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Bombeneinsatz bei Rabenau endet mit großem Knall - Polizei meldet keine Störungen

Bombeneinsatz bei Rabenau endet mit großem Knall - Polizei meldet keine Störungen

Dresden. Mit einem großen Knall endete am Mittwochmittag gegen 12.15 Uhr der Bombeneinsatz von Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienstes in der Dippoldiswalder Heide.

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Die Sprengung der Bombe in der Dippoldiswalder Heide.

Quelle: dpa

Zusammen mit 35.000 Litern Wasser brachte Sprengmeister Thomas Lange eine 250-Kilo-Weltkriegsbombe kontrolliert zur Detonation. Zuvor hatten Lange und sein Kollege Joachim Kniesche zwei weitere Sprengsätze erfolgreich entschärft.

Die Bomben lagen seit April 1945 in dem Waldstück zwischen Rabenau und Dippoldiswalde. Beim Absturz eines US-amerikanischen Fliegers kurz vor Kriegsende waren die Sprengsätze nicht detoniert. Elf Bomben hatten Lange und Kniesche bereits im November entschärft. Bei der Suche nach einem weiteren Flieger, dessen Absturz ebenfalls in dem Wald vermutet wurde, fanden die Experten nun die drei weiteren Sprengsätze.

Zwei davon lagen tief genug vergraben und waren ausreichend konserviert, dass die Sprengmeister sie entschärfen konnten. Die dritte Bombe schlummerte jedoch nur knapp einen Meter unter dem Waldboden und war daher so verrostet, dass eine Sprengung vor Ort nötig war.

Sprengmeister testen neue Flexitank-Technik

Dank des Fundortes im Wald hatte sich Lange dabei für eine neue Technik entschieden, die die Explosion abdämpfen sollte. Bisher nutzte der sächsische Kampfmittelbeseitigungsdienst Papier und Sand zur Dämmung. Dieses Mal kamen erstmals sogenannte „Flexitanks“ zum Einsatz – große Kunststoffbehälter mit einem Fassungsvermögen von je 24.000 Litern Wasser.

Lange und seine Kollegen hatten die Bombe in einer etwa ein Meter tiefen Grube deponiert, darüber ein Tank mit 20.000 Litern und einer mit 15.000 Litern Wasser, die fast ebenerdig abschlossen. Das Befüllen durch die Feuerwehr dauerte nur rund 30 Minuten. Kurz nach 12.15 Uhr wurde gezündet. Eine Wolke aus Wasser schoss in dem Himmel, kurz danach war ein dumpfer Knall kilometerweit zu hören. Die Explosionsgrube war hinterher eine einzige Schlammwüste. Aber abgesehen von zwei umgestürzten Bäumen, jede Menge Tannenadeln und den Resten der Flexitanks in den Bäumen, blieb der Wald stehen.

Der Einsatz, an dessen Absicherung seit dem Morgen rund 150 Polizisten beteiligt waren, verlief störungsfrei. Weder Polizei noch die Rabenauer Stadtverwaltung meldeten Komplikationen. Die betroffenen Straßen, darunter die B 170, die seit 8 Uhr gesperrt waren, konnten gegen 12.30 Uhr für den Verkehr wieder freigegeben werden. Auch die rund 50 evakuierten Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren. Von dem Angebot einer Notunterkunft hatte keiner der Betroffenen Gebrauch gemacht.

Lange ist mit Ergebnis zufrieden

Lange zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Das Ergebnis ist tatsächlich beeindruckend“, urteilte der Sprengmeister. Die Flexitanks seien eine gute Alternative zu riskanten Entschärfungen – auch in städtischen Gebieten. Der Vorteil sei vor allem, dass das Dämmmaterial einfach heranzuschaffen sei. Denn die Feuerwehr zum Befüllen der Tanks mit Wasser ist bei solchen Einsätzen sowieso vor Ort, sagte Lange. Ein Restrisiko von fünf Prozent bleibe bei einer Sprengung aber immer bestehen. Wie zum Beweis präsentierte ein Polizist einen handtellergroßen Bombensplitter.

Der Einsatz in der Dippoldiswalder Heide dauert für die Kampfmittel-Experten weiter an. Mindestens bis Jahresende wird in dem Wald noch nach Munition gesucht. Von der Gewehrpatrone bis zur Panzerfaust liege noch jede Menge Restmunition in dem Wald. Im April stehe ein weitere Sprengaktion an, dann geht es um Panzergranaten.

Zweiter Flieger liegt an anderer Stelle

Die Bomben des zweiten Flugzeugs werden hingegen nicht mehr in der Dippoldiswalder Heide vermutet. Nach den bisherigen Suchergebnissen und dem Auswerten von Zeitzeugenberichten gehen die Fachmänner inzwischen davon aus, dass der zweite Bomber an einer anderen Stelle gelandet ist. Das Wrack und wahrscheinlich auch die Bomben könnten nahe der Babisnauer Pappel am Dresdner Stadtrand herunter gekommen sein.

Stephan Lohse

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