Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Berufsschüler wandern nach Dresden ab: Dezentralisierung der Fachklassen gefordert

Berufsschüler wandern nach Dresden ab: Dezentralisierung der Fachklassen gefordert

Landkreis Meißen. Immer mehr Berufsschüler verliert der Landkreis Meißen an den Standort Dresden. Darüber informiert der Kreis in einem entsprechenden Papier.

Hätten die modernen Rahmenbedingungen in den Berufsschulzentren stets für eine gute Auslastung gesorgt, setze sich in den vergangenen Jahren durch allgemein sinkende Schülerzahlen ein Trend durch, der die Bildung von Fachklassen in den ländlichen Regionen deutlich erschwert. Das Problem: Um eine so genannte Fachklasse, in der Azubis den theoretischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren, bilden zu können, sind mindestens 16 Lehrlinge nötig. Kommen diese nicht zusammen, werden überregionale Fachklassen zusammengestellt, die Schüler wandern also nach Dresden ab. Dort seien dann zusätzliche Investitionen notwendig, während beste Ausbildungsbedingungen in den ländlichen Regionen ungenutzt bleiben, so der Landkreis.

Seit 2010 versucht der Landkreis Meißen mit verschiedenen Vorschlägen, Ausbildungsstandorte in den Bereichen Produktion und Dienstleistung sowie Landwirtschaft und Umwelt von Dresden zurückzugewinnen. Bisher ohne Erfolg. "Da in der Gremienbefassung und öffentlichen Diskussion in der Stadt Dresden die Vorschläge nicht umgesetzt wurden, laufen gegenwärtig alle Entscheidungen über das Erreichen der Mindestschülerzahl. Die Landkreise sind dadurch immer Verlierer", heißt es in dem Papier. Und das hat Konsequenzen: Durch die Zentralisierung der Fachklassen in der Landeshauptstadt sind in der Region Ausbildungsberufe wie Bäcker und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Friseure, Dachdecker, Industriekaufleute, Köche, Fachkräfte im Gastgewerbe sowie Hotel- und Restaurantfachfrauen stark gefährdet. Die Berufe Bauten- und Objektbeschichter sowie Maler und Lackierer sind aufgrund nicht erreichter Mindestschülerzahlen gänzlich an Dresden verloren gegangen.

Um die Ausbildungszahlen zu stabilisieren, hat der Landkreis als Schulträger bei der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, erneut verschiedene Anträge gestellt. Der Antrag, das Berufsschulzentrum Radebeul um die Fachrichtung Chemietechnik zu erweitern, wurde wegen des fehlenden öffentlichen Bedürfnisses bereits abgelehnt, soll 2014 aber erneut gestellt werden. Ein weiterer, auf Erweiterung um die Schulart Fachoberschule Wirtschaft, ist noch offen. Auch bei der Einrichtung des Ausbildungsberufes Kraftfahrzeugmechaniker am Berufsschulzentrum Meißen zeigt sich das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) zögerlich: Aufgrund geringer Schülerzahlen möchte man das Schuljahr abwarten, um zu sehen, welche Zahlen in den neuen Fachrichtungen überhaupt zusammenkommen.

Das Landratsamt sieht nun die oberste Schulaufsichtsbehörde, das SMK, in der Pflicht, ein Vorantreiben der Zentralisierung von Fachklas- senstandorten zu verhindern. "Der Landkreis Meißen wird sich auch in Zukunft für seine Beruflichen Schulzentren engagieren", heißt es abschließend.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.09.2013

Christin Grödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

23.10.2017 - 09:49 Uhr

Die Dresdner unterliegen beim 1. FC Nürnberg. Peniel Mlapa sorgt für das einzige Tor der Schwarz-Gelben und ist im Anschluss ordentlich angefressen.

mehr