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Baupfusch am Kindergarten Ottendorf-Okrilla vor dem Kadi

Kampf um Schadensersatz Baupfusch am Kindergarten Ottendorf-Okrilla vor dem Kadi

Die Gemeinde kämpft jetzt vor dem Landgericht Dresden um Schadensersatz in Sachen Baupfusch am Waldkindergarten. Dabei geht es um 2,9 Millionen Euro. Zur Erinnerung. Die im Herbst 2009 fertiggestellte Kita musste ein reichliches Jahr später wegen eines massiven Schimmelbefalls geschlossen werden.

Der Prozess wird am 12. Februar fortgesetzt.

Quelle: dpa

Dresden/Ottendorf-Okrilla. Die Gemeinde kämpft jetzt vor dem Landgericht Dresden um Schadensersatz in Sachen Baupfusch am Waldkindergarten. Dabei geht es um 2,9 Millionen Euro. Eines steht bereits jetzt fest: Die Gemeinde muss nach Lage der Dinge auf einen erheblichen Teil ihrer Regressforderungen gegen ein Dresdner Ingenieurbüro verzichten oder einen mehrjährigen Prozess einkalkulieren.

Zur Erinnerung. Die im Herbst 2009 fertiggestellte Kita musste ein reichliches Jahr später wegen eines massiven Schimmelbefalls geschlossen werden. Von der Bodenplatte aus aufsteigende Nässe und nicht ordnungsgemäß ausgeführte Wandabdichtungen sollen aus Sicht der Gemeinde die Hauptursache sein. Neben den Kosten für die Komplettsanierung musste die Gemeinde auch die Ersatzunterbringung der Kinder in Wohncontainern finanzieren.

Gleich zum Prozessauftakt machte der Vorsitzende Richter Olaf Becker deutlich, dass er diesen Fall für ein "prinzipiell schwer handhabbares Verfahren" hält, welches "durchaus mehrere Jahre" dauern kann. Die Gründe dafür liegen in der Arbeitsbelastung des Gerichts, vor allem aber in der Schwierigkeit der Materie. Besonders ins Gewicht fällt der Umfang der von Rechtsanwalt Ingo Frohberg vorgelegten Mängelliste. Diese umfasst 111 Punkte. Wandabdichtungen waren mangelhaft, Abwasserleitungen wurden entgegen dem Gefälle verlegt, die Fenster entsprachen nicht den Vorschriften und die Notentwässerung für das Flachdach wurde glatt vergessen.

Die Frage, ob es Planungsfehler, Bauausführung- oder Überwachungsmängel waren und welcher Fehler genau welchen Schaden verursacht hat, muss das Gericht in der Beweisaufnahme klären. Dabei dürfte auch die Rolle der Gemeinde als Bauherr zur Sprache kommen. Rechtsanwalt Rainer Fahrenbruch, der die verklagten Kindergartenplaner vertritt, sieht eine erhebliche Mitschuld bei der Kommune, da diese für das aus seiner Sicht mangelhafte Baugrundgutachten verantwortlich ist. Auf dessen Basis erfolgten die Bauplanungen.

Im Herbst 2010 wurde unter einem der Bauteile eine unterirdische Wasserlinse entdeckt. Diese wurde erst im Rahmen der Sanierungsarbeiten durch ein aufwendiges Drainagesystem beseitigt. Die Grundlage für einen eventuellen gütlichen Vergleich zwischen den Streitparteien könnte aus Sicht von Fahrenbruch ein 70-prozentiger Forderungsverzicht der Gemeinde sein. Die Chancen auf ein schnelles Prozessende sind jedoch aufgrund der verhärteten Fronten äußerst gering. Der Prozess wird am 12. Februar fortgesetzt.

wp

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