Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Blutpfütze muss auf Stahlkorsett noch warten - Stadt räumt auf nach Schlammlawine in Oberposta

Blutpfütze muss auf Stahlkorsett noch warten - Stadt räumt auf nach Schlammlawine in Oberposta

Wann wird die Gefahr an der Blutpfütze endlich gebannt? Erneut war ein Sturzbach aus Schlamm und Geröll aus dem ehemaligen Steinbruch den Hang zur Elbe niedergegangen und hat Grundstücke in Mitleidenschaft gezogen.

Gestern war aufräumen angesagt. Seit den frühen Morgenstunden waren Bauleute damit beschäftigt, den Bereich zu entschlammen. Außerdem wurden die Fangzäune freigeräumt, das Abflussrohr freigesaugt und -geblasen. Vor allem im Hinblick auf die für vergangenen Abend und Nacht vorhergesagten starken Niederschläge war Eile geboten.

Die Blutpfütze ist ein sogenanntes Gewässer 2. Ordnung. Es fließt nicht immer, aber bei Starkregen springt es an. Und durch die Wucht, mit der es abrupt ins Elbtal saust, ist es einer, wenn nicht gar der gefährlichste sporadische Wasserlauf im Pirnaer Stadtgebiet. Immer wieder lösten sich Erdreich, so 1987, zum Jahreswechsel 2002/2003, nach den Starkniederschlägen im August 2010 und jüngst am Mittwoch.

Die Topographie der Blutpfütze macht sie so gefährlich. Oberhalb des Steinbruches sammelt sich in einer Senke das Regenwasser. Ist sie vollgelaufen, stürzt das Wasser rund 15 Meter die Felswand hinunter und sammelt sich auf einem Plateau, der einstigen Arbeitsfläche des Steinbruchs. Von dort aus sucht sich der Wasserlauf seinen Weg durch den Abraum, den Steinbrecher einst den Abhang hinunter in Richtung Elbe warfen. Das Regenwasser hat bereits ein tiefes Kerbtal in den Hang gegraben. Ein Schacht soll eigentlich das Wasser bändigen. Doch der Abfluss ist zu eng und kann die Massen nicht immer fassen. Außerdem ist der Schacht in der Mitte gebrochen.

In den Schubladen der Stadtverwaltung liegen bereits Pläne, das Problem zu beheben. Ein neuer Kanal aus Stahlrohr von einem Meter Durchmesser soll künftig Schlammlawinen verhindern.

Die Stadtverwaltung muss sich allerdings vorerst mit der Notsicherung begnügen, statt den neuen Schacht zu bauen. Zwar stehen seit über einem Jahr Fördermittel bereit. Was aber noch fehlt, ist das Baurecht. Weil es sich bei dem Bau der Rohrleitung um eine Gewässerneuverlegung handelt, ist ein Planfeststellungsverfahren notwendig. "Der Planfeststellungsbeschluss ist noch nicht da", informierte Stadtsprecherin Jekaterina Nikitin. Die Verwaltung hofft, dass er demnächst von der Landesdirektion getroffen wird. Denn sie hat ein Ziel: "Im Herbst soll der Bau beginnen", so Nikitin. Rund sechs Monate Bauzeit sind für den neuen Abfluss, der rund 35 Höhenmeter überwindet, veranschlagt. Die Baukosten betragen rund Million Euro. Das Land beteiligt sich mit 846 000 Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.05.2013

Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr