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Besucherrekord in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein

Besucherrekord in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein

Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein konnte 2014 die bislang höchste Besucherzahl ihres 14-jährigen Bestehens verzeichnen. "Insgesamt informierten sich 13.583 Menschen in der Gedenkstätte und damit über 2100 mehr als im bisher besucherstärksten Jahr 2012", teilte Sprecher Hagen Markwardt mit.

Hohes Interesse an den Angeboten der Bildungsarbeit zeigen zum einen Schulen, Vereine und Unternehmen. Andererseits ist aber auch die Zahl der Einzelbesucher stark gestiegen. "Diese Entwicklung zeigt, dass sich Pirna-Sonnenstein als überregionaler Erinnerungs- und Informationsort etabliert hat", resümierte Markwardt.

Im vergangenen Monat wurden das Beleuchtungssystem und die zweisprachigen Informationstafeln im Gedenkbereich erneuert. "Damit bestehen nun bessere Bedingungen, sich am authentischen Ort über die Ermordung von kranken Menschen und Konzentrationslagerhäftlingen in der Zeit des Nationalsozialismus zu informieren", berichtete Markwardt.

Die Gedenkstätte erinnert an die "Euthanasie"-Morde in der NS-Zeit an behinderten und kranken Menschen in der ältesten deutschen Heil- und Pflegeanstalt. Allein in Pirna-Sonnenstein wurden 13.720 vorwiegend geistig Behinderte und psychisch Kranke von den Nazis getötet und mindestens 1031 Häftlinge aus Konzentrationslagern mit Kohlenmonoxid erstickt. Das System der Pirnaer Gaskammer und seiner Krematorien wurde später in den NS-Vernichtungslagern übernommen. In diesem Jahr erinnert die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein am 28. Juni an den Beginn der Mordverbrechen auf dem Sonnenstein vor 75 Jahren. Unter den Opfern waren auch über 1200 Einwohner Dresdens.

Der Sonnenstein war nicht nur ein Ort des Grauens, sondern vorher über mehrere Jahrzehnte ein Ort des Heilens. In der einstigen Feste über der Stadt wurde im Jahr 1811 eine Heil- und Verpflegungsanstalt eingerichtet. Rasch entwickelte sich die sächsische Landesanstalt, die als erste dauerhaft existierende staatliche Einrichtung zur Betreuung psychisch kranker Menschen in Deutschland gilt, zu einer der modernsten Psychiatrien in Deutschland im 19. Jahrhundert.

"Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein hat die Initiative zur würdigen Gestaltung des 250. Geburtstages des Gründers der Heilanstalt Sonnenstein, Gottlob Adolph Ernst von Nostitz und Jänckendorf übernommen", so Markwardt. Dem Heilanstaltsgründer soll unter anderem mit einer Festveranstaltung auf Schloss Sonnenstein und mit einer Publikation gedacht werden. Weitere in diesem Jahr geplante Veröffentlichungen beschäftigen sich mit der Praxis der NS-Zwangssterilisationen in Sachsen und der Ermordung ostpreußischer Patienten auf dem Sonnenstein im Jahr 1941.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.01.2015

Silvio Kuhnert

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