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Bei sich angekommen: Die Malerin Dorothee Kuhbandner und ihre Galerie am Radebeuler Elbhang

Bei sich angekommen: Die Malerin Dorothee Kuhbandner und ihre Galerie am Radebeuler Elbhang

Im Oktober vergangenen Jahres gründete die Radebeuler Malerin Dorothee Kuhbandner ihre Galerie in einer historischen Remise auf der Oberen Bergstraße 13. Dem alten Gebäude (ehemals für herrschaftliche Kutsche und Pferde gedacht) gab sie innen einen neuen Fußboden und weiße Wände.

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Dorothee Kuhbandner in heimischer Arbeitsumgebung in Radebeul.

Quelle: Heinz Weißflog

Der Besitzer lässt sie gewähren. Wenngleich ein Projekt auf Zeit, spürt man den Geist einer kreativen Künstlerin, die sich mit Haut und Haar in ihre neue Aufgabe gestürzt hat. Ihr kleines Unternehmen firmiert unter dem mehrdeutigen Namen "Galerie mit Weitblick", hat man doch von den Fenstern eine faszinierende Aussicht auf die sächsisch-böhmische Landschaft mit Fernsehturm und Schneeberg. Schließlich versucht sie mit ihrem Konzept, bekannte und weniger bekannte, vor allem aber regionale Künstler in ihren Ausstellungen zusammenzuführen, die für eine große Bandbreite von Kunst stehen.

In den beiden liebevoll eingerichteten Ausstellungsräumen befindet sich die kleine Galerie, deren Ausstellungen halbjährig wechseln. Im Augenblick zeigt Dorothee Kuhbandner eigene Arbeiten, sowie Bilder von Petra Schade, Christine Grochau, Rita Geißler, Gritt Holomek, Horst Hille, Leonore Adler, Katharina Graf (Bildhauerin), Jens Gebhardt (Holzbildhauer), Gerold Schwenke (Keramik), Michael Horwath, Günter Gläser (Emaillebilder) und Anne K. Pinkert. In einem Nebenraum, dem Atelier, herrscht kreative Unordnung, hängen eigene Bilder. In den Ecken und auf Regalen und Tischen liegen oder stehen originell bemalte Arbeiten aus gefaltetem Papier, fantasievolle Dinge, die für den kleinen Verkauf bestimmt sind: Aus bemalten, hölzernen Wäscheklammern entstanden originelle Brillenhalter, Einsteckkarten für Fotos, kombinierbare Papparbeiten und variable Kartonhäuser für Kinder und vieles andere mehr.

Die Künstlerin ist Bürofrau, Malerin und Managerin in einem, arbeitet im Kulturamt von Radebeul als Gestalterin, gibt selbst Kurse im kreativen Malen und veranstaltet für Kinder Bastel- und Wissens-Nachmittage in der Galerie. Sie hat vier Söhne großgezogen, worauf sie besonders stolz ist. Die beiden Jüngeren leben noch zu Hause. Mehrere selbst gestaltete Kinderbücher gab sie im eigenen Verlag Zilpzalp heraus. Ihre Handschrift wirkt oft magisch-expressiv, lässt sich in kein Schubfach schieben. Bemerkenswert sind die leuchtende Farbigkeit und der ungezähmte Strich, in dem die Figur Gestalt annimmt. Scherzhaft spricht sie von ihrem "Dorealismus". Fantasievolle Figurationen werden bevorzugt, geisterhafte, kreatürliche Wesen, die ihre Bilder bevölkern und dort mit dem Geschling der Linien verschmelzen. Auch expressive, stark farbige Landschaften schmücken die Wand. Da ist Licht und Feuer. Neben der Malerei erfindet sie immer neue Möglichkeiten der Einbeziehung von Kunst für das Kinderzimmer, wie die als Leporello gestalteten farbigen Bildergeschichten, die als auffaltbare Blätter für den inneren Türrahmen gedacht sind.

Seit ihrer Geburt lebt die Malerin in Radebeul. Und sie will hier bleiben. So sagt sie von sich selbst, dass sie eine "Lokalpatriotin und Idealistin" sei. Wie das zusammengeht, beweist ihr schlüssiges Konzept für die Galerie in der Remise, in der auch regelmäßig Veranstaltungen (z.B. Lesungen, musikalisch-literarische Veranstaltungen und Künstlergespräche) stattfinden und zum Teil auch aus Büchern gelesen wird, die ihr Ehemann im eigenen Notschriften-Verlag herausgegeben hat. Bemerkenswert ist die Kontinuität ihrer Arbeit. Seit ihrer Kindheit hat sie ohne Unterbrechung gezeichnet und gemalt. Jetzt ist sie auf ihrem Weg bei sich angekommen, sagt sie. Damals war sie oft bei ihrem Patenonkel, dem Wachauer Maler Werner Juza, zu Gast und malte unter seiner Anleitung. Dorothee Kuhbandner lernte zunächst Buchbinderin und arbeitete als solche in der Sächsischen Landesbibliothek. Nach einer Umschulung war sie Krankenschwester, später Tagesmutter. Endlich studierte sie an der Abendschule der HfBK Dresden. "Es sind die Umwege, die einen Menschen am schnellsten zum Ziel führen, Etappenorte sind und bleiben existenziell", schrieb der Radebeuler Dichter Thomas Gerlach in seiner Laudatio zu ihrer Ausstellung im Rahmenatelier Kruschel. Seit 2011 widmet sich Dorothee Kuhbandner ganz der Malerei und Grafik, aber auch der Buchillustration. Sie malt in Öl, Acryl und Tusche, druckt und bindet ihre Bücher und die anderer Autoren selbst, wie zum Beispiel die beiden kleinen illustrierten Hefte zu Christian URI Webers Aphorismen. Bekannt geworden ist sie auch durch Recycling-Kunst und ihre Installationen im öffentlichen Raum.

Ausstellung noch bis 13. Oktober. Galerie mit Weitblick, Obere Bergstraße 13, Radebeul, geöffnet Sa & So 14-18 Uhr. Kontakt: 0351/838 20 34

Die nächste Vernissage zur Gemeinschaftsausstellung von Mandy Herrmann, Manuela Neumann, Holger Fuchs, Horst Hille und Dorothee Kuhbandner findet am 19. Oktober um 17 Uhr statt.

www.doro-malerei.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2013

Heinz Weißflog

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