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Boselgarten zeigt selten gewordene heimische Pflanzen

Gartenspaziergang und schöne Aussicht im Spaargebirge bei Sörnewitz Boselgarten zeigt selten gewordene heimische Pflanzen

Wandern, im Bäckercafé, in der Besenwirtschaft und/oder im Biergarten einkehren, bei entsprechendem Wetter eine unglaubliche Aussicht bis in die Sächsische Schweiz genießen und ganz nebenbei Interessantes u.a. über die Pflanzen des Sächsischen Elbhügellandes erfahren – all das kann man bei einem Ausflug auf die Bosel.

Blick in den Boselgarten.

Quelle: Catrin Steinbach

Sörnewitz. Wandern, im Bäckercafé, in der Besenwirtschaft und/oder im Biergarten einkehren, bei entsprechendem Wetter eine unglaubliche Aussicht bis in die Sächsische Schweiz genießen und ganz nebenbei Interessantes u.a. über die Pflanzen des Sächsischen Elbhügellandes erfahren – all das kann man bei einem Ausflug auf die Bosel. Sie ist der südlichste Punkt des Spaargebirges. Das befindet sich zwischen dem Coswiger Ortsteil Sörnewitz und dem Meißner Ortsteil Spaar, ist nur etwa drei Kilometer lang und rund 200 Meter breit.

Die Boselspitze liegt 189 m über NN und 93 m über der Elbe, kann man einer Informationstafel vor Ort entnehmen. Wenige Meter vom Aussichtsrondell entfernt befindet sich einer der beiden Eingänge in den Boselgarten. Die Anlage entstand Anfang des 20. Jahrhunderts auf Initiative des Botanikers Prof. Oskar Drude, Leiter des Botanischen Instituts und des Botanischen Gartens der Technischen Hochschule Dresden, ist eine Außenstelle des Botanischen Gartens der TU Dresden und von April bis September mittwochs, sonnabends und sonntags geöffnet.

Reviergärtnerin Helga Petzold hat hier den Hut auf und widmet sich in der Vegetationszeit voll und ganz dem Wohl der etwa 850 gezeigten Pflanzenarten. Wenn es ihr Tagesprogramm erlaubt, öffnet sie auch schon mal donnerstags und/oder freitags die Türen für Besucher, so Dr. Barbara Ditsch, wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens Dresden. Verlassen kann man sich darauf aber nicht.

Den Schwerpunkt in dem am Hang gelegenen 2500 Quadratmeter großen Gelände bilden wärmeliebende Pflanzenarten des Elbhügellandes. Viele von ihnen sind auf die eine oder andere Weise an Trockenheit angepasst. „Neben solchen, die man im Elbtal noch relativ häufig findet, wachsen im Boselgarten auch rund 200 Arten, die in Sachsen selten geworden oder gar ausgestorben sind“, erklärt Ditsch.

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Boselgarten. Der Boselgarten entstand Anfang des 20. Jahrhunderts auf Initiative des Botanikers Prof. Oskar Drude, Leiter des Botanischen Instituts und des Botanischen Gartens der Technischen Hochschule Dresden, ist eine Außenstelle des Botanischen Gartens der TU Dresden und von April bis September mittwochs, sonnabends und sonntags geöffnet.

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Weil es nicht mehr reicht, mit der Ausweisung von Schutzgebieten die Artenvielfalt zu erhalten, versucht man durch weitere Maßnahmen – zum Beispiel eine gezielte Vermehrung – dezimierte Bestände selten gewordener Pflanzen wieder zu vergrößern. Im Boselgarten findet man dokumentierte Nachzuchten in größerer Stückzahl unter anderem von der Bologneser Glockenblume (Campanula bononiensis L.) und der Violetten Königskerze (Verbascum phoeniceum L.).

„Die laut Roter Liste stark gefährdete Violette Königskerze stammt von einem der beiden letzten Wildvorkommen in der Lommatzscher Pflege. Dort nehmen die Stückzahlen ab, weil von einem angrenzenden Acker zu viele Nährstoffe angeschwemmt werden. Auf Anregung der Naturschutzbehörde haben wir Saatgut gesammelt, Jungpflanzen angezogen und mit ihnen eine Erhaltungskultur im Boselgarten angelegt. Gleichzeitig wurden über 2000 Jungpflanzen wieder ausgewildert.So konnte die botanische Rarität sich auf mindestens zwei Wiesen neu etablieren, die ihr gute Überlebenschancen bieten“, so Ditsch.

Der mittlere Teil des Boselgartens zeigt in Thüringen bzw. Böhmen heimische Pflanzen. „Dort herrschen ähnliche klimatische Verhältnisse wie im Elbhügelland. Die geographische Lage (Einwanderung von Pflanzen aus dem Osten bzw. Westen) und eine größere Häufigkeit kalkreicher Böden ließen dort eine besonders reichhaltige wärmeliebende Flora entstehen“, erläutert die Leiterin des Botanischen Gartens Dresden. „Momentan blühen die Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), die Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium und die Golddistel (Carlina vulgaris) besonders schön.“

Zu sehen gibt es in der Vegetationsperiode immer etwas. Anregungen und Informationen werden auch all jenen gegeben, die ein Herz für Insekten haben und Wildbienen Nistmöglichkeiten im Garten bieten wollen.

Öffnungszeiten Botanischer Garten: Anfang April bis Anfang Oktober geöffnet, jeweils Mi./Sa./So. 10-17Uhr, Eintritt: frei, Spenden willkommen; Führungen nach Vereinbarung unter: Tel.: 0172/ 353 84 19.

Von Catrin Steinbach

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