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Berliner Bär tanzt vor der Weihnachtskrippe

Weihnachtsschau im Stadtmuseum Berliner Bär tanzt vor der Weihnachtskrippe

In der diesjährigen Weihnachtsausstellung zeigt das Stadtmuseum Pirna Weihnachtskrippen. Im DNN-Interview berichten Museumsleiter René Misterek und Leihgeberin Dr. Maria Dunkel, was die Besucher ab 1. Advent bis 7. Februar 2016 entdecken können.

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Aus Terrakotta schuf der Bildhauer Joachim Dunkel eine Krippe mit ganz weltlichen Figuren für seine Ehefrau Dr. Maria Dunkel.

Quelle: Daniel Förster

Pirna. In der diesjährigen Weihnachtsausstellung zeigt das Stadtmuseum Pirna Weihnachtskrippen. Im DNN-Interview berichten Museumsleiter René Misterek und Leihgeberin Dr. Maria Dunkel, was die Besucher ab 1. Advent bis 7. Februar 2016 entdecken können.

Frage: Herr Misterek, es ist die bereits 23. Weihnachtsausstellung im Stadtmuseum. In diesem Jahr werden Weihnachtskrippen aus aller Welt gezeigt. Wie ist die Idee zu dieser Schau entstanden?

René Misterek: Das Stadtmuseum Pirna pflegt gute Kontakte zum Kreismuseum Grimma. Museumsleiterin Marita Pesenecker sammelt seit etwa 25 Jahren Weihnachtskrippen, handgearbeitete Stoffe und Ostereier aus aller Welt. Sie hat von ihrer Sammlung berichtet, die rund 300 Krippen aus verschiedenen Ländern umfasst. Dabei ist die Idee entstanden, eine Auswahl in Pirna zu zeigen.

Was fasziniert die Sammlerin an Krippen?

René Misterek: Sie sammelt Krippen, die volkskundlich und volkskünstlerisch interessant sind, wo gutes handwerkliches Können und Individualität in den Figuren steckt. Die Originalität, die Unterschiedlichkeit der Gestaltung, die Vielfalt des eingesetzten Materials und landestypische Besonderheiten, bedingt durch die verschiedenen Kulturen und Temperamente der Völker, wecken dabei immer wieder ihr Interesse. Sogar ihre Urlaubsziele wählt sie nach ihrer Sammelleidenschaft aus. So sucht sie traditionelle Krippenbauländer und Orte auf, wie beispielsweise Sizilien, Italien oder Portugal, und schaut in den Werkstätten nach Objekten, mit denen sie ihre Sammlung ergänzen kann. Sie sammelt international, bis auf Australien hat sie Krippen von allen Kontinenten.

Die Exponate werden bis 7. Februar im Pirnaer Stadtmuseum zu sehen sein. Gibt es Aspekte, die die Krippen aus den verschiedenen Ländern und Erdteilen verbindet oder unterscheidet?

Das Verbindende ist, dass die Krippenbauer das Geschehen in Bethlehem in ihre Zeit und in ihr Umfeld holen. So tragen die Figuren die Gesichtszüge des eigenen Menschenschlages, sind also beispielsweise als Afrikaner, Indios oder Europäer gestaltet. Die Kleidung orientiert sich nicht am Wissen um die Lebensgewohnheiten der Menschen zu Zeiten Jesu, sondern es werden eigene Trachten zum Vorbild genommen. So ziehen beispielsweise mit Ponchos bekleidete Hirten mit dem Lama zur Krippe oder die afrikanische Maria beugt sich über ihr schwarzes Jesuskind. Dieses individuelle Herangehen der Krippenbauer reizt die Sammlerin.

Die Ausstellung wird ergänzt durch rund 100 Figuren, Tiere, Gebäude und anderes Beiwerk des Berliner Bildhauers und Grafikers Joachim Dunkel (1925-2002), der aus Terrakotta eine ganz besondere Weihnachtskrippe zusammengestellt hat. Frau Dr. Maria Dunkel, waren es religiöse Motive oder warum hat ihr Mann über mehrere Jahre hinweg die Krippe um immer weitere Figuren ergänzt?

Dr. Maria Dunkel: Als Professor für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Berlin hatte mein Mann schon lange einen Brandofen beantragt. Diesen bekam er im November 1978 geliefert und der Ofen musste ausprobiert werden. Und was macht man als Bildhauer im November? Da war die Weihnachtsgeschichte naheliegend und so ist die Idee zu einer Krippe entstanden. Mit dieser hat er mich zu Weihnachten überrascht. Anfangs bestand sie aus dem Kern der Geschichte - Maria und Josef mit dem Kind im Stall, dazu Ochs und Esel. Nachher kam eine Schafherde hinzu und über die Jahre wuchs die Krippe um weitere Figuren an. Er hat einmal selbst gesagt, dies sei eine ganz irdische Geschichte. Die Krippe ist ganz weltlich. Es waren weniger religiöse Motive.

Die Krippenfiguren sind sehr verspielt und zeigen verschiedene Charaktere der Menschen. Neben der heiligen gibt es eine unheilige Familie. Ein Kohlenklau bringt keine Geschenke, sondern stibitzt Gaben und haut mit einem Sack ab. Aber was hat es mit dem Bären auf sich?

Dr. Maria Dunkel: Das ist der Berliner Bär. Den bekam ich im Jahr des 750-jährigen Stadtjubiläums von Berlin zu Weihnachten geschenkt. Zu der Gruppe gehören noch Musiker, denn es ist ein Tanzbär. Die Krippe war ursprünglich eine ganz private Geschichte. Mein Mann baute sie zu Weihnachten immer in unserer Altberliner Wohnung auf. Nach seinem Tod wurde ich angesprochen, sie auch einmal öffentlich zu zeigen. Nun kann man sie in den nächsten Wochen in Pirna sehen.

Interview: Silvio Kuhnert

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