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Bundestagsabgeordneter Klaus Brähmig: "Meine Karriere ging über Treppenstufen"

Bundestagsabgeordneter Klaus Brähmig: "Meine Karriere ging über Treppenstufen"

Klaus Brähmig (CDU) hat sie alle überzeugt, wiederholt und zweifelsfrei: Insgesamt 50,2 Prozent sammelte der Direktkandidat der CDU und ließ alle Mitbewerber hinter sich.

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Klaus Brähmig, Bundestagsabgeordneter

Quelle: PR

DNN-Redakteurin Katrin Tominski befragte den Bundestagsabgeordneten über die Ziele und Prioritäten seiner Politik.

Über die Hälfte aller Wähler haben Ihnen die Stimme gegeben. Warum sind Sie die beste Wahl für den Landkreis?

Der Kirchenlehrer Augustinus sagt: "Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen." In mir brennt nach wie vor das Feuer, Politik gestalten zu wollen. Gleichzeitig verfüge ich über eine große Lebens- und Berufserfahrung. Meine Karriere ging über Treppenstufen und nicht über den Aufzug. Man sagt mir nach, dass ich bodenständig und authentisch geblieben bin. Die Mischung aus Leidenschaft und Augenmaß ist vielleicht ein Erklärungsansatz.

Wofür plädieren Sie? Große Koalition oder Partnerschaft mit den Grünen?

Deutschland und Europa stehen vor großen Herausforderungen. Wir brauchen sichere Mehrheiten. Demokraten, die sich dieser Verantwortung bewusst sind, müssen grundsätzlich koalitionsfähig sein und Deutschland muss dabei vorankommen.

Was wollen sie verändern?

Als Folge der Flut halte ich an meiner Idee zum Aufbau eines nationalen Katastrophenfonds fest. Wir sollten Rücklagen bilden, um für alle Fälle vorbereitet zu sein. Zahlreiche Themen und Projekte brennen mir unter den Nägeln. Ich will mich für eine Haushaltssanierung stark machen und für sattelfeste Sozialversicherungssysteme einsetzen. Konkrete Ziele für die Region sind der Baubeginn der Südumfahrung Pirna und die Sicherung des Leistungssportstandortes Altenberg.

Sie verdienen seit vielen Jahren mehrere Tausend Euro. Warum sind Sie gegen flächendeckenden Mindestlohn?

Eine Lohnfestsetzung durch die Politik lehnen meine Partei und auch ich bis heute ab, denn sie berücksichtigt nicht die regionalen und betrieblichen Unterschiede. Seit Jahrzehnten finden die Tarifpartner intelligente Lösungen vor Ort, weil sie die Leistungsfähigkeit ihres Betriebes kennen. Persönlich setze ich auf den wirtschaftlichen Sachverstand der Tarifpartner und nicht auf staatliche Reglementierung.

Sie plädieren für Eigenverantwortung. Ist es nicht gerecht, wenn Menschen für ihre eigenverantwortliche Arbeit entsprechend belohnt werden?

Teilen macht Spaß, hat die Linkspartei geschrieben und eine Millionärssteuer gefordert. Doch wer teilt Geschäftsrisiken, Kredite und Investitionskosten des Unternehmers? Wenn er Pleite geht, kommen dann Mitarbeiter und beteiligen sich an seiner Not? Mit Sozialneid werden wir unser Land nicht voranbringen. Ich vertraue auf die Tarifpartner und ihre langjährige Weitsicht.

Was wollen sie im Ausschuss des Tourismus im Bundestag erreichen?

Die Themen Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit im Tourismus will ich weiterhin vorantreiben. Angesichts des demographischen Wandels ist das ein Zukunftsthema. Darüber hinaus liegt mir auch persönlich das ethische Reisen am Herzen. Nicht nur das Geld, sondern auch Verstand und Herz sollten beim Reisen eine Rolle spielen.

Warum ist der Tourismus für die Sächsische Schweiz wichtig?

Der Tourismus ist im gesamten Landkreis ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Hier gibt es Arbeitsplätze, die nicht exportierbar sind. Die Sächsische Schweiz will einen grenzüberschreitenden Tourismusverband Sächsisch-Böhmische Schweiz etablieren. Die anderen Teile des Wahlkreises müssen ihre Tourismusaktivitäten bündeln und Kirchturmpolitik darf da keine Rolle spielen.

In der Gastronomie arbeiten viele Menschen für fünf Euro pro Stunde. Kann der Fremdenverkehr erblühen, wenn er auf Niedriglöhnen aufbaut?

Unternehmer müssen Gewinne machen, dann werden sie ihrer sozialen Verantwortung nachkommen. Wir müssen die Auslastung durch Werbung steigern und gleichzeitig die Qualität des Personals und des touristischen Angebots erhöhen. Richtig ist: Der Dienstleistungssektor muss einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert erhalten.

Vor kurzem haben Rechtsextreme eine Hamburger Schülergruppe überfallen. Überall hingen im Wahlkampf Plakate mit rassistischen Sprüchen. Was tun Sie, damit die NPD im Landkreis nicht noch stärker wird?

Persönlich bedauere ich diese Fälle zutiefst und hoffe, dass die Opfer keine bleibenden Schäden an Psyche und Physis davontragen. Bei der Einordnung sollten wir auf die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden warten. Wir sollten Initiativen, wie die Aktion Zivilcourage in Pirna intensiv unterstützen und Vereinsarbeit stärken.

Warum sollen NPD-Wähler lieber CDU wählen?

Weil die CDU ein konservatives Weltbild hat, aber Probleme mit Vernunft und Sachverstand und nicht mit Hass und Neid lösen will.

Im Landkreis konsumieren immer mehr Menschen Crystal. Jugendliche landen in Psychiatrien, deren Kinder müssen in Obhut genommen werden. Was wollen Sie dagegen tun?

Der Fahndungsdruck vor und hinter der Grenze muss steigen und wir brauchen Präventionsmaßnahmen. Allerdings ist Crystal Meth nach meiner Information kein bundesweites Problem. Daher könnten groß angelegte Aufklärungskampagnen möglicherweise überhaupt erst das Interesse für die Droge wecken. Aber selbstverständlich ist das nicht nur Aufgabe des Staates und der Politik, sondern die Familien sind gefordert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.09.2013

Katrin Tominski

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