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Brandstifter von Meißen zu Haftstrafen verurteilt

Gericht Brandstifter von Meißen zu Haftstrafen verurteilt

Nach einem Brandanschlag auf eine noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft in Meißen sind zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Dresden verhängt jeweils drei Jahren und acht Monate.

Einsatzkräfte der Feuerwehr sind in der Nacht zum 28.06.2015 nach einem Brand in der damals noch unbewohnten Asylbewerberunterkunft im Einsatz.

Quelle: dpa

Dresden/Meißen. Eric P. und Daniel Z. waren am Boden zerstört, verzweifelt und völlig am Ende als das Urteilt hörten. Die Große Strafkammer des Dresdner Landgerichts verurteilte sie wegen vorsätzlicher Brandstiftung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zu jeweils drei Jahren und acht Monate  Gefängnis. Die Männer hatten im Juni vergangenen Jahres Feuer in einem Haus auf der Meißner Rauhentalstraße gelegt, das die Gemeinde künftig als Asylheim nutzen wollte. Mehrere Wohnungen brannten komplett aus, die Inneneinrichtung wurde zerstört und das Gebäude zunächst unbewohnbar. Sechs Wochen später stiegen sie erneut ein, demolierten eine Feuerschutztür und versuchten das Haus unter Wasser zu setzen. Dies misslang, da die Leitungen inzwischen abgeklemmt worden waren. Dass das glimpflich abging, war nicht ihr Verdienst. Der Schaden am Gebäude betrug 165.000 Euro, der am Mobiliar 40.000. Vor allem dem Eigentümer, der das Gebäude mit einem Kredit und Eigenmitteln saniert hatte, entstand ein großer Schaden.

Die Angeklagten hatten die Vorwürfe umfassend eingeräumt, sich entschuldigt und echte Reue gezeigt – allerdings hätten sie sich vorher überlegen sollen, was sie da anrichten – und sie haben sogar noch Glück gehabt. Hätten die Bewohner des Nachbarhauses den Brand nicht so schnell bemerkt und die Feuerwehr gerufen, hätten die Flammen auch auf ihr Haus übergreifen und sie in Gefahr bringen können.

„Das Verfahren ist erschreckend“, sagte die Vorsitzende Richterin Michaela Kessler. „Seinem Frust durch Straftaten Luft zu machen, ist schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Die beiden Männer sind nicht die üblichen Kriminellen, die Dauergäste in den Gerichten sind. Sie sind im Leben integriert, haben eine Familie, Kinder, Wohnung, Arbeit und sind nie straffällig geworden. Die Diskussion um die Asylpolitik hat sie zu der Tat veranlasst – sie wollten keine Flüchtlinge in dem Haus in ihrer Nähe haben. „Das Thema ist umstritten, man kann über die Flüchtlingspolitik diskutieren, streiten, klagen aber keine Straftaten begehen. Das war eindeutig eine fremdenfeindliche Tat“, so Kessler.

Die Idee zur Brandstiftung mag noch spontan nach ein paar Bier entstanden sein, die Ausführung war überlegt. Die Angeklagten hatten sich vorher umgezogen, Sturmmasken angelegt und hatten Benzin in einer Weinflasche mitgenommen. Nachdem der erste Versuch scheiterte gingen sie zurück und holten Nachschub an Benzin und als es lichterloh brannte, posierten sie vor dem Feuer noch für ein privates Video. Sechs Wochen später, als die Ermittlungen schon liefen, zogen sie erneut los, um das Haus zu fluten – dazu gehört schon eine ziemlich hohe kriminelle Energie.

ml

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