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Baubürgermeister Christian Flörke: Stadtbrücke Pirna braucht neue Haut

Baubürgermeister Christian Flörke: Stadtbrücke Pirna braucht neue Haut

Der Altstadtbrücke in Pirna geht es an die Haut. Bei den Sanierungsarbeiten kam zum Vorschein, dass die Abdichtungsschicht gravierende Mängel aufweist.

Pirna.

Sie muss nun durch eine neue ersetzt werden. Im DNN-Interview berichtet Baubürgermeister Christian Flörke (parteilos), welche Folgen dies für die Vollsperrung der Brücke zwischen Altstadt und Copitz hat, was die zusätzlichen Arbeiten kosten und ob die Schüler in Pirna pünktlich ins neue Schuljahr starten können.

Frage: Herr Flörke, für die Sanierung der Stadtbrücke waren acht Wochen Bauzeit veranschlagt. Am Freitag sind die ersten vier Wochen vorbei. Kann die Stadt Bergfest feiern?

Christian Flörke: Es ist leider das eingetreten, was alle an der Sanierung Beteiligten verhindern wollten. Wir müssen die Vollsperrung eine Woche verlängern. Die Sanierungsarbeiten der Altstadtbrücke dauern noch bis 31. August an.

Warum werden die Brückenbauarbeiten nicht pünktlich fertig?

An der Stadtbrücke waren bereits im Dezember 2009 erhebliche bauliche Mängel festgestellt worden. Vor allem die Übergangskonstruktionen wiesen einen erheblichen Verschleiß auf. Die Abdichtungsgummis waren abgefahren. Wasser drang ein. Die neun Übergangskonstruktionen müssen komplett ausgetauscht werden. Darüber hinaus wird die gesamte Deckschicht abgefräst und neu asphaltiert. Bei den Fräsarbeiten kam es zu einer bösen Überraschung.

Was kam zum Vorschein?

Es wurden gravierende Mängel der Abdichtungsschicht sichtbar. Auf der abgefrästen Schicht bildeten sich Blasen und Risse. Es kam zu großflächigen Ablöseerscheinungen. Die Abdichtungsschicht hatte keine Verbindung mehr zum Untergrund. Feuchtigkeit hat sich darunter gebildet. Ohne Behebung der Mängel wird das Bauwerk dauerhaft geschädigt und die neu aufgetragene Deckschicht kann der großen Verkehrsbelastung nicht standhalten.

Wie werden die Mängel behoben?

Die Brücke muss sozusagen eine neue Haut bekommen. Zusätzlich zu den geplanten Arbeiten an den Übergangskonstruktionen und der Deckschicht muss daher auf 2200 Quadratmetern der Brückenfläche die alte Abdichtung entfernt und eine neue Abdichtung aufgebracht werden. Dadurch können die Asphaltarbeiten erst ab dem 26. August, zum Beginn des neuen Schuljahres, erfolgen. Der neue Zeitplan ist sehr ambitioniert und wir werden alles daran setzen, die Verlängerung der Vollsperrung auf die erste Woche nach den Sommerferien zu begrenzen. Restarbeiten unter anderem am Geh- und Radweg erfolgen bei bereits fließendem Verkehr auf der Straße.

Die Bauarbeiten sollen im Mehrschichtbetrieb über die Bühne gehen. Kritische Beobachter wollen davon aber bislang nichts bemerkt haben.

Die neu entdeckten Mängel hatten umfangreiche Untersuchungen zur Folge. Zusätzliches Material musste beispielsweise von den Baufirmen bestellt werden. Seit dieser Woche sind die Sanierungsarbeiten im Zwei-Schicht-System von morgens 6 bis abends 22 Uhr sowie an den Wochenenden voll im Gange.

Für die Brückensanierung waren ursprünglich 683 000 Euro veranschlagt. Um wieviel werden die Baukosten steigen?

Die zusätzlichen Sanierungsarbeiten kosten rund 300 000 Euro. Der Freistaat hat die notwendigen Leistungen als förderfähig anerkannt. Von den Mehrausgaben muss die Stadt rund 15 Prozent aus Eigenmitteln stemmen.

In den Jahren 1993/94 wurde die Altstadtbrücke komplett saniert. Die Brückenabdichtung sollte eigentlich über ein halbes Jahrhundert halten. Nun ist sie bereits nach 20 Jahren kaputt. Wurde beim Bau damals gepfuscht und kann die Stadt auf Schadensersatz bei der damaligen Baufirma pochen?

Warum die Abdichtung bereits jetzt ausgewechselt werden muss, ist uns und den Planungs- und Ingenieurbüros ein Rätsel. Schadensersatz kann die Stadt nicht geltend machen. Zum einen ist die Frist verjährt, zum anderen existiert die Baufirma nicht mehr. Gutachter haben uns versichert, dass die Abdichtung dem damaligen Stand der Technik entsprach.

Der Hauptgrund, warum die Brückensanierung in die Ferienzeit gelegt wurde, ist die Schülerbeförderung. Bekommen die Schüler nun eine Woche länger frei?

Alle Schulen in der Stadt beginnen planmäßig am 26. August mit dem Unterricht. Die Linien der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz (OVPS) fahren in der ersten Schulwoche nach dem gleichen Fahrplan wie in den zwei Wochen vor den Ferien. Schüler, die bereits damals mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, kennen die alternativen Möglichkeit, mit Fähre, Zug oder zu Fuß von der Altstadt nach Copitz zu gelangen. Die Eltern der neuen Fünftklässler werden zusätzlich informiert.

Interview: Silvio Kuhnert

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.07.2013

Silvio Kuhnert

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