn als „differenziert denkenden Theologen mit großer geistlicher Kraft und großer Prediger mit weitem seelsorgerischen Herz“. Er sei frei von der Verführung, über andere und Andersdenkende zu richten, beziehe öffentlich Stellung und sei aktuell auch „eine Ermutigung für jene, die Hass und Ausgrenzung nicht erkennen“.

Danach übergab Ulrich die Amtskette an Rentzing, der seit 2010 Pfarrer in Markneukirchen (Vogtland) war. Er sei einer „der sich getragen weiß von der Kraft des Geistes Gottes“ und mit Freuden das Wort Gottes verkünde. Das bischöfliche Amt stehe nicht für Einheit in Gleichmacherei, sondern für die Akzeptanz der Vielfalt des Lebens. Die Landeskirche stehe vor großen Herausforderungen, nach außen und innen, mit schwindendem Volumen und drohender Spaltung, gab Ulrich dem auch umstrittenen Rentzing vor.

Der Ende Mai in einem Wahlmarathon bestimmte Bohl-Nachfolger steht vor allem wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber homosexuellen Lebenspartnerschaften im Pfarrhaus in der Kritik. Die Synode hatte 2012 nach kontroversen Debatten beschlossen, dass die Homo-Ehe im Pfarrhaus nur in Ausnahmefällen und nach ausdrücklichem Gemeindebeschluss geduldet wird. Rentzing war Mitbegründer einer Initiative gegen die Öffnung. Bisher fast 1000 Unterzeichner hat eine von Pfarrern vor der Amtseinführung initiierte Online-Petition, die mit mit einem „Aber“ und „manchen Sorgen“ Ja zum neuen Bischof sagt. Sie stehen in vielen Punkten für eine andere Kirche, „in der alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung mit ihrer gelebten Prägung Verantwortung übernehmen können“. Bei der Amtseinführung erfüllte vielstimmiges Ja aus den Kehlen von Pfarrern, Synodalen und Kirchenbeamten die Kreuzkirche.

Rentzing ging in seiner Antrittspredigt nicht auf seine Kritiker ein, sondern ermunterte angesichts der Flüchtlingsströme nach Europa Gemeinden und Gläubige, den Menschen ein Zeichen der Liebe und Barmherzigkeit und des Willkommens zu geben. „Wir sind es, die für die Stummen da sein müssen, um ihnen eine Stimme zu geben, für die Entrechteten, für die Verfolgten, für die Kleinen, für die Armen, für die Flüchtlinge.“ Gesellschaftliche Debatten über den Umgang mit ihnen seien legitim, Menschenhass und Gewalt aber könnten „nur unseren entschiedenen Widerspruch“ hervorrufen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr