Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Bund stellt 2,38 Millionen Euro fürs Karl-May-Museum Radebeul in Aussicht

Museumsneubau Bund stellt 2,38 Millionen Euro fürs Karl-May-Museum Radebeul in Aussicht

„Na klar haben bei uns die Sektkorken geknallt“, sagt Anne Barnitzke, Sprecherin im Karl-May-Museum. Denn aus Berlin gibt es gute Nachrichten: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat neben einer Denkmalschutzförderung für die Friedenskirche Radebeul über knapp 200 000 Euro auch dringend benötigte Mittel für die Sammlung in Aussicht gestellt.

16 dieser Puppen sind wegen ihres hohen Alters dringend sanierungsbedürftig. Spender sind gefragt.

Quelle: Karl-May-Museum

Radebeul.  „Na klar haben bei uns die Sektkorken geknallt“, sagt Anne Barnitzke, Sprecherin im Karl-May-Museum. Denn aus Berlin gibt es gute Nachrichten: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat neben einer Denkmalschutzförderung für die Friedenskirche Radebeul über knapp 200 000 Euro für die Sanierung des Kirchturmes und des Westgiebels des Kirchenschiffs auch Mittel für die Sammlung in Aussicht gestellt. 360 000 Euro sollen es 2017 sein, in den folgenden Jahren sollen sogar bis zu 2,38 Millionen Euro sein. Entschieden wird das allerdings erst am letzten Freitag im November, wenn der Bundeshaushalt formal beschlossen wird.

Das ist auch ein Grund, weshalb man sich im Museum nach dem kurzen Moment überschäumender Freude wieder etwas schaumgebremst gibt. Sicher sei ja noch nichts, meint Barnitzke und überhaupt sei ja damit nur der erste Schritt getan, „wenn auch ein großer“, wie sie anfügt.

Das Geld wird dringend für die großangelegten Umbaupläne des Museums benötigt, mit denen vor allem die in wesentlichen Teilen auf Patty Frank und Klara May zurückgehende Indianer-Ausstellung ins 21. Jahrhundert geholt werden soll. Wesentlicher Baustein: Der Neubau eines modernen Museumsgebäudes an der Meißner Straße. Dafür vor allem sind die Millionen vom Bund gedacht, die von Land und Stadt noch aufgebessert werden müssen. Denn eine Regel der Bundesförderung sei es, dass die Mittel von Kommune und Bundesland sowie den jeweiligen Eigentümern mindestens in gleicher Höhe aufgestockt werden müssen, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) als Überbringer der guten Nachricht erläutert. Für das Karl-May-Museum bedeutet das, dass es auf erfolgreiche Verhandlungen mit Freistaat und Radebeul ankommt, damit die Bundesmittel auch wirklich abgerufen werden können. Aus der eigenen Kasse ist schließlich wenig zu erwarten. Barnitzke geht deswegen auch schon in die Offensive: „Eine derartige Förderung in dieser Höhe bekommen nur Einrichtungen, denen bundesweit eine hohe kulturelle Bedeutung zuerkannt wird“, sagt sie. Worte, die in den Amtsstuben in Dresden und Radebeul ein triftiges Argument für eine Kofinanzierung liefern sollen.

Wobei das Wohlwollen der Stadt schon programmiert ist. Sie unterstützt den Museumsumbau bereits mit hohen eigenen Investitionen ins Umfeld. So wird der Karl-May-Hain für rund 1,2 Millionen Euro erweitert und saniert. An der Meißner Straße will die Stadt zudem eine Tankstelle abreißen und einen neuen Karl-May-Platz als künftiges Entree für den dahinter liegenden Museumsneubau gestalten. Die Kosten dafür sind noch nicht bekannt.

Geht alles glatt, darf das Karl-May-Museum mit etwa 4,7 Millionen Euro rechnen. Ob das für den gesamten Bau ausreicht, verrät Barnitzke mit Blick auf den Planungsstand nicht. Da über das Sanierungsgebiet Radebeul-Ost mit einer weiteren Förderung zu rechnen ist, dürfte die Finanzierung der baulichen Seite der Modernisierungspläne einigermaßen gesichert sein. Die Bundesmittel fließen bis 2019, damit ist nun auch ein Datum gesetzt, an dem alles stehen muss.

Damit ist allerdings über das Innenleben des Neubaus noch nichts gesagt. Denn nach ihren Auszug aus der „Villa Bärenfett“ soll die Indianersausstellung als kindgerechte und multimediale Schau höchsten Ansprüchen genügen. Ein Konzept dafür gibt es bereits, zu Kosten und Finanzierung ist jedoch nichts bekannt. Da es auch bei diesem Teil um hohe Investitionen geht, wird es mit den Mitteln des Museums und großzügiger Spender allein nicht getan sein.

Die haben in einer ersten Modernisierungsstufe schon wesentlich zum Bau des museumspädagogischen Hauses „Villa Nscho-tschi“ gesorgt. Derzeit sind sie gefragt, die Restaurierung von 16 lebensgroßen Kostümfiguren des Museums, von denen die ältesten fast 90 Jahre alt sind, zu bezahlen. Die Frischkur für den derzeit in der Restaurierungswerkstatt befindlichen Dakota-Häuptling wird mit 15 000 Euro angegeben – schon das sprengt das Museumsbudget, weshalb die seit ein paar Monaten laufende Spendenaktion mit immer neuen Aktionen angeschoben wird (siehe Kasten).

Von Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

25.09.2017 - 16:32 Uhr

Die Verletzung hat sich der 30-jährige Innenverteidiger im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld zugezogen. 

mehr