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Boxdorfer Firma sagt Graffiti-Sprayern den Kampf an

Boxdorfer Firma sagt Graffiti-Sprayern den Kampf an

Hell und sauber leuchten die meisten Häuserfassaden im Moritzburger Ortsteil Boxdorf. In die idyllische Wohnsiedlung hat sich offenbar noch kein Graffitisprayer verlaufen.

Von Henry Berndt

In vielen anderen Städten Sachsens dagegen prägen Schmierereien an Häusern und Mauern das Stadtbild. Denen hat die Firma Lupoclean den Kampf angesagt, die ihren Sitz in eben jenem Moritzburger Ortsteil hat.

Ende 2011 habe sich das Unternehmen das Patent an einem Beschichtungsverfahren namens Lupoclean gesichert, sagt Geschäftsführer Claus Erbert. Die Idee für das Verfahren hatte ein Erfinder, dessen Namen Erbert nicht nennen möchte, in den 90er Jahren gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt. 2002 stieg Lupoclean mit ein. So wurde bereits vor etwa sieben Jahren der Fußboden der Dresdner Frauenkirche nach dem Verfahren beschichtet.

Die vor drei Jahren von einem Reinigungsunternehmen abgespaltetene Firma hat es sich zur Aufgabe gemacht, Steine und andere Oberflächen gegen Witterungs- und Umwelteinflüsse und gegen Graffiti zu schützen. Der Markt ist groß. Nach Angaben des Deutschen Städtetags verursachen illegale Graffiti in Deutschland jedes Jahr Schäden von bis zu 250 Millionen Euro. "Viele Kommunen suchen deswegen inzwischen nach Abhilfe", sagt Städtetag-Sprecher Volker Bästlein.

Bei der Suche nach dem richtigen Graffitischutz ist das Unternehmen aus Moritzburg nicht allein im Freistaat Sachsen. "Das Arbeitsfeld ist stark im Kommen", sagt der Geschäftsführer der Gebäudereinigerinnung Chemnitz/Dresden, Hans-Joachim Fust. Das werde sich auch Ende September auf der Fachmesse "SachsenClean 2012" am Dresdner Flughafen zeigen. Lupoclean-Chef Erbert ist sich sicher: "Wir haben jetzt ein Stück Gold in der Hand." Es ist allerdings flüssig, durchsichtig und riecht nach Desinfektionsmittel. In zwei Komponenten wird es auf eine Fläche aufgetragen. "Wir können zwar nicht Graffiti selbst verhindern", sagt Erbert, "aber wir können präventiv dafür sorgen, dass Lösungsmittel dem Stein beim Reinigen nichts anhaben können." Auch vor anderen Beeinträchtigungen, etwa durch Verwitterung, Regenwasser, Algen oder Moose, seien die behandelten Flächen langfristig geschützt.

An einer Betonwand hinter dem Firmengebäude demonstriert Vertriebsleiter Uwe Rischer die Wirkungsweise. Mit einem in Lösungsmittel getränkten Tuch wischt er rote Graffitischmierereien weg. "Durch seine mineralische Wirkungsweise hat Lupoclean die Poren des Steins verkleinert und verhindert so das Eindringen von flüssigen Farben in Form von Öl oder Fett", erläutert Rischer. Der Graffitischutz ist ein relativ neues Arbeitsfeld des Boxdorfer Unternehmens. In Pirna wurden ein Bahnhof und die Musikschule mit Lupoclean behandelt. Im neuen Stadthafen von Senftenberg wurden jüngst 1200 Quadratmeter Sichtbeton beschichtet.

Das Unternehmen hält die Inhaltsstoffe seines "flüssigen Goldes" geheim. Dank Verträgen und Verschwiegenheitsklauseln soll das auch noch lange so bleiben. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen in Boxdorf zehn Mitarbeiter und hat nach eigenen Angaben Aufträge in ganz Europa. Auch aus Vietnam, Chile und Brasilien gibt es Anfragen.

Als nächster Schritt soll in den kommenden Jahren ein vereinfachtes Produkt für den Verkauf in Baumärkten entwickelt werden. "Da wollen wir rein", sagt Erbert. "Und wir werden das auch packen." (dapd)

www.lupoclean.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.09.2012

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