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Behinderten-Werkstatt des Epilepsiezentrums Radeberg wird Industriebetrieb

Keramik-Werkstatt lädt am Nikolaustag zu einem Besuch Behinderten-Werkstatt des Epilepsiezentrums Radeberg wird Industriebetrieb

Die Werkstatt des Sächsischen Epilepsiezentrums Radeberg mit gegenwärtig 215 Beschäftigten ist auf dem Weg zum Industriebetrieb, weg von der Bastelei, hin zur maschinellen Fertigung von Zulieferteilen für die Industrie.

Marco Franke, Gruppenleiter für den Metall-Bereich, im Gespräch mit Elke Nitzsche, die mit Begeisterung die neue CNC-Maschine bedient.

Quelle: Bernd Lichtenberger

Radeberg. Die Werkstatt des Sächsischen Epilepsiezentrums Radeberg mit gegenwärtig 215 Beschäftigten ist auf dem Weg zum Industriebetrieb, weg von der Bastelei, hin zur maschinellen Fertigung von Zulieferteilen für die Industrie. Jüngster Schritt dazu war der Kauf einer CNC-Maschine für über 36 000 Euro. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die Errichtung einer Lagerhalle in der Radeberger Außenstelle an der Stolpener Straße, wo jetzt die Werkstatt-Bereiche Keramik und Metall konzentriert sind. Die Pläne für die voraussichtlich etwa 350 000 Euro teure Halle mit einer Nutzfläche von maximal 800 Quadratmetern befinden sich derzeit im Genehmigungsverfahren.

„Das ist ein Stück strategische Kurskorrektur“, sagt Martin Wallmann, Geschäftsführer des Epilepsiezentrums. Andere vergleichbare Einrichtungen, in denen behinderte Menschen arbeiten, seien diesen Schritt schon längst gegangen, fügt er hinzu. Letztlich gehe es einerseits um wirtschaftliche Effizienz, andererseits aber auch darum, den Beschäftigten eine anspruchsvolle Tätigkeit zu bieten. „Unsere Beschäftigten können trotz ihrer Behinderungen oft mehr, als wir ihnen zutrauen“, weiß er und fügt hinzu: „Unser Job ist es, dafür zu sorgen, das sie das bringen.“ Gerade der Metall-Bereich der Werkstatt sei für diese Veränderungen besonders geeignet. Hier können moderne Maschinen helfen, die Grenzen zu überwinden, die die Behinderung oft setzt. Die neue CNC-Maschine ist dafür das beste Beispiel. „Die Beschäftigten reißen sich darum, an dieser Maschine arbeiten zu dürfen“, bestätigt Werkstattleiter Hubertus Schreiber. Außerdem schaffe sie die Voraussetzungen für die Fertigung von mehr Produkten in höherer Qualität. „Noch stehen wir damit am Anfang“, räumt Wallmann ein, zumal diese neue Strategie auch Konsequenzen für die gesamte Betreuungsarbeit hat. Wer sich einen teuren Maschinenpark zulegt, kommt an der Schichtarbeit nicht vorbei. In diesem Fall für behinderte Menschen. Außerdem erwarten die Partner in der Industrie in zunehmendem Maße einen Service, der bisher gar nicht zur Diskussion stand. „Das geht hin bis zur Abfertigung von Zollformalitäten, wenn unsere Waren den EU-Raum verlassen“, erklärt Schreiber und spricht von einem deutlich höheren Maß an Verantwortung für die eigenen Erzeugnisse.

Aber auch im traditionellen Werkstatt-Bereich des Epilepsiezentrums, zu dem die Tischlerei und die Keramik-Abteilung gehören, gab es in den vergangenen Monaten drastische Veränderungen. Während die Tischlerei mit samt dem Maschinenpark wieder am Stammsitz in Kleinwachau konzentriert wurde, zog die Keramikabteilung mit ihren elf Beschäftigten in die Außenstelle Radeberg an der Stolpener Straße um. Dort, nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt, präsentiert sie sich den Radebergern gewissermaßen als gläserne Manufaktur mit angeschlossenem Werksverkauf. „Ein gutes Angebot für Radeberg“, ist Wallmann überzeugt und schon gespannt, wie es angenommen wird. Zwar habe die Keramik-Werkstatt einen guten Ruf in der Region, aber das ändere nichts daran, dass die Situation auf dem Markt problematischer werde. Immer schwieriger sei es, den erforderlichen Erlös zu erwirtschaften. Darauf habe man nun mit dem Umzug reagiert. Außerdem soll es in Kürze einen Art Tag der offenen Tür geben. „Zum Nikolaustag am 6. Dezember laden wir die Radeberger und die Einwohner der Umgebung von 10 bis 17 Uhr dazu ein, mal bei uns reinzuschauen“, sagt die zuständige Gruppenleiterin und gelernte Töpferin Christa Frömmel. Wer Lust hat, könne dann auch eine vor Ort getöpferte Tasse oder Schüssel als Weihnachtsgeschenk individuell bemalen und nach dem Brennen abholen. Größere Gruppen oder Schulkassen sollten sich aber vorher anmelden, damit das funktioniert.

Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg: Kontakt & Öffnungszeiten: Werksverkauf Radeberg, Stolpener Straße 12, Tel. 03528/4311810, E-Mail: werkstatt@kleinwachau.de, Sprechzeiten: Mo.-Fr. 9-15.30 Uhr; Werksverkauf Kleinwachauer Werkstätten, Wachauer Straße 30, Tel. 03528/4311760, E-Mail: werkstatt@kleinwachau.de, Sprechzeiten Mo.-Fr. 9-15 Uhr

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Von Bernd Lichtenberger

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