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Breitbandausbau ist in Heidenau und im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ins Stocken geraten

Schnelles Internet Breitbandausbau ist in Heidenau und im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ins Stocken geraten

Breitband mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50 Megabit pro Sekunde ist in Heidenau nur in einem kleinen Gebiet im Stadtzentrum vorhanden. In Richtung Stadtrand wird schnelles Surfen immer schwieriger. Eine Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse liegt nun vor. Aber mit dem Ausbau des schnellen Internets geht es derzeit nicht voran.

Über die Hälfte der Heidenauer wollen eine Geschwindigkeit von mehr als 30 Megabit pro Sekunde.

Quelle: Martin Gerten, dpa

Heidenau. Die Hälfte der Haushalte in Heidenau wünscht sich einen Breitbandanschluss von mehr als 30 Megabit in der Sekunde im Download. Laut der aktuellen Bedarfsanalyse des Landratsamtes Pirna wird die Zahl bis 2021 auf 71 Prozent anwachsen. In fünf Jahren wollen 19,5 Prozent der Haushalte im weltweiten Netz noch schneller unterwegs sein. Sie melden einen Bedarf von mehr als 50 Megabit pro Sekunde an. Zurzeit möchten zehn Prozent bzw. 798 von 7976 der Haushalte zu den Schnellsurfern gehören.

Das Breitbandnetz hinkt diesen Wünschen hinterher. Wer in Heidenau in der Nähe des Hauptverteilers der Telekom im Stadtzentrum wohnt, kann sich bei der Breitbandversorgung glücklich schätzen. Bis zu 50 Megabit in der Sekunde sind als Downloadgeschwindigkeit mitunter drin. Je weiter die Wohnung vom Hauptverteilungspunkt entfernt liegt, um so mehr nimmt die Geschwindigkeit im Internet ab. Gegenwärtig geben sich rund zwanzig Prozent der Wohnungsbesitzer mit einer Breitbandgeschwindigkeit von weniger als 30 Megabit in der Sekunde zufrieden. Bis 2021 sinkt die Zahl bei den Internetnutzern auf null.

In den dicht besiedelten Stadtteilen Mügeln und Süd liegen nur noch bis zu 16 Megabit pro Sekunde an. Das Nachsehen haben Bewohner der Randbereiche. Die Stadtteile Großsedlitz, Teile von Kleinsedlitz und Gommern, Wölkau, das nördliche Mügeln sowie die Gewerbeflächen zwischen der S172 und der Pirnaer Straße in Richtung Stadtgrenze zu Pirna sind unterversorgt. Dort sind gerade einmal bis zu sechs Megabit in der Sekunde möglich.

Die Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse hat der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Auftrag gegeben. Sie ist die Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln. Im Ergebnis wurden insgesamt 169 unterversorgte Gebiete als potenziell förderfähige Erschließungsgebiete im Kreis ausgewiesen. „Es stellt sich nun sowohl für den Landkreis als auch die Stadt Heidenau die Frage, wie mit den Untersuchungsergebnissen umzugehen ist“, berichtet Olaf Holthaus, zuständig für Stadtentwicklung im Heidenauer Rathaus. Entweder die Kommunen nehmen den Breitbandausbau selbst in die Hand oder das Landratsamt Pirna nimmt sich der Sache an. D.h., der Kreis übernimmt die Steuerung, die Finanzierung läuft aber über die Gemeinden und Städte.

Im Heidenauer Rathaus hat man sich noch nicht entschieden, wie es mit dem Breitbandausbau vorwärts gehen soll. Laut Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) gibt es noch Klärungsbedarf. Zwei Optionen stehen zur Wahl. Entweder die Stadt baut selbst aus und verlegt ein Leerrohrnetz und vermietet dieses dann an Telekommunikationsunternehmen. „Dies wird allerdings schwierig“, so Opitz. Denn es gibt kein Standardrohr. Jeder Anbieter stellt andere Ansprüche. Deshalb hat die Stadt auf die Verlegung eines Leerrohres verzichtet, als beim grundhaften Ausbau der beiden Straßen Kirchweg und Am Frühlingstor im vorigen Jahr die Möglichkeit dazu bestand.

Die andere Option wäre, die Stadt schreibt ein Gebiet aus. Telekommunikationsunternehmen können sich dann um den Ausbau bewerben. Dieser wird mit Fördermitteln unterstützt. Allerdings kommt hier EU-Recht ins Spiel. Unternehmen dürfen nicht unbegrenzt Zuschüsse bekommen, sondern die Höhe ist immer für einen bestimmten Zeitraum limitiert. Dies könnte den Ausbau in Heidenau ausbremsen, wenn das Unternehmen, das den Zuschlag bekam, die Zuschussgrenze erreicht hat. Dann müsste man warten, bis der Anbieter wieder Fördermittel in Anspruch nehmen darf.

Der Breitbandausbau ist des Weiteren ins Stocken geraten, weil die Förderhöhe zurzeit ungewiss ist. „Seit Monaten wird bereits eine Überarbeitung der sächsischen Förderrichtlinie angekündigt“, informiert die Kreisverwaltung. Die Förderquote soll unter anderem von 75 auf 90 Prozent steigen. „Diese Ankündigungen führen dazu, dass aktuell die notwendigen Entscheidungen nicht getroffen werden“, heißt es im aktuellen Informationsbericht an den Kreistag.

 

Von Silvio Kuhnert

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