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Bootshaus wird saniert, Bootshalle abgerissen und durch Neubau ersetzt

Radebeul Bootshaus wird saniert, Bootshalle abgerissen und durch Neubau ersetzt

Das Bootshaus Radebeul wird saniert. Was für die knapp 250 Wassersportler des SSV Planeta eine freudige Botschaft ist, hat eine lange Vorgeschichte. „Es war ein langer, dorniger Weg“, sagt CDU-Stadtrat Wolfgang Jacobi (CDU). Nun haben die Stadträte einem Kompromiss zugestimmt. Zu verdanken ist das vor allem einem Mann.

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Das historische Bootshaus ist von der Elbe aus betrachtet eine schmucke Erscheinung. Wegen Hochwasserschäden kann es derzeit aber kaum genutzt werden.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Das Bootshaus Radebeul wird saniert. Was für die knapp 250 Wassersportler des SSV Planeta eine freudige Botschaft ist, hat eine lange Vorgeschichte. „Es war ein langer, dorniger Weg“, sagt CDU-Stadtrat Wolfgang Jacobi (CDU). Besondere Höhepunkte: Erst blitzte Radebeul mit seinem Ansinnen ab, die nötige Sanierung mit hundertprozentiger Förderung aus Flutschadensmitteln zu bezahlen. Bootshaus und Bootshalle seien schließlich keine gemeinnützigen Einrichtungen, weil sie nur einem Verein zur Verfügung stünden, begründete das die Sächsische Aufbaubank (SAB) nach dem Junihochwasser 2013. Dann schickte die Stadt den Verein in die Spur, um wenigstens eine 80-prozentige Förderquote zu sichern. Auch wenn diese Strategie Erfolg hatte, setzte gleich im Anschluss die Diskussion über die Kosten ein, sollte doch den Eigenmittelanteil die Stadtkasse aufbringen. Dem Benehmen nach rasselte die Stadtverwaltung bei Beratungen hinter verschlossenen Türen zwei Mal mit ihren Plänen durch, weil sie den Stadträten zu teuer waren. Das ganze Projekt stand auf der Kippe.

Gerettet hat es Winfried Lehmann (CDU), der seit Dezember seinen Dienst als Ordnungsbürgermeister in Radebeul tut, vorher aber lange Jahre Kontakte und Fachwissen als Sportbürgermeister in Dresden gesammelt hat. Ihm haben Oberbürgermeister Bert Wendsche und Baubürgermeister Jörg Müller (beide parteilos) das Projekt auf den Tisch gelegt. „Es war der einzige Weg, wir waren verbrannt“, begründet OB Wendsche. Lehmann hat Gespräche mit Verein, Kritikern und Fördermittelgebern geführt, die Pläne überarbeitet und dabei auch eine Vorlage der Stadtratsfraktionen SPD und Bürgerforum/Grüne mit einfließen lassen. Herausgekommen ist ein Kompromiss, den alle Seiten für praktikabel halten. Im Stadtrat jedenfalls wurde er einstimmig angenommen – was bei der Vorgeschichte überrascht.

Der Plan beruht im wesentlichen auf einem mehrstufigen Ausbau und einem gleichzeitigen Griff in mehrere Fördertöpfe. So will man bereits Ende des Jahres die Bootshalle gemeinsam mit den benachbarten Werkstattgebäude abreißen. 2017 soll die Bootshalle dann neu aufgebaut werden und dabei einen integrierten Werkstatttrakt erhalten. Außerdem soll der Neubau so errichtet werden, dass er im Hochwasserfall kaum Schaden nimmt und um ein weiteres Geschoss aufgestockt werden kann.

Gleichzeitig mit den Hallenneubau soll die Sanierung des historischen Bootshauses beginnen. Dort ist der früher für Veranstaltungen genutzte Saal baupolizeilich gesperrt und auch Räume, die von Wasserwanderern gemietet werden können, bleiben wegen des maroden Zustands des Gebäudes ungenutzt. Problem bei der Sanierung ist allerdings, dass der Schaden an Dach und Obergeschoss nicht als hochwasserbedingt anerkannt wird. Für diesen 160  000 Euro teuren Sanierungsteil will Lehmann deswegen die Sportförderung anzapfen. Ein Bescheid über einen 40-prozentigen Zuschuss stehe zwar noch aus, es sehe aber gut aus, sagt er. Das würde bedeuten, dass Radebeul für das etwa 1,43 Millionen Euro teure Vorhaben rund eine Million Euro Fördergelder bekommt. Da man zudem noch reichlich 300 000 Euro von der Versicherung erhält, bleibt dieser erste Bauabschnitt für die Stadtkasse finanziell sehr überschaubar, auch wenn er vom Verein viel verlangt. Dieser muss sich anderweitige Winterquartiere für seine Boote suchen, bekommt aber im Gegenzug die Räume wieder in Nutzung, mit denen er durch Vermietung einen kleinen Obulus einnehmen kann.

Rund 650 000 Euro soll der zweite Bauabschnitt kosten, der im wesentlichen im Abriss des Sanitärtrakts besteht, der sich derzeit in einem Anbau ans historische Bootshaus befindet. Die Sanitäranlagen sollen in einem neuem Obergeschoss über der Bootshalle neu entstehen. Radebeul will sich dafür um Mittel der Sportförderung bemühen, gebaut werden kann wohl nicht vor 2018. Die Umsetzung ist nicht nur wichtig, um eine möglichst hochwassersichere Unterbringung der Anlagen zu garantieren. Sie soll auch die Wasserbehörde zur Zustimmung bewegen, die zwar den Bau im Überflutungsgebiet genehmigen müsste, im Gegenzug aber durch den Abriss von Sanitäranbau und Werkstätten mehr Retentionsraum auf den Grundstück registrieren darf.

Von Uwe Hofmann

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