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Bauhof-Chef bekam nach CDU-Arbeitseinsatz die Kündigung - und zog vor Gericht

Bauhof-Chef bekam nach CDU-Arbeitseinsatz die Kündigung - und zog vor Gericht

Von 1990 bis 1994 war Thomas Reißmann Bürgermeister in Medingen. Dann Hauptamtsleiter und nach der 1999 erfolgten Fusion mit Hermsdorf und Ottendorf-Okrilla wurde der jetzt 61-Jährige Bauhof-Chef der Großgemeinde.

Viele Jahre ohne Beanstandung, stets dienstbereit, trotz unzähliger Überstunden. Doch jetzt hat ihm Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) wegen angeblichen Erschleichens von Arbeitszeit fristlos den Stuhl vor die Tür gesetzt.

Den Betrugsvorwurf weist Reißmann zurück und wehrt sich im Arbeitsgericht Bautzen. Am Dienstag gab es den ersten Verhandlungstermin. Laut Gemeindeverwaltung hat Reißmann am Morgen des 26. Juli über ein elektronisches Zeiterfassungssystem seinen Dienstbeginn angezeigt und dann die Zeit bis 21.32 Uhr laufen lassen. Obwohl er bereits ab etwa 16.30 Uhr an einer privaten Veranstaltung teilgenommen hat. Was einen unberechtigten Vorteil von fünf Arbeitsstunden bedeuten würde und laut Richterin Claudia Neumann vom Grundsatz her als Grund für eine fristlose Kündigung geeignet ist. Aber ganz so einfach liegen die Dinge eben doch nicht.

Denn Reißmanns Version klingt anders. Nach eigenen Angaben loggte er sich 16.30 Uhr korrekt aus. Warum dieser Vorgang von der Elektronik nicht erfasst wurde, ist derzeit unklar. Und 21.32 Uhr meldete er sich nicht wie unterstellt im System an, um Zeit zu ergaunern, sondern um sich für 14 Tage in den Urlaub abzumelden. Wie zu erfahren war, lehnte der Personalrat seine Kündigung jedenfalls ab.

Außerdem handelt es sich bei der als privat bezeichneten Veranstaltung, an der Reißmann - wie er beteuert - ehrenamtlich teilnahm, um einen von der CDU-Ortsgruppe organisierten gemeinnützigen Arbeitseinsatz. Konkret wurde im Ortsteil Medingen die vernachlässigte historische Brunnenanlage "Goldborn" in Ordnung gebracht. Weil es sich dabei um ein gemeindeeigenes Grundstück handelt, steuerte der kommunale Bauhof die Materialien bei. Dazu gab im Vorfeld Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) seinen Segen. Wichtig zu wissen ist auch, dass das Brunnengebäude nur im Beisein eines Gemeindebediensteten betreten werden kann. "Der Rasen wurde gemäht, die überdachte Sitzgruppe repariert, Plätze und Treppe mit Besen und Hochdruckreiniger gereinigt, die Abflussrinne von Unrat befreit und zu guter Letzt wurden die ausgebrochenen Steine am Becken wieder mit Mörtel eingesetzt", berichtete CDU-Gemeinderat Kai Albertowski.

Für Reißmann, der CDU-Mitglied ist, wurde die gute Tat zum Fluch. Ein Vergleichsangebot, die Umwandlung der fristlosen Kündigung in eine fristgerechte Kündigung, schlug er aus. Daher gibt es am 27. November eine zweite Runde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.09.2013

Werner Peters

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