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Bei Landratswahlen steht für die Sachsen-CDU einiges auf dem Spiel

Bei Landratswahlen steht für die Sachsen-CDU einiges auf dem Spiel

In ihren Regionen gelten sie als kleine Fürsten mit erheblichem Einfluss. Zehn Landräte gibt es derzeit in Sachsen, und selbst Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) ist gut beraten, sich nicht mit allen gleichzeitig anzulegen.

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Quelle: Grafik: Patrick Moye

Denn in der Politik gibt es eine einfache Regel: Tun sich die Kreisregenten zusammen, können sie auch Ministerpräsidenten das Leben vermiesen. Genau um diese erlauchte Gruppe geht es in Kürze. Anfang Juni wird auf Kreisebene neu gewählt, und für die Sachsen-CDU steht einiges auf dem Spiel. Grund: Die Landkreise sind fest in Unions-Hand, alle Landräte sind von der CDU.

Das ist der Unterschied zur Lage in den großen Städten, wo die Union ein erhebliches Problem hat. Zum einen werden mit Leipzig und Chemnitz bereits zwei von SPD-OBM regiert, und ob es Markus Ulbig nach dem Rückzug von Helma Orosz (beide CDU) gelingt, Dresden für die Union zu erhalten, ist nach derzeitigem Stand ungewiss. Schon deshalb sind die Landratswahlen so entscheidend für Tillich. Entsprechend geht sein Generalsekretär Michael Kretschmer die Wahl an: "Wir wollen auch in Zukunft in allen zehn Landkreisen Verantwortung übernehmen", sagt er. "Die kommunale Basis ist uns sehr wichtig."

Dabei ist die Ausgangslage längst klar: Von den zehn Landräten treten sechs wieder an, vier ziehen sich nach langjähriger Amtszeit zurück. Hierbei handelt es sich um den Landkreis Nordsachsen, in dem Michael Czupalla seit 25 Jahren regiert. Darüber hinaus zieht auch Gerhard Gey (Landkreis Leipzig) den Gang in den Ruhestand einer weiteren Amtszeit vor. Tassilo Lenk (Vogtlandkreis) und Volker Uhlig (Landkreis Mittelsachsen) wiederum scheiden aus Altersgründen sowieso aus.

Der Ausstieg dieser Platzhirsche macht die Wahlgänge im Juni in diesen vier Kreisen so interessant. Die Frage, um die sich alles dreht, lautet: Kann sich das "Lager" links von der CDU auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen, wie es Linke, Grüne und SPD im Vorfeld der gleichzeitig stattfindenden OBM-Wahl in Dresden bereits vorgemacht haben - oder nicht? Denn nur dann hätte ein Kandidat jenseits der CDU eine Chance, wenn überhaupt.

Nach Lage der Dinge ist ein solches Bündnis aber weder in Nordsachsen noch im Landkreis Leipzig Realität. Im einen Fall gibt es mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Peter Hettlich (Grüne) zwar einen Bewerber mehrerer Partei, allerdings nur von Linken und Grünen, die SPD stellt einen eigenen auf. Folge davon ist, dass beide gegen Kai Emanuel kaum eine Chance haben dürften. Dabei ist Emanuel noch nicht einmal Mitglied der CDU, sondern parteilos. Als Beigeordneter für Finanzen aber ist er allseits bekannt.

Im Landkreis Leipzig schickt die CDU mit dem Bürgermeister von Neukieritzsch, Henry Graichen, einen CDU-Mann mit guten Aussichten ins Rennen. Denn auch hier konnten sich Linke und SPD nicht auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen. Anders ist die Lage in Mittelsachsen, wo die Absprache zwischen Linken, SPD und Grünen längst steht. Mehr oder weniger direkt wird ein Kandidat der Linken also auch von den anderen Parteien unterstützt. In Mittelsachsen dagegen ist die Frage noch nicht endgültig geklärt. "Wir arbeiten daran", lautet die Auskunft der Emissäre.

Ganz ähnlich sieht es in drei weiteren Landkreisen aus, wo ein möglicher Bündnis-Kandidat auf einen CDU-Amtsinhaber stößt. Dabei handelt es sich um die Kreise Bautzen, Görlitz und Zwickau. Die Stoßrichtung der Linken ist klar: "Uns ist an rot-rot-grünen Bündnissen gelegen, um die CDU-Vorherrschaft zu brechen", sagt Landesgeschäftsführerin Antje Feiks.

Dass dieser Plan wirklich aufgeht, ist allerdings unwahrscheinlich. Insider nicht nur in Dresden gehen jedenfalls ­davon aus, dass die CDU mit ihren Leuten am Ende die Nase vorn haben wird - und zwar in allen zehn Kreisen im Freistaat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.03.2015

Jürgen Kochinke

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