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Bewährungsstrafen im Prozess im Überfall auf Hamburger Schüler in Bad Schandau

Bewährungsstrafen im Prozess im Überfall auf Hamburger Schüler in Bad Schandau

Drei junge Männer sind am Mittwoch in Pirna zu Haftstrafen zwischen 8 und 15 Monaten auf Bewährung wegen schwerer Körperverletzung und teilweise auch wegen anderer Taten verurteilt worden.

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Die Herberge in Bad Schandau.

Quelle: dpa

Das Amtsgericht sprach sie schuldig, im September vergangenen Jahres im sächsischen Bad Schandau einen damals 15 Jahre alten Hamburger Schüler asiatischer Abstammung brutal zusammengeschlagen zu haben.

Die 18, 20 und 26 Jahre alten Verurteilten verließen danach wortlos den Gerichtssaal. Sie hatten die Tat zuvor in der nichtöffentlichen Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht gestanden. „Sie haben auch gesagt, dass es ihnen leidtut“, sagte Gerichtssprecher Andreas Beeskow. Ihrem Opfer zahlen sie 3500 Schmerzensgeld. Der junge Hamburger war nicht selbst zum Prozess nach Pirna gekommen. „Er wollte nicht wieder hier her müssen“, sagte sein Anwalt Björn Elberling. Zu schwer liege die Last des Schreckens jener Nacht noch auf ihm. Auf Klassenfahrt in der Sächsischen Schweiz, war er den Tätern in der Jugendherberge zufällig begegnet. Diese hatten sich bei einem Dorffest mit Klassenkameraden des Hamburgers angelegt und waren ihnen in die Herberge gefolgt. Dort schlugen sie dem 15-Jährigen so schwer ins Gesicht, dass Kiefer und Augenhöhle brachen. Einige Zeugen hatten ausgesagt, dass auch rechtsradikale Parolen gerufen worden seien. Die Polizei vermutete einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Der Vorwurf wurde dann aber wieder fallengelassen.

Es sei um Fußball gegangen, hieß es von der Staatsanwaltschaft. „Im Ergebnis konnte das Gericht keine rechtsradikale Motivation der Täter feststellen“, sagte Beeskow. Die Täter seien vielmehr „sehr unbedarft und sehr unüberlegt an die Sache herangegangen“. Der Tat hätten nach Auffassung des Gerichts Streitigkeiten beim Dorffest und Auseinandersetzungen über Fußball zugrunde gelegen. Opfer-Anwalt Elberling sieht das anderes. Zwar sei es schwierig, zwischen einer generellen rechten Gesinnung und einer direkten Tatmotivation zu unterscheiden. Aber dennoch: „Die Tat, wie sie sich zugetragen hat, die kann man nicht mit Fußball, Frust oder Alkohol erklären.“ Elberling glaubt weiter, dass rassistische Motive eine Rolle spielten. Der Kieler Jurist hat Erfahrungen in der Szene. Auch im Münchner NSU-Prozess ist er Nebenkläger-Anwalt. Verhandelt wurden auch die Beleidigung eines Polizisten gegen einen der Angeklagten sowie versuchter Raub gegen zwei von ihnen. In beiden Fällen gab es Schuldsprüche, beim versuchten Raub jedoch nur gegen einen Angeklagten. Der andere wurde freigesprochen. Im Falle der Beleidigung war der Angeklagte zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt. Dies hatte wegen der besonderen Schutzwürdigkeit von Jugendlichen in Strafprozessen dazu geführt, dass die Öffentlichkeit gleich zu Beginn des Verfahrens ausgeschlossen worden war.

dpa

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